Im Bezirk Korneuburg gibt es über 13.000 Waffen

Erbstück Waffe. In einigen Haushalten werden Waffen, welche bei Umbauten oder Räumungen gefunden wurden, aufbewahrt.
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  • hochgeladen von Sandra Schütz

BEZIRK KORNEUBURG. Insgesamt gibt es mittlerweile über 285.000 Pistolen, Gewehre und Flinten im Land. Der Trend: steigend. Doch warum bewaffnen sich immer mehr Menschen in unserem vermeintlich sicheren Land? Die BEZIRKSBLÄTTER haben Waffenbesitzer gefragt.

Vier Waffen-Kategorien

13.274 Waffen unterschiedlicher Kategorien sind alleine im Bezirk Korneuburg registriert. Die Klassifizierung unterscheidet Waffen in: Kategorie A verbotene Schusswaffen (zum Beispiel Pumpgun und Kriegsmaterial), Kategorie B Faustfeuerwaffen (zum Beispiel Revolver, Pistolen und halbautomatische Schusswaffen), Kategorie C Büchsen und Kategorie D Flinten.
Im Bezirk Korneuburg sind mit 7.371 Waffen der Kategorie B und C zwar am meisten klassische Jagdwaffen erfasst, dass aber auch 5.781 Faustfeuerwaffen und halbautomatische Schusswaffen erfasst sind zeugt von einem ziemlich hohen Bewaffnungsstand.

Unregistriertes Erbe

Neben den registrierten Waffen sind in vermutlich gar nicht so wenigen Haushalten auch noch Waffen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit zu finden. "Viele Waffen, im speziellen Faustfeuerwaffen, welche von Soldaten zurückgelassen wurden oder auch erst später in den Feldern und Wäldern gefunden wurden, blieben im Besitz der Finder, was zwar auch damals schon illegal war aber in der Nachkriegszeit kaum geahndet wurde", berichtet ein 90-jähriger Landwirt, welcher namentlich auf keinen Fall genannt werden will. Viele dieser Waffen wurden erst viel später bei Umbauten oder Räumungen durch Erben wieder entdeckt. Um sich behördliche "Scherereien" zu ersparen wird der Fund geheim gehalten und die Waffe als vermeintliches Sammlerstück oder Andenken behalten.
Revolver und vor allem Pistolen werden in erster Linie von sicherheitsrelevanten Berufsgruppen angemeldet und die Steigerung der Beschäftigtenzahlen bei Sicherheitsdiensten ist mit ein Grund für steigende Waffenregistrierungen. Der vielzitierte Waffenkauf aus Angst ist bei uns nicht wirklich nachvollziehbar, wie ein hoher Polizeibeamter versichert.

"Waffe" Luftdruckgewehr

In vielen Haushalten finden sich Luftdruckgewehre als Sportwaffe. In Österreich sind Luftgewehre mit einem Kaliber kleiner als 6 mm von der Meldepflicht ausgenommen und ab 18 Jahren frei erwerbbar. Luftgewehre mit einem Kaliber von mindestens 6 mm sind Waffen der Kategorie C (Langwaffe mit gezogenem Lauf die nicht halb- oder vollautomatisch funktioniert) und sind somit meldepflichtig. Das heißt, sie sind ab 18 Jahren erwerbbar, allerdings muss eine Meldung bei einem Büchsenmacher beziehungsweise Waffenhändler erfolgen. Schießen mit Luftgewehren ist auf eigenen Gelände möglich, sofern gewährleistet ist, dass kein Projektil das Grundstück verlässt.

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