15.10.2014, 10:36 Uhr

Sitting Bulls verteidigen Cuptitel

(Foto: Hannes Kaufmann)
Bericht von Matthias Wastian

KLOSTERNEUBURG (red). Die Sitting Bulls haben zum zweiten Mal in Folge den Cup-Titel erfolgreich verteidigt. Gegner im Finale waren die Flink Stones, die es den Niederösterreichern in der ersten Hälfte des Spieles alles andere als leicht gemacht hatten. Erst nach der Halbzeitpause sorgten die Titelverteidiger für klare Verhältnisse und konnten sich entscheidend absetzen. Am Schluss war das Ergebnis eindeutig: 82:43. Den dritten Platz holten sich die Carinthian Broncos, die ihrerseits die neu formierte Spielgemeinschaft Wien/Brno klar mit 78:51 in die Schranken wiesen. In den Ausscheidungsspielen zuvor hatten die Flink Stones gegen die Spielgemeinschaft Wien/Brno mit 67:31 gesiegt, die Sitting Bulls setzten sich gegen die Kärntner Wildpferde mit 89:49 durch.

Flink Stones - Wien/Brno 67:31 (30:11)
Vor allem zu Beginn des ersten Semifinalspiels des ÖBSV-Cups 2014/2015 merkte man der jüngst fusionierten Mannschaft aus Wien und Brno noch an, dass das Team noch nicht so gut eingespielt ist. Das nutzten die flinken steirischen Steine perfekt aus und setzten sich gleich im ersten Viertel über 10:0 auf 19:3 ab, die Vorentscheidung war bereits herbeigeführt. Im weiteren Spielverlauf änderte sich das Bild ein wenig: Während die Steirer schon früh frische Spieler von der Bank brachten, gelangen den Spielern von Wien/Brno jetzt auch einige schöne Aktionen. Am klaren Ausgang des Spieles (67:31) änderte dies aber nichts, zu eindeutig war die physische Dominanz und Ausgeglichenheit der Steirer rund um ihr neues Spielertrainer-Duo Goldgruber und Grabner sowie Edler und Scherling.

Goldgruber 22, Grabner 16, Edler 10, Scherling 9, Kopp, Zorec je 4, Kontsch 2, Vukovits, Penz bzw. Zemanek 9, Srutka 6, Loisinger, Minarik, Pavlovic je 4, Löffler K., Nahlik je 2, Breitenecker, Sembera

Carinthian Broncos - Sitting Bulls 49:89 (22:45)
In der vergangenen Saison hatten die Interwetten/Coloplast Sitting Bulls wiederholt 20-30 Minuten lang Probleme gegen die Carinthian Broncos rund um Spielertrainer und Topscorer Mehmedovic gehabt. Doch mit der neuen Starting Five Pliska, Hayirli, Hochenburger, Wastian und Riedl stand die Defense in den ersten Minuten bombensicher und setzte die Kärntner, die mit Christoph Schaschl (RSV Salzburg) diese Saison einen Abgang verzeichnen müssen, am Stuhl massiv unter Druck. Die Bullen fanden im Angriffsspiel immer wieder ihre sicheren Außenschützen Wastian, Riedl und Hayirli und zogen in Minute 6 auf 13:0 davon. Am Ende des ersten Abschnitts hieß es gar 25:6 für den Cup-Titelverteidiger. Nach einigen Wechseln offenbarten die Bullen aber diverse Schwächen in der Verteidigung, Mehmedovic wurde zu spät gestoppt und nicht aggressiv gejumpt, die Folge waren 14 Punkte durch ihn alleine im zweiten Viertel. Nach Seitenwechsel (22:45) hatten die Niederösterreicher ihre schwächste Phase, die kämpfenden Wildpferde aus Kärnten verkürzten auf 32:49. Danach aber wieder ein 12:0-Lauf der Bullen, und auch Mehmedovics Dreier kurz vor der letzten kleinen Pause beantwortete Pliska entsprechend, als er mit der Sirene noch das Foul im Dreipunktewurf zog. Auch im letzten Viertel war der Klassenunterschied am heutigen Tag erkennbar: Während bei den Sitting Bulls Pliska spektakuläre Drives zum Korb zeigte und bis auf Demel alle eingesetzten Spieler scoren konnten, schrieben bei den Kärntnern gerade einmal drei Spieler am Scoreboard an. Der 89:49-Erfolg fiel zwar eindeutig zugunsten der Spieler von Coach Zankl aus, offenbarte aber auch einige Schwächen in der Defense.
Mehmedovic 34 (1 Dreier), Holdernig 13, Kartnig 2, Fiedler, Hafner, Kocnik, Kainz bzw. Pliska 19 (11 Rebounds), Dogan 16, Hayirli 15, Wastian 10, Hochenburger 9, Riedl, Ritter je 6, Hanisch 4, Eckerl, Vrba je 2, Demel

