Aus dem EU-Parlament
Karin Kadenbach: "Glyphosat verbieten!"

EU-Abgeordnete Karin Kadenbach ist überzeugt: "Interessen der Industrie dürfen nie Vorrang vor der Gesund der Menschen haben."
  • EU-Abgeordnete Karin Kadenbach ist überzeugt: "Interessen der Industrie dürfen nie Vorrang vor der Gesund der Menschen haben."
  • Foto: Kadenbach
  • hochgeladen von Sandra Schütz

Diese Woche hat das EU-Parlament in Straßburg den Abschlussbericht des PEST-Sonderausschusses verabschiedet.

EU | BEZIRK KORNEUBURG. Darin werden Vorschläge für ein neues Zulassungsverfahren für Pestizide in der EU gemacht. "Die Verlängerung der Zulassung des Pflanzengiftes Glyphosat war ein schwerer Fehler. Das hat uns auch deutlich vor Augen geführt, wie viele Mängel die Zulassungs- und Prüfverfahren der EU in diesem Bereich aufweisen", hält Karin Kadenbach, agrar- und umweltpolitische Spr4echerin der SPÖ-Europaabgeordneten, fest. "Mit diesem Bericht stellt das EU-Parlament unmissverständlich klar, welche Kriterien in Zukunft unbedingt erfüllt werden müssen. Wir wollen ein transparentes Verfahren auf Basis guter wissenschaftlicher Praxis und ausreichend finanzielle Mittel für die zuständigen Stellen, um sich auch selbstständig Expertise verschaffen zu können." Und Kadenbach ist überzeugt, wäre das bereits umgesetzt, hätte Glyphosat im Jahr 2017 vermutlich keine erneute Zulassung erhalten. "Um den Ergebnissen des Sonderausschusses Rechnung zu tragen, wäre ein sofortiges Verbot angebracht.

Gesundheit der Bürger steht an erster Stelle

Bis zur letzten Sekunde soll die Lobby rund um Monsanto Druck gemacht haben, um den Abschlussbericht zu verwässern, wie Kadenbach erzählt. "Aber das EU-Parlament hat auch schon bei der Abstimmung zum neuen Lebensmittelrecht im letzten Dezember klargemacht, dass uns die Gesundheit der Bürger wichtiger ist, als die Aktienkurse der Agrar-Chemie-Konzerte."
Den Vorschlägen des Europäischen Rechnungshofes, bei der Prüfung und Zulassung enger mit der Industrie zusammenzuarbeiten, erteilt die SPÖ-Abgeordnete aus Großmugl eine klare Absage: "Ob bei der Zulassung von Pestiziden oder von Zusatzstoffen in unseren Lebensmitteln, die Prüfung der Gesundheits- und Umweltschäden muss öffentlich organisiert werden. Was passiert, wenn Prüfstellen zu eng mit Herstellern kooperieren, hat das Beispiel Glyphosat deutlich gezeigt. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung hat bei der Abschätzung der Gesundheitsfolgen einfach aus Studien und Anträgen der Konzerne abgeschrieben."

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