Dorian Gray: 1,3 Millionen Euro hinterzogen

Mittlerweile nur noch eine Bauruine:  die ehemalige Disco „Dorian Gray“ in Leobendorf.
  • Mittlerweile nur noch eine Bauruine: die ehemalige Disco „Dorian Gray“ in Leobendorf.
  • Foto: Michael Rath
  • hochgeladen von Bezirksblätter Korneuburg

KORNEUBURG/LEOBENDORF (mr) - Die Mühlen der Justiz mahlen langsam – so ein Sprichwort. Im Vergleich mit den Mühlen der Finanz arbeiten sie jedoch geradezu mit einem Turbolader. Denn vor dem Landesgericht Korneuburg fand ein Schöffenverfahren wegen Abgabenhinterziehung statt. Deliktzeitraum: 1988 bis 1992.
Angeklagt war ein Ehepaar aus Ravelsbach (beide 60) und ein 58-jähriger Stockerauer – alle drei gerichtlich (zumindest in Österreich) unbescholten. Staatsanwalt Friedrich Köhl legte ihnen zur Last, als handelsrechtliche bzw. „de facto“ Geschäftsführer der Diskothek „Dorian Gray“ in Leobendorf in den Jahren 1988 bis 1992 schlappe 1,3 Mio. Euro an Umsatz-, Gewerbe-, Einkommenssteuer und Alkoholabgaben hinterzogen zu haben.
Während sich beide Männer schuldig bekannten, plädierte die Frau auf „nicht schuldig“.
Sie sei von ihrem Ehemann als handelsrechtliche Geschäftsführerin vorgeschoben worden, weil dieser bereits zuvor mit seiner GmbH Erfahrung mit dem Insolvenzgericht gemacht hatte und daher handelsrechtlich nicht in Erscheinung treten konnte.

Nur 53 Prozent der
Umsätze deklariert
Aufgeflogen ist die Sache bereits im Jahr 1993. Anlässlich einer Betriebsprüfung wurden damals bei Hausdurchsuchungen Unterlagen beschlagnahmt, wonach nur 53 Prozent der tatsächlichen Umsätze in den Steuererklärungen „ihren Niederschlag fanden“.
Dann ermittelte die Finanzbehörde - sie ermittelte und ermittelte: volle 17 Jahre lang! Das Ergebnis führte am 7. 9. 2010 zur Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft Korneuburg.
Mildes Urteil
Das Urteil fiel angesichts des stolzen Betrages der hinterzogenen Abgaben mehr als milde aus: 252.000 bzw. 180.000 Euro Geldstrafe für die beiden Männer, für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Die „Strohfrau“ erntete einen Freispruch. Die Angeklagten nahmen das Urteil sofort an. Der Vertreter der Finanz und der Staatsanwalt wollen noch grübeln. Vorsicht, Finanz: Die Frist beträgt diesmal nur drei Tage!

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