Spiel um Platz 3: Carinthian Broncos - Wien/Brno 78:51 (43:28)
Ganz anders traten die Kärntner im Duell um Bronze gegen Wien/Brno auf: Holdernig konnte diesmal dem Spiel seinen Stempel aufdrücken und sollte schlussendlich auf fette 45 Punkte kommen – vor allem die Defense-Transition des Fusionsteams konnte seinem Konterspiel beinahe nichts entgegensetzen. Offensiv zeigten sich aber auch speziell Zemanek und Minarik deutlich verbessert, die beiden kamen für Wien/Brno auf 15 bzw. 16 Punkte. Den ungefährdeten Erfolg der Carinthian Broncos mit 78:51 verhinderte dies aber nicht.
Holdernig 45, Mehmedovic 15 (15 Rebounds, 6 Assists), Kainz 14, Fiedler, Kartnig je 2, Hafner, Kocnik bzw. Minarik 16, Zemanek 15 (11 Rebounds), Pavlovic, Srutka je 8, Nahlik, Erber je 2, Löffler K., Breitenecker, Loisinger, Sembera

Finale: Flink Stones - Sitting Bulls 43:82 (26:33)
Wie schon im Vorjahr trafen auch diesmal im Cupfinale die zwei stärksten Teams der österreichischen Liga aufeinander: die Interwetten/Coloplast Sitting Bulls aus Niederösterreich und die Flink Stones aus der Steiermark. Direkt vom Hochball weg vollendete Wastian nach schönem Pass von Hayirli zum 2:0 für die Bullen, doch Goldgruber, Grabner und Kontsch stellten auf 6:4 für die Steirer. Die Bullen konterten mit Hochenburgers Fastbreak und vier Punkten durch Rückkehrer Hayirli, setzten sich ein wenig ab und gingen mit 21:14 in die erste kurze Pause. Das zweite Viertel kann man aus niederösterreichischer Seite durchaus als etwas verkorkst betrachten, trotz einer Vielzahl an guten Schützen wurde der Distanzwurf nicht gesucht – und gleichzeitig die Fastbreaks mittels schlechtem Passspiel durch eigene Fehler unterbunden. Die Verteidigung war wenigstens nicht schlecht – wenn auch nicht überragend – die Steirer blieben nämlich geduldig und konnten mehrmals mit Ablauf der 24 Sekunden doch noch erfolgreich abschließen. So ging es mit 33:26 in die Pause. Bis hierhin hatten sich die Bullen gerade einmal zwei (!) Fouls geleistet, was von einigen Reserven in der Defense zeugt.
Nach Seitenwechsel rollten die Bullen mit verändertem Lineup auf. Die Steirer, die ihrerseits schon mit Foulproblemen zu kämpfen hatten, ließen gleich zu Beginn zwei einfache Chancen liegen, was Riedl und Dogan beinhart bestraften. Auf einmal wurden die offenen Würfe gesucht und gefunden, Hochenburger war aktiv im Fastbreak, die Defense war aggressiv, die steirischen Schützen wurden gejumpt und den Bullen gelang mit einem starken Viertel die Vorentscheidung (59:39). Im letzten Viertel wurde es dann noch sehr eindeutig, nach Grabners Treffer zum 59:41 herrschte das Verteidigungs-Bollwerk der Niederösterreicher und Flaute in der steirischen Offense. Zudem foulten sich Scherling, Kontsch und später auch noch Grabner aus, während die Bullen mit einem 21:0-Run den Score auf 80:41 schraubten, ehe Vukovic bzw. Wastian die Schlusspunkte in einem würdigen und hochklassigen ÖBSV-Cup-Finale setzten. Abermals zeigten die Bullen, dass sie über sechs bis sieben Scorer verfügen und damit diese Saison sicher nicht leicht auszurechnen sind. Gewisse Abstimmungsschwierigkeiten in der Defense sollten aber noch in den Griff bekommen werden.
Goldgruber 17, Grabner 10, Kontsch 6, Scherling 4, Edler, Kopp, Vukovits je 2, Penz, Zorec bzw. Wastian 20, Pliska 14 (13 Rebounds), Hayirli 13, Riedl 12, Dogan 9, Hochenburger 8, Eckerl, Vrba, Demel je 2, Ritter

Scorer gesamt Sitting Bulls:
Pliska 33
Wastian 30
Hayirli 28
Dogan 25
Riedl 18
Hochenburger 17
Ritter 6
Eckerl 4
Hanisch 4
Vrba 4
Demel 2
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