Mein Fluss
Das Wasser der Schmida ist "mäßig"

Sommer 2012: Hunderte tote Fische in der Schmida.
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  • Sommer 2012: Hunderte tote Fische in der Schmida.
  • Foto: Andreas Straka
  • hochgeladen von Sandra Schütz

Mein Fluss – Serie Teil 5: Wie es um die Wasserqualität der Schmida bestellt ist.

BEZIRK. Müsste man der Wasserqualität der Schmida eine Note nach dem Schulsystem verpassen, wäre das Ergebnis: Zustandsklasse 3, eher mäßig. Doch man arbeitet daran, hier eine Verbesserung zu erreichen, ist es doch das Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie und somit auch des Österreichischen Wasserrechtsgesetzes, einen guten ökologischen Zustand zu erwirken, also eine 2 minus.
Geht es um chemische Schadstoffe im Wasser, glänzt die Schmida mit einer guten 1. Und dass, obwohl gleich mehrmals, etwa bei Röschitz, Ziersdorf oder Großweikersdorf Kläranlagen Abwasser in den Bach leiten. "Kläranlagen unterliegen strengen Richtlinien. Die Wasserqualität der Bäche und Flüsse, in die eingeleitet wird, wird laufend geprüft. Das passiert jeweils oberhalb und unterhalb der Anlage", erklärt Kiril Atanasoff, Geschäftsführer des Abwasserverbandes Raum Korneuburg. Geprüft wird aber nicht nur von den Kläranlagenbetreibern, sondern durch die Gewässeraufsicht des Landes.

"Natürliche" Verunreinigung

Auswirkung auf die Wasserqualität eines Baches oder Flusses hat aber nicht nur eingeleitetes Abwasser, sondern auch der Ausbau oder die Regulierung des Bachbettes. Je gerader und betonierter, desto weniger natürliche Möglichkeiten hat der Bach, sich "selbst zu reinigen". Auch die Einschwemmung stickstoff- und phosphorhältiger Stoffe, wie es bei Starkregen durch nah angrenzende Felder passieren kann, wird mitunter zum Problem für das Wasser. Zudem muss die eingeschwemmte Erde auch laufend ausgebaggert werden, um der Schmida eine gewisse Tiefe zu erhalten. Kommt es dann, wie im Sommer 2012, zum Zusammentreffen unglücklicher Umstände, kann das massives Fischsterben zur Folge haben, erinnert sich Biologe Andreas Straka: "Lang anhaltende hohe Temperaturen in Kombination mit Ausbaggerarbeiten, bei denen Faulschlamm aufgewirbelt wurde, haben damals zu diesem Szenario geführt."

Von der Kläranlage in den Fluss: auch in die Schmida

Die Bezirksblätter plauderten mit Kiril Atanasoff, dem Geschäftsführer des Abwasserverbandes Raum Korneuburg.
BEZIRKSBLÄTTER: Herr Atanasoff, wer sorgt dafür, dass unsere Flüsse und Bäche sauber bleiben.
KIRIL ATANASOFF:
Es gibt zum einen die Wasserrahmenrichtlinie der EU, in der alle Länder aufgefordert werden, ihre Gewässer in einem guten ökologischen Zustand zu halten. In Österreich strebt man nach einer guten 2 im Schulnotensystem. Zum anderen gibt es ein Verschlechterungsverbot, das besagt, dass die Wasserqualität eines Gewässers durch das Einleiten von Abwasser nicht verändert werden darf.

Wie wird dieses Verschlechterungsverbot umgesetzt?
Im Grunde muss das Abwasser die Kläranlage schon so gereinigt verlassen, dass es im Fluss oder Bach keinen Schaden mehr anrichtet. Berücksichtigt wird dabei auch die natürliche Verdünnung durch das Flusswasser.

Welche Möglichkeiten gibt es, Abwasser zusätzlich zu reinigen?
Eine Variante besteht darin, ein Pflanzenbett oder einen Filter der Kläranlage nachzuschalten, so dass das Abwasser noch einen zusätzlichen Reinigungsprozess durchläuft.
Wann gab es in Sachen Abwasser ein Umdenken?
Etwa seit den 80er-Jahren, vor allem im Industriebereich. Wie das früher war, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

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