Schächten im Bezirk Korneuburg
Tierschutzverein demonstriert vor Bezirkshauptmannschaft

Schlachtungen ohne Betäubung: Tierschützer des VGT und des Verein RespekTiere demonstrierten vor der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg.
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  • Schlachtungen ohne Betäubung: Tierschützer des VGT und des Verein RespekTiere demonstrierten vor der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg.
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Verein gegen Tierfabriken (VGT) ortet Versagen bei Schächt-Kontrollen und demonstriert vor der Behörde.

Sollte das Schächten – Schlachten ohne vorherige Betäubung – verboten werden?

BEZIRK KORNEUBURG.  "Schafe werden an den Ohren und Beinen geschleift, brutal auf den Boden geworfen und niedergedrückt. Ihr Hals wird gestreckt – ein Schlachthofmitarbeiter beginnt, an der Kehle herumzuschneiden. Erst nach mehrmaligem Hin- und Hersäbeln beginnen die Tiere stark zu bluten. Eine Betäubung erfolgt nicht. Qualvoll sterben die Schafe bei vollem Bewusstsein am Blutverlust", diese Umstände, die der Verein gegen Tierfabriken (VGT) in einem Schlachthof im Bezirk Korneuburg beobachtet und per Videoaufnahmen festgehalten hat, erhitzen die Gemüter. Von einem Schächt-Skandal ist die Rede, zudem kritisiert man das Fehlen behördlicher Aufsichtsorgane, etwa eines Amtstierarztes. Außerdem sei, so David Richter vom VGT, die erlaubte Zahl an zu schlachtenden Tieren weit überschritten worden. Man hätte sie tagelang bei nicht tragbaren Bedingungen in einem finsteren Stall dahinvegetieren lassen.

Proteste in Korneuburg

Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, demonstrieren die Tierschützer kürzlich vor der Bezirkshauptmannschaft in Korneuburg. "Wenn die ohnehin schlechten Tierschutzbedingungen noch dazu nicht kontrolliert werden, dann ist der Skandal perfekt", erklärt Richter die Protestaktion.
Im Rahmen des muslimischen Kurbanfestes fanden am 20. und 21. Juli behördlich gemeldete und genehmigte rituelle Schlachtungen – sogenannte Schächtungen – statt. Dabei erfolgt die Betäubung erst nach dem Kehlschnitt, laut Gesetzt muss sie aber unmittelbar danach passieren. "Weiters ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass bei jeder einzelnen Tötung eine tierärztliche Kontrolle stattfinden muss", sagt Richter. Das Fehlen eben solcher kritisiert nun die Organisation.

Die Tiere seien tagelang in finsteren Ställen dahinvegetiert.
  • Die Tiere seien tagelang in finsteren Ställen dahinvegetiert.
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Behörde weist Kritik zurück

Der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg sei der aufgezeigte Fall bekannt. Ja, für das Schlachten ohne Betäubung vor dem Blutentzug habe es, nach ausführlicher und genauer Prüfung sowie unter Beachtung der Judikatur des Verfassungsgerichtshofes eine Bewilligung gegeben. Die Kritik, man habe nicht ausreichend kontrolliert und somit untragbare Zustände gebilligt, weist man strikt zurück. So sei für die Dauer der Schlachtungen ein amtlicher Tierarzt zur Überwachung anwesend gewesen. Dieser ist aber nicht ident mit dem Amtstierarzt der Behörde. "Eine durchgehende Kontrolle durch Amtstierärzte ist gesetzlich nicht vorgeschrieben", teilt die BH in einer Stellungnahme mit.
"Nach Bekanntwerden von Verdachtsmomenten hat die Amtstierärztin noch am gleichen Tag eine Kontrolle durchgeführt und eine Sperre veranlasst", hält Bezirkshauptfrau Waltraud Müllner-Toifl fest. Und sie fügt hinzu: "Außerdem hat die BH Korneuburg umgehend den Sachverhalt bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Alle bekannten Vorwürfe und ob der amtliche Tierarzt durchgehend vor Ort war, ist nun Gegenstand der strafrechtlichen und behördlichen Ermittlungen, die noch im Laufen sind." Und Müllner-Toifl versichert, die Behörde sei ihrer Kontrollpflicht nachgekommen.

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