23.09.2014, 00:00 Uhr

Der Wienerwald zum Verkosten

Exquisite Schlemmerei. Der Honig von Hannes Walha ist auch im Sortiment des Exklusivkaufhauses Harrods in London. (Foto: Ambroso)

Regionalitäts-Boom in der Region: Ob Honig oder Bier, der Wienerwald ist ein Verkaufsargument.

REGION PURKERSDORF / KLOSTERNEUBURG (cog, tw). Die Lebensmittelproduktion ist fest in der Hand von Konzernen. Die gesamte Produktion? Nein! Eine Handvoll regionaler Produzenten leistet erfolgreich Widerstand. Die Bezirksblätter begaben sich auf die Suche nach dem unverwechselbaren Geschmack der Region.

Honig als Exklusivprodukt

"Der Biosphärenpark Wienerwald macht unseren Honig so besonders", ist der Klosterneuburger Hannes Walha überzeugt. Sein "Ambroso"-Honig gehört zu den teuersten überhaupt und erfreut sich internationaler Beliebtheit. Er versucht sich von der konkurrenz nicht nur durch geschmackliche Qualität, sondern auch modern designte Verpackung abzuheben.

Vom Essig zum Bier

Walha ist nicht der einzige, der Exklusivprodukte aus der Region liefert. Der Opernsänger Herwig Pecoraro hat sich mit einem zweiten Standben als Essigproduzent etabliert. Er hat die Idee für seinen "Aceto Balsamico" aus dem italienischen Modena mitgebracht, wo er Gesang studiert hat. Für den Essig verwendet er regionalen Most aus der Traube Grüner Veltiner.
Auch die öst. Bundesforste nutzen die Region kulinarisch und produzieren Bier aus der Schwarzkiefer, die vor allem im südlichen wienerwald zu finden ist: "Die grünlichen Zapfen der Schwarzkiefer haben limonen- und pinienartige Aromen, die, aufgelöst im alkoholreichen Waldbier einen intensiven Duft erzeugen", lockt Braumeister Alex Kiesbye.

ZUR SACHE: Expertenmeinung
Michael Gartner, Geschäftsführer der Lebensmittelversuchsanstalt in Klosterneuburg sieht den Trend der Regionalität positiv: "Es werden Dinge versprochen, die auch überprüfbar sind. Das ist ein Mehrwert – und schafft Vertrauen. Im Prinzip kann man jederzeit am Hof vorbeischauen, ob die Hendln wirklich so gehalten werden, wie es auf der Verpackung steht." Vertrauen ist für Gartner bei Lebensmittel ebenso wichtig wie Qualität. Auf der anderen Seite steigere der Regionalitätsboom auch die Produktqualität auf Herstellerseite: "Der Produzent verkauft zwar meist auch an anonyme Abnehmer, aber es besteht die Möglichkeit, dass er diesem am nächsten Tag über den Weg läuft."
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