Noch mehr Gift-Wasser in die Donau

Im Rahmen eines Forschungsauftrages soll Andreas Loibner (2.v.li) nun auch Tests an Humanzelllinien durchführen.
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  • hochgeladen von Sandra Schütz

KORNEUBURG (sz). Rund vier km2 ist das mit Pestiziden verunreinigte Grundwasserfeld groß. Etwa eine Million Kubikmeter Wasser gilt es zu reinigen. Laut dem Leiter des Sanierungsteams, Werner Wruss, konnten bisher etwa fünf Kilogramm Clopyralid aus dem Grundwasser entfernt werden. Bis zu 60 kg könnten noch in den Tiefen schlummern. "Wenn Ende April ein weiterer Brunnen-Hotspot in Betrieb geht, könnten wir monatlich etwa ein Kilo Clopyralid aus dem Grundwasser entfernen", erklärt Wruss.

Donaueinleitung wird erhöht

Aufhorchen lässt jedoch, dass jene, bei Umweltorganisationen sehr umstrittene Maßnahme, nämlich die Einleitung des verunreinigten Wassers in die Donau, nun noch ausgeweitet werden soll. Plätschern momentan 25 Liter pro Sekunde in das Fließgewässer, so soll diese Menge demnächst auf 60 Liter pro Sekunde erhöht werden. Damit fließen täglich rund zehn Gramm an Pestiziden in die Donau, etwa zweieinhalb mal so viel wie bisher.
"Ich bin nicht glücklich über die Lösung", gesteht Werner Wruss, sie sei jedoch notwendig, um eine Kontamination des Langenzersdorfer Grundwassers zu vermeiden. Eine Filterung des Wassers vor dem Einleiten in die Donau lehnte Wruss strikt ab. "Wir werden das Wasser nicht auf Trinkwasserqualität reinigen, um es dann in die Donau zu leiten."

Forschungsauftrag für die BOKU

Weiß man bis dato wenig über die mikrobiologischen Abbauprozesse der Pestizide im Grundwasser, so soll dies nun Andreas Loibner von der BOKU Wien mit seinem Team am Institut für Umweltbiologie in Tulln untersuchen. "Wir werden einerseits chemisch nach den Stoffen im Grundwasser suchen. Andererseits werden wir die Wirkung des Grundwasser testen sowie erforschen, welche Abbauprodukte sich im Wasser befinden, wie giftig diese sind", erklärt Loibner.
Auch Tests an Humanzelllinien sollen durchgeführt werden. Damit will man etwa wachstumshemmende, hormonelle oder krebserregende Wirkungen der Pestizide testen.

Erneuter Gießversuch

Die BH Korneuburg hat auch einen erneuten Gießversuch bei der AGES in Auftrag gegeben. Das Ergebnis steht zwar noch aus, aber fest steht schon jetzt: Obst und Gemüse soll man auf keinen Fall mit dem kontaminierten Grundwasser gießen. Ob Rasen damit gewässert werden darf, darüber scheiden sich die Geister. Sagt die BH ja, so warnt Global 2000 davor. "Thiametoxam ist eines der schlimmsten Gifte, die für das Bienensterben verantwortlich ist", erklärt Umweltchemiker Helmut Burtscher.

Autor:

Sandra Schütz aus Korneuburg

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