23.09.2014, 10:00 Uhr

Flüchtlinge? Leider, kein Platz

Ministerin Johanna Mikl-Leitner ärgert sich über den Widerstand der Gemeinden in der Flüchtlingsunterkunft-Frage. (Foto: Archivfoto: BB)

Bürgermeister finden Idee der Unterbringung weniger in Gemeinden sinnvoll, haben aber selbst keinen Platz.

WIEN-UMGEBUNG (cog, tw). Bei der Suche nach geeigneten Flüchtlingsunterkünften hat Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Kasernen ins Spiel gebracht. Die bestehenden Kapazitäten seien de facto erschöpft. Auch der Versuch des Landes NÖ, einzelne Gemeinderessourcen zu mobilisieren, scheint gescheitert.

Kleiner Beitrag

Eine Ausnahme ist die Bezirkshauptstadt Klosterneuburg selbst. Hier wurde bereits der Teil einer syrischen Großfamilie – zwei Erwachsene und zwei Kinder – mit UN-Flüchtlingsstatus und familiären Verbindungen zur Stadt in einer Gemeindewohnung untergebracht. Darüber hinaus konnte für die anderen vier Erwachsenen und zwei Kinder eine private Lösung gefunden werden.

Reflexhafte Ablehnung

Mehr Hilfe sei nicht möglich, so Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP): "Derzeit sind keine weiteren Wohnungen frei." Für den Stadtchef ist diese Hilfe – die die FPÖ harsch kritisiert – selbstverständlich und Nachahmung von AmtskollegInnen wünschenswert: "Die ständige reflexartige Ablehnung ist inhuman und ziellos."
Dass die Kaserne in der Stadt zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert wird, hält er für unwahrscheinlich: "Spekulationen darüber sind mir nicht bekannt. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass der Bund jene Kaserne belegt, welche am besten zu verkaufen wäre, und andere leer stehen lässt." – Für die Gemeinden der Region Purkersdorf ist das Aufnehmen von Flüchtlingen aufgrund des Mangels an freistehenden Gemeinde-Wohnungen kein Thema: "Ich habe 200 Wohnungsansuchen", klagt Purkersdorfs Bgm. Karl Schlögl (SPÖ) sein Leid, für den "Gemeindebürger grundsätzlich Vorrang haben". Bgm. Josef Schmidl-Haberleitner (ÖVP) hat in Pressbaum zwar auch keine freien Gemeindewohnungen zu bieten, würde die Aufnahme einzelner Flüchtlinge in Gemeinden aber begrüßen: "Integration geht am einfachsten über die Gemeinde." Dem stimmt auch Bgm. Michael Cech (ÖVP) aus Gablitz zu. Aber: Auch hier gibt es mangels freier Wohnungen keine Plätze.

ZUR SACHE
Heute. Dienstag, ist Innenministerin Johanna Mikl-Leitner Studiogast im "Report" (um 21.05 Uhr in ORF 2).
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Anton Gsandtner aus Tulln | 23.09.2014 | 14:14   Melden
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