"Retter mit Herz" feiern
130 Jahre Rotes Kreuz Korneuburg

130 Jahre Rotes Kreuz Korneuburg.
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  • Foto: Pfeffer/Rotes Kreuz Korneuburg
  • hochgeladen von Sandra Schütz

Seit 29. September 1890 gibt es das Rote Kreuz in Korneuburg: 130 Jahre lang steht die Hilfe am Mitmenschen im Fokus – verknüpft damit auch die Ehrenamtlichkeit. Die Feier fällt Corona-bedingt aus, die lange Tradition soll trotzdem hochgelebt werden.

BEZIRK | STADT KORNEUBURG. Es war der 10. September 1890, ein Unglück – eine schwere Explosion am Hauptplatz – war Triebfeder für die Gründung der ersten Rettungsorganisation im Bezirk Korneuburg. Großzügiger Unterstützer damals Graf Johann Nepomuk Wilczek, der mit dem Bezirk eng verbunden war und schon als Gründer der Wiener Rettungsgesellschaft in Erscheinung getreten war. Zunächst in der Freiwilligen Feuerwehr Korneuburg eingegliedert, wurde zunehmend Gerät zur Rettung von Verletzten und Erkrankten angeschafft, zum Transport diente vorerst ein Pferdegespann. Die Arbeit im Rettungsdienst wurde ausschließlich ehrenamtlich erbracht.

Wechselhafte Geschichte

Während des Ersten Weltkrieges war die Rettungsorganisation durch das lokale Truppenspital sowie ein Gefangenenlager, vor allem aber auch wegen ausbrechender Seuchen wie Cholera und Typhus gefordert. Noch schwieriger gestaltete sich die Phase des Zweiten Weltkrieges. Während die Organisation ins Deutsche Rote Kreuz eingegliedert wurde, waren besonders viele Kriegsversehrte und -tote in Korneuburg und Umgebung zu verzeichnen.
Anfang der 1920er Jahre löste sich die Rettungsorganisation von der Freiwilligen Feuerwehr und trat nun ausschließlich als Rotes Kreuz auf. Etwa zur selben Zeit entstand auch in Stockerau die erste Rettungsorganisation.
Nach den Weltkriegen folgte eine lange und bis heute andauernde Phase der Vergrößerung. Der Fuhrpark wuchs von einem einzelnen auf drei Fahrzeuge in den 1950er Jahren und danach immer weiter. Bis 1959 war das Rote Kreuz stets im Rathaus untergebracht, nun folgte der Umzug in ein Gebäude, das eigens in der Wiener Straße 13 errichtet wurde. Bereits damals war ein hauptamtlicher Fahrer angestellt, das übrige Team arbeitete ehrenamtlich. Schon 1953 wurde das Rote Kreuz in Ernstbrunn gegründet – damals noch dem Bezirk Mistelbach zugeordnet, erfolgte erst 1978 die Integration ins Rote Kreuz Korneuburg.

130 Jahre später – ein neues Haus

In den 70er und 80er Jahren nahm die Anzahl der Ausfahrten rasant zu, auch eine Vergrößerung des Standortes in der Wiener Straße löste das zunehmende Platzproblem nicht nachhaltig. 1988: Der neuerliche Umzug in die Jahnstraße 7. Auch heute noch ist das Rote Kreuz Korneuburg hier beheimatet, heuer im Juli wurde das neue Gebäude eröffnet. Die gemeinsame Verwaltung aller Standorte im Bezirk Korneuburg wurde allerdings erst durch den Zusammenschluss mit dem Roten Kreuz Stockerau 2001 sowie mit dem Roten Kreuz Gerasdorf bei Wien im heurigen Sommer abgeschlossen.

Der Notarzt kommt

Viel Neues entwickelte sich in den 1990er Jahren. Das Notarztwesen hielt in Österreich Einzug – auch in Korneuburg wurde ein Notarztwagen stationiert – für das Rettungswesen eine enorme Qualitätsverbesserung. Zudem gründete das Rote Kreuz zunehmend Leistungsbereiche, um Menschen in der Not zu unterstützen. Noch heute stellen die Gesundheits- und Sozialen Dienste einen der größten Bereiche dar. Rufhilfe, Zuhause Essen, Krisenintervention, Verleih von Pflegebehelfen oder der Henryladen sind nur ein kleiner Auszug der zahlreichen Angebote. Zudem ist das Rote Kreuz aus der Katastrophenhilfe, der Ausbildung in Erster Hilfe sowie bei der Kinder- und Jugendbildung durch das Jugendrotkreuz nicht mehr wegzudenken.

12.000 Rettungseinsätze 2019

Beeindruckend ist die Entwicklung im Rettungsdienst: Während in den ersten 40 Jahren des Bestehens insgesamt 13.821 Ausfahrten dokumentiert sind, sind es nun pro Jahr schon mehr als dreimal so viele. Allein Im Jahr 2019 verzeichnete das Rote Kreuz Korneuburg rund 46.000 Ausfahrten, darunter rund 12.000 Rettungseinsätze.

So viele Highlights

Die Dichte an Ereignissen und Entwicklungen nahm in all der Zeit immer weiter zu. Anstatt sich auf der Tradition auszuruhen, waren speziell die letzten fünf Jahre voll von Highlights beim Roten Kreuz: Seit 2016 wird der Zivildienst durch das Freiwillige Sozialjahr ergänzt. Auch junge Frauen haben seither die Möglichkeit, ein Jahr lang für das Rote Kreuz tätig zu sein, bei jungen Männern wird das Freiwillige Sozialjahr als Zivildienst-Ersatz anerkannt. Ebenfalls 2016 fand die erste große Reform des Notarztwesens statt. Anstelle des Notarztwagens ist seither ein „Notarztfahrzeug“ im Einsatz. Besetzt mit Arzt und einem Sanitäter fährt das kleine, wendige Fahrzeug gemeinsam mit einem Rettungswagen zum Notfallort. Der Transport ins Krankenhaus wird mit dem Rettungswagen durchgeführt – wenn notwendig begleitet durch den Arzt, andernfalls ist dieser mit dem Notarzteinsatzfahrzeug sofort wieder einsatzbereit.
Im Jahr 2017 eröffnete das Rote Kreuz einen Henryladen im alten Korneuburger Bahnhof. Die Second-Hand-Boutique wird in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Korneuburg und deren Projekt „ReUse“ betrieben, bei dem benutzte, aber noch funktionstüchtige Möbel und Geräte aufbereitet und verkauft werden. Im Jubiläumsjahr 2020 gibt es gleich zwei große Highlights: Das Rote Kreuz Gerasdorf wird in die Bezirksstelle integriert, und nach 32 Jahren übersiedelt das Rote Kreuz Korneuburg in einen Neubau. Bis Ende des Jahres erfolgt noch eine Erweiterung des Standortes.

Stolz auf lange Tradition

Gefeiert werden kann das Jubiläum wegen der Corona-Pandemie leider nicht. „Jedoch sind wir stolz auf die lange Tradition des Roten Kreuzes in Korneuburg. Dass mittlerweile über 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit derselben Intention tätig sind, wie unsere Gründer vor 130 Jahren – um ’Aus Liebe zum Menschen’ selbstlos zu helfen – macht mich demütig. Wir werden unsere Mannschaft zum Jubiläum noch hochleben lassen“, freut sich Bezirksstellenleiter Peter Tesarek.

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