17.09.2014, 00:00 Uhr

Malaria-Alarm in Klosterneuburg

Tigermoskitos & Co auf dem Vormarsch? In so eine Falle (Bild: Mückensammlerin Marianne Haider aus Greifenstein) ging auch eine potenzielle Malaria-Mücke. (Foto: Grobner)

In der Schwarzen Au in Klosterneuburg ging einer Forschergruppe eine potenzielle Malaria-Mücke in die Falle.

WIEN-UMGEBUNG (cog). Seit dem Frühjahr werden in Klosterneuburg und Tulln in speziellen Mückenfallen alle möglichen "Mini-Blutsauger" gesammelt. Die Bestandsaufnahme ist Teil eines internationalen Forschungsprojektes, das die Ausbreitung invasiver Stechmücken untersucht.

"Nicht mehr nur lästig"

"Viele der Mücken mögen jetzt harmlos sein, aber wir müssen vorbereitet sein", so der Höfleiner Biologe Dieter Armerding, der selbst eine Falle im Garten stehen hat. Denn durch das sich ändernde Klima fühlen sich die gefährlichen Überträger immer wohler in Europa. Alarmierend: Kürzlich wurde in der Schwarzen Au die "Anopheles hyrcanus" gefangen: eine potenzielle Überträgerin von Malaria. Potenziell heißt, dass es keinen Grund zur Panik gibt, da die Mücke ohne entsprechende Parasiten ungefährlich ist. Noch. "Die Untersuchung der gesammelten Mücken auf Krankheitserreger wird Ende des Jahres durchgeführt", informiert Projektleiter Hans-Peter Führer. Armerding ist jedenfalls beunruhigt: "Die Stechmücken-Bekämpfung muss ernster genommen werden. Die Mücken sind nicht nur lästig." Bislang wurden in der Region rund 5.000 Mücken gesammelt.


ZUR SACHE
Im vergangenen Jahr haben AGES-WissenschaftlerInnen in den March-Thaya-Auen eine Stechmücke als Träger des West-Nil-Virus entdeckt. Dieses Virus kann von der Gelse auf den Menschen übertragen werden und grippeähnliche Symtpome erzeugen. Theoretisch. In der Praxis ist in Österreich noch kein Fall bekanntgeworden. Außerdem wurden in den letzten Jahren zwei asiatische Mückenarten (Tigermoskito und japanische Buschmücke) in Österreich nachgewiesen.
Hierzulande gibt es momenatn kaum von Mücken auf Menschen übertragbare Krankheiten, wenn jedoch neue Stechmücken und Erreger nach Europa kommen, kann sich dieser Zustand ändern.

ZUM NACHLESEN
Gänserndorf: Erste Malaria-Gelse in der Au
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