Rußbach steigt aus bei ISTmobil

Kaum sichtbar: Einige ISTmobil-Tafeln wurden ziemlich lieblos montiert.
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  • hochgeladen von Sandra Schütz

RUSSBACH. Wenn Vertragspartner und betroffene Bürger ausschließlich durch einen Zeitungsartikel über einen wichtigen Gemeinderatsbeschluss, wie der Ausstieg aus einem Dreijahresvertrag schon nach einem Jahr einer ist, erfahren, ist diese Vorgehensweise auf alle Fälle hinterfragenswert. Das meinen zumindest viele Bürger und vor allem politische und wirtschaftliche (Vertrags)Partner der Gemeinde Rußbach.
Bürgermeister Hermann Pöschl war, eigenen Angaben zufolge, gegen den, angeblich von einigen Gemeinderäten vorgeschlagenen und einstimmig beschlossenen, vorzeitigen Ausstieg aus dem ISTmobil-Vertrag. "Ich wollte noch ein Jahr weitermachen, zumindest so lange die Gemeindeärztin nur mehr in Stetteldorf ordinieren kann. Da hätte es mit ISTmobil sicher eine Ausnahmegenehmigung geben können."

Mangelnde Informationen


Zu kritisieren ist aber auch, dass Pöschl offensichtlich davon ausgeht, dass das ÖVP-Informationsblatt "Rußbach aktuell" von den Bürgern intensiver oder mehr gelesen wird, als die parteiunabhängigen Rußbacher Gemeindenachrichten. Wie sonst wäre zu erklären, dass wichtige Änderungen im ISTmobil-Angebot nur im Parteiblatt veröffentlicht wurden? Abgesehen davon, dass in der Parteipublikation auch angekündigt wurde, dass Fahrten zur Gemeindeärztin in Stetteldorf möglich wären. Diese Info war zu dieser Zeit schlicht und einfach falsch. Die Tatsache aber, dass alle Fahrten im gesamten Gemeindegebiet und nach Großweikersdorf nur mehr vier Euro kosten, hätte sicher eine intensivere Bewerbung verdient.
Zudem erklärt ISTmobil-Projektleiterin Doris Hahn auf Anfrage, dass bis dato (Montag, 18. Jänner) keinerlei Information über den Gemeinderatsbeschluss von Seiten Rußbachs an ISTmobil erfolgt sei. Die Frage, ob man so mit Vertragspartner umgeht, stellt sich nicht nur Doris Hahn.

Gut Ding braucht Weile


Dass so ein Projekt nicht nach einigen Monaten oder auch nach einem Jahr positiv bilanzieren kann, war eigentlich allen Beteiligten von Haus aus klar. "Für uns ist dieses Mobilitätsangebot ein ganz wichtiger Faktor in Sachen Bürgerservice", erklärt zum Beispiel Ernstbrunns Bürgermeister Horst Gangl. Das Ausstiegsargument der Gemeinde Rußbach, dass die Randlage ein großes Problem sei, teilt Gangl nicht. "Gerade als Randgemeinde, wie auch Ernstbrunn eine ist, ist es wichtig, ein leistbares und vor allem individuelles sowie bezirksweites Fahrangebot zu unterstützen."
Wie auch immer dieser einstimmige Gemeinderatsbeschluss zustande gekommen sein mag, ein Dienst an, vor allem älteren oder gebrechlichen Bürgern, ist er keinesfalls. Und dass die Vertragszuverlässigkeit der Gemeinde Rußbach in Zukunft in Frage gestellt werden könnte, ist auch nicht von der Hand zu weisen.

Autor:

Friedrich Doppelmair aus Korneuburg

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