29.09.2014, 10:26 Uhr

"IST Austria"-Familie wächst

(Foto: IST Austria)

IST Austria Präsident Thomas Henzinger stellt erfolgreiche JungforscherInnen vor • Inhaltliche Erweiterungen auf den Gebieten der Biologie und der Mathematik

KLOSTERNEUBURG (red). Präsident Thomas A. Henzinger hat heute morgen die Namen von drei weiteren ProfessorInnen bekannt gegeben: Der Systembiologe Martin Loose, der Mathematiker Jan Maas und die Evolutionsbiologin Beatriz Vicoso kommen als Assistant Professors an das IST Austria, wodurch die Zahl der ProfessorInnen auf insgesamt 34 steigt. Loose und Vicoso werden ihre Forschung am IST Austria Anfang 2015 aufnehmen, Maas beginnt am 1. Oktober 2014. Henzinger begrüßte die drei WissenschaftlerInnen: “Die Berufungen belegen aufs Neue die Attraktivität, die IST Austria auf außerordentlich talentierte junge WissenschaftlerInnen ausübt. Ich bin sehr froh, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt ihrer Karriere entschieden haben, an das IST Austria zu wechseln. Hier erwartet sie ein Umfeld, das ihnen ermöglichen wird, herausragende Beiträge in ihrem Forschungsfeld zu leisten.“

Martin Loose, geboren 1980, ist ein deutscher Systembiologe. Er studierte Chemie an der Universität Heidelberg. Für seine Doktorarbeit forschte Loose in der Gruppe von Petra Schwille am Biotechnologischen Zentrum der Universität Dresden und dem Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden. Er erhielt 2010 seinen Doktortitel und verbrachte ein weiteres Jahr als Postdoc im Labor von Petra Schwille. 2011 ging Loose an das Department of Systems Biology an der Harvard Medical School, Boston, USA, wo er als unabhängiger Departmental Fellow im Labor von Timothy Mitchison forschte.

Mit seiner Forschung möchte Loose die Mechanismen und die Evolution der biochemischen Selbst-Organisation verstehen und ergründen, wie Proteine, die viel kleiner als die Zelle selbst sind, den intrazellulären Raum organisieren können. Als Doktorand erbrachte er den ersten Nachweis, dass komplexe Proteinmuster in vitro in einem einfachen, mathematisch leicht erfassbaren Umfeld hergestellt werden können. In seiner Arbeit als Postdoc entwickelte Loose ein neues Modell für die ersten Schritte der bakteriellen Zellteilung.

Jan Maas, geboren 1982, ist ein niederländischer Mathematiker, der sich mit Fragen der Wahrscheinlichkeitsrechnung und ihrer Analyse befasst. Sein besonderes Interesse gilt dem Transportproblem, stochastischen partiellen Differentialgleichungen und der stochastischen Analyse. Er absolvierte sein Studium in Angewandter Mathematik an der TU Delft in den Niederlanden. Nach kurzen Aufenthalten an der University of Warwick (UK) und dem Courant Institute an der New York University (USA) wechselte er an die Universität Bonn (BRD), teilweise finanziert von dem angesehenen Rubicon Stipendium der niederländischen Forschungsorganisation NWO für Studienaufenthalte von Postdocs im Ausland. Maas ist einer der Projektleiter des Sonderforschungsbereichs der Universität Bonn "The Mathematics of Emergent Effects".

In seiner Arbeit als Postdoc erweiterte Jan Maas die Theorie des optimalen Transports in Hinblick auf diskrete stochastische Prozesse. Diese Prozesse ermöglichen mathematische Beschreibungen unterschiedlicher Phänomene in den Naturwissenschaften oder auch in der Informatik. In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Fields Medaillen Gewinner Martin Hairer und Hendrik Weber bewies Maas außerdem Approximationsresultate für stochastische partielle Differentialgleichungen. Diese Gleichungen modellieren physikalische Systeme mit irregulären zufälligen Störungen.

Beatriz Vicoso ist eine portugiesische Evolutionsbiologin. Sie studierte Genetik an der Staatlichen Universität von Rio de Janeiro in Brasilien und erhielt 2009 ihr Doktorat in evolutionärer Genomik an der Universität von Edinburgh (UK). Für ihr Doktorat forschte sie in der Gruppe von Brian Charlesworth. Seit 2009 ist Vicoso Postdoc im Labor von Doris Bachtrog an der University of California, Berkeley (USA).

In ihrer Forschung widmet sich Vicoso der Evolution von Geschlechts-Chromosomen, die in vielen Spezies das Geschlecht bestimmen. In ihrer Forschung als Postdoc konzentrierte sie sich auf Hochdurchsatzsequenzierung, um die Geschlechts-Chromosomen verschiedener nicht-Modell Spezies zu untersuchen, darunter die von Trematoden, Vögeln, Schlangen und Insekten. Sie entdeckte viele neue Muster, etwa den ersten bekannten Fall einer Rückwandlung eines differenzierten X-Chromosoms in ein Autosom, das Fehlen von Dosis-Kompensation in Schlangen, und die Persistenz von homomorphen Geschlechts-Chromosomen durch geschlechtsbeeinflusste Genexpression bei der australischen Laufvogelart Emu.
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