"Gute Imfpung – schlechte Impfung"
Die Impf-Diskussion gibt es seit Jahren

Kinderarzt Ferdinand Sator setzt in Sachen Impfen auf Information und Aufklärung.
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Ein heute geborenes Baby bekommt bis zu seinem 18. Geburtstag satte 50 Impfungen.

BEZIRK KORNEUBURG. Während die einen darin den medizinischen Fortschritt und die Ausrottung gefährlicher Krankheiten sehen, halten Kritiker viele Impfungen schlicht für überflüssig. In unserer neuen Serie "Gute Impfung, schlechte Impfung" beleuchtet Medizinjournalist Bert Ehgartner ab dieser Woche Vorteile und Nachteile des Impfens.
Wir haben im Bezirk nachgefragt, wie es um die Impfmoral steht und welche (Kinder)Impfungen als unerlässlich erklärt oder abgelehnt werden.

So gut wie keine "Verweigerer"

"Natürlich gibt es Impf-Skeptiker, die gibt es seit den 1980ern. In meinen Augen ist das jedoch etwas Gutes, denn so wird über das Thema gesprochen, die Menschen machen sich Gedanken und informieren sich", ist Bisambergs Kinderarzt Ferdinand Sator überzeugt. Schon oft hat er erlebt, dass Eltern unsicher sind, ob diese oder jene Impfung notwendig ist. Alle zwei bis drei Monate bietet er deshalb auch eine Impfberatung an, stellt Informationen zur Verfügung. "Ich zwinge die Impfungen den Eltern nicht auf, sondern erkläre genau, wofür beziehungsweise wogegen geimpft wird und was die möglichen Folgen im Falle des Nicht-Impfens sind. Bis heute kann ich mich an keinen Fall erinnern, in dem Eltern eine Impfung komplett abgelehnt hätten."
Auch Allgemeinmediziner und Tropenarzt Ewald Prießnitz ist bis heute noch kein Impf-Verweigerer unter gekommen. "Die Impfstoffe sind mittlerweile so gut, in den meisten Fällen auch die Nebenwirkungen minimal. Auf jeden Fall überwiegen die Vorteile des Impfschutzes, denn im Falle einer Erkrankungen, etwa Masern, sind die Folgen wesentlich schwerwiegender, können etwa bei jungen Buben bis hin zur Unfruchtbarkeit führen."

Die "Kardinal-Impfungen"

"Es gibt Impfungen, über die muss man eigentlich nicht diskutieren", sind sich Prießnitz und Sator einig. Dazu zählen etwa die üblichen Impfungen im Kindesalter, wie Diphtherie, Tetanus, Polio, Masern, Mumps und Röteln. "Viele Krankheiten sind bei uns mittlerweile quasi ausgestorben. Dass es aber immer wieder zu Neuerkrankungen kommt, etwa im Falle der Masern, hat man erst unlängst in Oberösterreich gesehen", weiß Prießnitz zu erzählen. "Grund dafür sind nicht die sogenannten Impf-Verweigerer, sondern meist Einwanderer aus fernen Ländern, die Krankheiten wieder zu uns zurück bringen. Darum ist es auch anzuraten, die Masern-Impfung aufzufrischen. Ich empfehle das Menschen ab dem 50. Lebensjahr. In NÖ ist diese Impfung sogar gratis", erklärt der Allgemeinmediziner.
Auch für Kinderarzt Sator stehen die "Kardinal-Impfungen", wie er sie bezeichnet, außer Frage. Dennoch ist ihm wichtig, den Eltern zu erklären, warum geimpft wird. "Es gibt drei Pfeiler, die beschreiben, wann eine Impfung sinnvoll ist: Wenn eine Krankheit in der Gesamtbevölkerung häufig auftritt, das Impfrisiko geringer ist, als die Erkrankung und geimpft werden sollte auch nur dann, wenn keine Behandlung für die Krankheit möglich ist. Aus diesen Grund hat man etwa vor zehn Jahren die Tuberkulose-Impfung eingestellt."

Zur Sache:

Welche Impfungen oft vernachlässigt werden oder auch zu empfehlen sind, erklärt Allgemeinmediziner Ewald Prießnitz:

Grippe-Impfung: "Die Grippe-Viren mutieren jährlich, darum gibt es auch jedes Jahr einen neuen Impfstoff. Ich empfehle diese Impfung vor allem älteren Personen. Wichtig ist jedoch zu sagen, die Grippe-Impfung hilft nicht gegen einen grippalen Infekt, sondern gegen die Influenza."

Zecken-Imfpung: "Diese Impfung wird oft vernachlässigt. Sie schützt, im Falle eines Zeckenbisses, gegen Meningitis, Hirnhautentzündung. Sie sollte alle fünf Jahre aufgefrischt werden, ab 65 alle drei Jahre."

Hepatitis: "Die Hepatitis B-Impfung ist Pflicht für alle Personen, die mit Menschen arbeiten, etwa im Krankenhaus oder auch Kindergarten. Ich empfehle die Kombi-Impfung Hepatitis A und B. Das ist eine 3er-Imfpung, die nach 5 Jahren zum ersten Mal aufgefrischt wird, anschließend immer nach zehn Jahren."

Kinderarzt Ferdinand Sator setzt in Sachen Impfen auf Information und Aufklärung.
"Die Folgen von Erkrankungen sind schwerwiegender, als die Nebenwirkungen der Impfung", ist Allgemeinmediziner Ewald Prießnitz überzeugt.

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