Mehrweg statt Einweg
Langenzersdorf soll "plastikfrei" werden

"Ich liebe plastikfrei", sagen Kerstin Suchan-Mayr und Wolfgang Motz. Langenzersdorf soll nun dem Beispiel St. Valentins folgen.
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Langenzersdorf soll zur plastikfreien Gemeinde werden, wünscht und fordert SPÖ-Vorsitzender Wolfgang Motz. Ideen holte er sich bei Kerstin Suchan-Mayr, Bürgermeisterin von St. Valentin und Landtagsabgeordnete, die dies in ihrer eigenen Gemeinde schon seit September 2018 umsetzt.

BEZIRK KORNEUBURG | LANGENZERSDORF. Rund eine Milliarde Plastiksackerl werden jährlich produziert und verwendet, das sind rund 2.000 Sackerl pro Minute. Neun von zehn werden nur einem benutzt, dann wandern sie in den Müll. "Wenn man bedenkt, dass Plastik eine Abbauzeit von 450 Jahren hat, ein richtiger Supergau", ist Wolfgang Motz, SPÖ-Vorsitzender von Langenzersdorf, überzeugt. Daher will er nun, dem Beispiel St. Valentins folgend, die Hanakgemeinde zur plastikfreien Zone machen.
Dass nun auch die Regierung das Problem Plastikverpackung erkannt hat, begrüßt Motz. Ein Verbot von oben würde jedoch, so seine Meinung, nicht zu einer nachhaltigen Veränderung beitragen. "Wenn wir schon auf Gemeindeebene Bewusstsein schaffen, können wir viel mehr erreichen."

Resolution gegen Einweg-Plastik

Die Gemeinde St. Valentin aus dem Bezirk Amstetten samt Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr ist es, die Motz als Vorbild und Wegweiser beschreibt. Dort wurde nämlich bereits im September 2018 die Resolution "Plastikfreie Gemeinde" beschlossen. So will man dort die Einwegtragetaschen verbannen, hat eine Stoffsackerl-Sammelbox aufgestellt. "Dort werden die Sackerl gesammelt, geschwaschen und dann wieder an die Unternehmer ausgeteilt", erklärt Suchan-Mayr. Die Gemeinde versucht zudem, Alternativen zu Plastikprodukten aufzuzeigen, hat einen Leitfaden für "plastikfreie Feste" erarbeitet, Unternehmen animiert, auf Plastikverpackungen und -sackerl zu verzichten und vieles mehr.

Langenzersdorf als Vorbildgemeinde

"Langenzersdorf soll die erste Gemeinde im Bezirk Korneuburg sein, die ebenso diesen Weg geht, zumal wir ja auch Klimabündnis-Gemeinde sind", wünscht sich Wolfgang Motz. Entsprechende Ideen will er nun in die zuständigen Gemeindegremien einbringen. "Bereits vor sieben Jahren haben Bürgermeister und Co. Bio-Sackerl, etwa für den Wochenmarkt, präsentiert. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Mein Weihnachtskarpfen wurde in Plastik verpackt. Auch bei Festen könnte man etwa auf Mehrweg-Becher umsteigen."
Dass Langenzersdorf nicht von heute auf morgen "plastikfrei" werden kann, ist Motz bewusst. "Wenn aber die Gemeinde selbst bei Veranstaltungen und Ähnlichem auf Plastik verzichtet, ist schon einmal ein Schritt getan. Zudem könnte man die Bevölkerung zu einem Ideenwettbewerb animieren und auch Vereine für das Thema sensibilisieren", so Motz. Und er verspricht: "Bei der Gemeinderatswahl 2020 wird die SPÖ in Langenzersdorf auf Wahlwerbeartikel aus Plastik komplett verzichten." Zugleich fordert er auch die anderen Parteien der Hanakgemeinde dazu auf, sich zu einer plastikfreien Wahlwerbung zu verpflichten.

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