Treibjagd
Saison für Jäger und Treiber – auch im Bezirk Korneuburg

<f>Die Teilnehmer an einer Treibjagd </f>sind gut an ihren Signalwesten in leuchtendem Orange zu erkennen.
  • <f>Die Teilnehmer an einer Treibjagd </f>sind gut an ihren Signalwesten in leuchtendem Orange zu erkennen.
  • Foto: Archiv/Bezirksblätter
  • hochgeladen von Sandra Schütz

Im Bezirk Korneuburg werden heutzutage nur (mehr) wenige Treibjagden durchgeführt.

BEZIRK KORNEUBURG. Für die einen sind sie Inbegriff der Schießwut, für die anderen sind sie Tradition und natürliche Bewirtschaftung des Wildbestandes. Die Zeit der Treibjagden ist angebrochen – und das Thema polarisiert die Bevölkerung.
"Man darf sich das auf keinen Fall so vorstellen, dass da Wahnsinnige wie wild durch den Wald jagen und auf alles schießen, was ihnen vor die Nase kommt", ist es Bezirksjägermeister Andreas Arbesser wichtig, gleich zu Beginn zu erwähnen. Zwar arbeiten Jäger und Treiber bei der Treibjagd Hand in Hand, "auf zehn Jäger kommen aber vielleicht zwei Treiber. Deren Aufgabe ist es in erster Linie, die Jäger bei der Jagd zu unterstützen sowie das erlegte Wild zu transportieren."

Hase, Fasan, Sau

Dass die Treibjagd an sich nicht immer einen guten Ruf in der nicht jagenden Bevölkerung hat, ist Arbesser sehr wohl bewusst. "Im Bezirk bemühen wir uns immer, die Jagd so verantwortungsvoll wie nur möglich durchzuführen. Außerdem gibt es die großen Treibjagden bei uns seit Jahren nicht mehr." So ist es in erster Linie das Niederwild, wie Hase oder Fasan, aber auch im Spätherbst und Winter vermehrt Wildschweine, deren Bestand die Jäger durch die Jagden "gesund" halten wollen.
Die großen Treibjagden sind eher in den Bezirken Holla-brunn und Mistelbach zu finden. Im Wiener Speckgürtel, wie etwa Bisamberg, Hagenbrunn oder Lagenzersdorf, werden sie kaum oder gar nicht mehr durchgeführt. Zudem fehle den Bewohnern städtisch geprägter Regionen das Verständnis für derartige Jagden. "Je mehr man aufs Land hinaus kommt, etwa in der Region Oberrußbach, wo es auch viel Landwirtschaft und Weinbau gibt, wächst das Verständnis", erklärt Arbesser.

Verschiedene Interessen

Es ist ein schmaler Grad, auf dem die Weidmänner zwischen Akzeptanz und Ablehnung wandeln. Auch in der Bevölkerung selbst gehen die Meinungen auseinander oder wandeln sich, je nach den persönlichen Interessen. Der Bezirksjägermeister bringt es treffend auf den Punkt: "Zuerst ist es das liebe Bambi, dem man nichts zu leide tun darf. Wenn es dann aber den Landwirten oder auch den Besitzern von Privatgärten alles zerfrisst und zerstört, schaut es schon wieder anders aus."
Der Bezirk Korneuburg wird, wie es Bezirksjägermeister Arbesser ausdrückt, sehr "vorsichtig bejagd". Zudem stünden Jäger und ihr Verhalten während der Jagd immer mehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit, wodurch ein inkorrektes Verhalten gar nicht mehr möglich wäre.

Bezirksjägermeister Andreas Arbesser im Interview

BEZIRKSBLÄTTER:Was ist eine Treibjagd?
ANDREAS ARBESSER: Das ist eine Jagd, an der mindestens zehn Personen beteiligt sind. Dazu zählen Jäger und Treiber. Letztere unterstützen die Jäger bei der Durchführung des Jagdbetriebes.

Was muss im Vorfeld einer Treibjagd berücksichtigt werden?
Genauer Termin und Ort sollten der örtlichen Polizei gemeldet werden. Entsprechende Hinweistafeln müssen aufgestellt werden, um an der Jagd unbeteiligte Personen zu warnen. Die Teilnehmer müssen orangene Signalwesten tragen und der Jagdleiter muss genau vorgeben, in welche Richtung getrieben bzw. geschossen wird.

Wer darf an einer Treibjagd teilnehmen?
Teilnehmen sollte nur jemand, der Erfahrung im Schießen hat und eine gültige Jagdkarte besitzt.

Gibt es ein Risiko?
Ein gewisses Restrisiko gibt es immer, wie überall anders auch. Führt man die Jagd jedoch verantwortungsvoll durch, sollte nichts passieren.

Und wenn doch Unbeteiligte in das gesperrte Gebiet kommen?
Dann muss die Jagd natürlich sofort unterbrochen werden. Dafür gibt es ein eigenes Signal, durch das alle Teilnehmer sofort verständigt werden.

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