25.01.2018, 08:48 Uhr

Initiative: Gut leben mit Demenz in Klosterneuburg

Michael Strozer (Direktor NÖ Pflege- und Betreuungszentrum), Klaus Schwertner (Generalsekretär Caritas Wien, Netzwerkinitiator), Landesrätin Barbara Schwarz, Elisabeth Penzias (pflegende Angehörige, Mitglied des Netzwerks), Bgm. Stefan Schmuckenschlager, Dietmar Stockinger (Direktor Alten- und Pflegeheim Barmherzige Brüder) (Foto: Katharina Wocelka)

75 Mitdenker von 25 Organisationen sowie Betroffene und pflegende Angehörige wollen Klosterneuburg zur Modellstadt für eine demenzfreundliche Gemeinde machen. Seit einem Jahr macht das Netzwerk für einen offenen Umgang mit dem Thema Demenz mobil. Nun stellte Landesrätin Barbara Schwarz gemeinsam mit der Stadtgemeinde Klosterneuburg, der Caritas und Netzwerkmitgliedern die Initiative einer breiteren Öffentlichkeit vor.

KLOSTERNEUBURG (pa). Wie ist ein gutes Leben für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Klosterneuburg möglich? Was können wir Alle tun, um ihnen – über die klassischen Unterstützungsangebote hinaus – ein Leben in unserer Mitte zu ermöglichen? Wie müssen wir dafür unsere Lebensräume gestalten? Das sind die zentralen Fragen, mit denen sich das Netzwerk „Gut leben mit Demenz in Klosterneuburg“ beschäftigt.

Bei einer Podiumsdiskussion erläuterten Barbara Schwarz, Landesrätin für Soziales, Bildung und Familie, Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, Klaus Schwertner, Generalsekretär Caritas Wien und Netzwerkinitiator, Elisabeth Penzias, pflegende Angehörige und Mitglied des Netzwerks (Projektlenkungsausschuss), Michael Strozer, Direktor NÖ Pflege- und Betreuungszentrum und Mitglied des Netzwerks (Projektlenkungsausschuss) sowie Dietmar Stockinger, Direktor Alten- und Pflegeheim Barmherzige Brüder und Netzwerkmitglied die Themenschwerpunkte. 

Sensibilisierung für Demenz

Vor einem Jahr von der Caritas ins Leben gerufen, wird das Netzwerk „Gut leben mit Demenz in Klosterneuburg“ von der Stadtgemeinde, allen professionellen Pflegeanbietern, interessierten Vereinen, Stadtapotheke, Bibliothek, Krankenhaus, Beratungsstellen, Pfarren u.v.m. sowie Betroffenen und pflegenden Angehörigen getragen. 75 Mitdenker von 25 Organisationen sind bereits Teil des Netzwerks. Die Initiative will mit Sensibilisierung, Bewusstseinsbildung, Vernetzung und neuen, kostenlosen Angeboten, Klosterneuburg zu einer Modellstadt für eine demenzfreundliche Gemeinde machen.

„Wir müssen für Menschen mit Demenz Bewusstsein und mehr Verständnis für die Erkrankung in der Bevölkerung schaffen. Einerseits geht es uns darum, dass die Menschen auf Symptome der Vergesslichkeit bei sich oder bei ihren Angehörigen achten und bei Anzeichen rasch medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Andererseits ist es wichtig, dass Menschen mit Demenz und deren Angehörige einen Platz in unserer Gesellschaft haben und ihnen Verständnis und Unterstützung zuteil wird. Daher ist die regionale Verankerung in Klosterneuburg durch das Netzwerk ,Gut leben mit Demenz‘ umso wichtiger“, so Landesrätin Barbara Schwarz.

Austausch und Vernetzung

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager zum Netzwerk: „Mit dieser Initiative wollen wir mehr Bewusstsein für das Thema Demenz in der Gesellschaft schaffen. Die immer älter werdende Gesellschaft ist eine große Herausforderung und dieser können wir nur durch Zusammenarbeit gerecht werden. In Klosterneuburg soll es selbstverständlich werden, dass Menschen mit Demenz sich sicher genug fühlen, am öffentlichen Leben teilzunehmen.“

„Als Caritas geht es uns mit der Initiative um Austausch und Vernetzung aller Beteiligten, um Sensibilisierung und Enttabuisierung von demenziellen Erkrankungen, aber auch darum, im Umgang mit Betroffenen neue Maßstäbe zu setzen - etwa im Einzelhandel oder in öffentlichen Einrichtungen. Maßstäbe, die über Klosterneuburg hinaus auch für andere Gemeinden richtungsweisend sein können“, betont Caritas Generalsekretär Klaus Schwertner. „Klar ist auch: Keine Einzelorganisation alleine kann eine Gemeinde demenzfreundlich gestalten – das geht nur gemeinsam mit Vielen.“

Verstärkte Einbeziehung

Innerhalb kurzer Zeit sind bereits Projekte erfolgreich gestartet. Das reicht von der Angehörigengruppe „Lichtblick“ der Barmherzigen Brüder über eine gemeinsame Singgruppe bis hin zu einer einjährigen Vortragsreihe. Ebenso rief der Lions-Club Klosterneuburg einen kostengünstigen Fahrtendienst, der für alle Angebote des Netzwerks sowie der Netzwerkpartner gilt, ins Leben. Demenzfreundliche Orte stellen die Bedürfnisse von Menschen mit einer Demenzerkrankung und der betreuenden Personen in den Mittelpunkt – wie etwa die Stadt-Apotheke.

Für 2018 sind Aktionstage und die verstärkte Einbeziehung von Betrieben geplant. Das NÖ Pflege- und Betreuungszentrum initiiert einen Austausch zwischen Pflegeschulen und Schulen in Klosterneuburg, um auch die junge Generation für das Thema Demenz zu sensibilisieren.


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