ABC-Abwehrzentrum Korneuburg
Vorbereitung abgeschlossen – Katastrophenhilfseinsatz in Beirut "eingestellt"

Retten und Bergen – eine der vielen Kompetenzen des ABC-Abwehrzentrums.
  • Retten und Bergen – eine der vielen Kompetenzen des ABC-Abwehrzentrums.
  • Foto: ABC-Abwehrzentrum (Symbolfoto)
  • hochgeladen von Sandra Schütz

UPDATE: Gegen 21 Uhr waren die Vorbereitungsmaßnahmen abgeschlossen, der Einsatz ist eingestellt. "Seitens des Libanons wurde nun doch kein Bedarf gemeldet", erklärt Robert Hartl vom ABC-Abwehrzentrum.
Sollte sich die Situation ändern, werden die Bezirksblätter selbstverständlich wieder berichten.

Retten, Bergen oder die Dekontamination nach chemischen Unfällen – die Soldaten des ABC-Abwehrzentrums in Korneuburg sind speziell ausgebildet und somit Experten, wenn es um Katastrophenhilfseinsätze geht. Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut, wird nun ein möglicher Hilfseinsatz im Libanon geprüft und vorbereitet.

BEZIRK | STADT KORNEUBURG. "Wir wurden vom Kommando Streitkräfte in Graz, dem wir unterstellt sind, angefordert. Jetzt wird ein möglicher Einsatz geprüft und vorbereitet. Werden wir von den Streitkräften entsandt, geht es im Rahmen der AFDRU (Austrian Forces Disaster Relief Unit) los", erklärt Robert Hartl, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im ABC-Abwehrzentrum.

Im Einsatz auf der ganzen Welt

Das Retten und Bergen von verschütteten Personen in Risikogebieten, besonders wenn es sich um kontaminierte Gebiete nach chemischen Explosionen und Unfällen handelt, sowie das Aufbereiten von Trinkwasser und vieles mehr – all das macht das ABC Abwehrzentrum zu einem gefragten Partner bei Hilfseinsätzen auf der ganzen Welt.
So waren die Korneuburger Soldaten etwa auch bei der Tsunami-Katastrophe 2004 in Thailand im Einsatz, kümmerten sich nach dem gewaltigen Erdbeben 2005 in Pakistan um die Wasseraufbereitung und sorgten 2011, nach dem Reaktorunfall im Atomkraftwerk in Fukushima, für "strahlenfreie" Heimreise und genaue Kontrollen an den Flughäfen in Wien Schwechat und vor Ort in Tokio. Zuletzt machte die Experten-Truppe rund um Kommandant Jürgen Schlechter im Rahmen zahlreicher Corona-Einsätze von sich reden.

Bereits über 100 Tote, 250.000 ohne Wohnung

Jetzt ist das Know-how aus Korneuburg in Beirut gefragt, wo erst kürzlich 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat detoniert sind und Zerstörung verheerenden Ausmaßes angerichtet haben. Medialen Berichten zur Folge, soll die Chemikalie, die zur Herstellung von Sprengstoff und Düngemittel verwendet wird, bereits mehrere Jahre ungesichert in einer Halle im Hafen gelagert worden sein. Man vermutet, hohe Temperaturen haben die Explosion verursacht.
Aktuell gibt es bereits über 100 Tote, mehr als 4.000 Verletzte und über 250.000 Menschen haben durch die Wucht der Explosion ihre Wohnungen verloren.

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