Vierter Autobahnanschluss ist in Planung

„Zuerst 2011 ein Verkehrsplanungskonzept erstellen und dann Gespräche über einen dritten Autobahnanschluss - das war ausgemacht, jetzt schaut es so aus, als sollte die Auf- und Abfahrt Mitte auf alle Fälle gebaut werden“, erklärt Elisabeth Kerschbaum von den Grünen.

KORNEUBURG (fd). Dieses Jahr hätte nach Plan eigentlich die Sanierung und Erweiterung des Bahnhofes begonnen werden sollen. Dass sich die Verhandlungen mit der ÖBB als sehr schwierig erweisen, ist Elisabeth Kerschbaum schon klar. Und dass die Stadtverwaltung die Kosten an diesen Umbauten für die Stadt so niedrig wie möglich halten will, ist für sie auch legitim und nachvollziehbar. Dass aber zu gleicher Zeit offensichtlich eine vierte Autobahnabfahrt favorisiert beziehungsweise in Planung gegeben wird, erfüllt sie mit Zorn und Entsetzen. „Für einen dieser Stadt halbwegs angemessenen Bahnhof ist kein Geld da, aber drei Millionen Euro (die geschätzte Summe des Kostenanteiles für die Stadt) für eine unnötige Abfahrt A22-Mitte sind anscheinend kein Problem“, ärgert sich nicht nur Kerschbaum. „Und wenn ich dann noch hören muss, dass es einen Stadtpolitiker gibt, der sagt, dass wenn sich finanziell beides nicht ausgeht, wir den Bahnhof eben lassen wie er ist, dann kann ich wirklich nur noch entsetzt den Kopf schütteln.“

80 Prozent Auspendler
Über 80% der Korneuburger Berufstätigen sind Auspendler. Davon fahren laut Pendlerstudie über 90% mit der Bahn. In dieser Studie wird der Korneuburger Bahnhof auch als einer der schlechtesten seiner Größenordnung niederösterreichweit genannt. „Statt die Pendler durch angemessenes Service statt des Autofahrens zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu animieren, wird genau das Gegenteil praktiziert“, meint Amrita Enzinger, Grüne-Abgeordnete zum Landtag. „Speziell der Bezirk Korneuburg hat seit Jahren den größten Zuzug, speziell aus Wien. Ein weiteres Ansteigen der Berufspendler von Korneuburg nach Wien ist auch in den nächsten Jahren zu erwarten. Den Bahnhof und das unmittelbare Umland diesen Anforderungen anzupassen, ist mehr als überfällig und allemal wichtiger als ein dritter Autobahnanschluss auf so kurze Distanz.“

Planung ist jetzt notwendig
Bürgermeister Christian Gepp versteht die Aufregung der Grünen nicht. „Dass der zusätzliche Autobahnanschluss finanziell auf Kosten der Bahnhofsrenovierung durchgezogen werden soll, ist schlicht und einfach falsch. Natürlich hat der Bahnhof absolute Priorität. Die Verhandlungen mit der ÖBB sind aber sehr kompliziert und brauchen ihre Zeit. In Bezug auf die Planungsarbeiten zum Autobahnanschluss Mitte kann ich nur sagen, dass diese der Stadt kein Geld kosten, da diese von der ASFINAG betrieben werden. Meine Zusage, dass sich die Stadtverwaltung erst nach Erstellung eines Verkehrsplanungskonzeptes für oder gegen einen weiteren Autobahnanschluss entscheiden wird, bleibt natürlich aufrecht. Das kann aber kein Hindernis für vorausschauende Planung sein. Genau das Gegenteil ist nötig. Um eine vernünftige Entscheidung treffen zu können, ist es unbedingt nötig, alle Eventualitäten im Vorfeld auszuloten.“ Die von den Grünen genannte Summe des Kostenanteiles von drei Millionen Euro für die Stadt kann Gepp nicht nachvollziehen. „Es gibt noch nicht einmal ansatzweise eine Kostenaufstellung. Woher Frau Kerschbaum diese Summe nimmt, ist mir schleierhaft.“ Seiner Meinung nach ist es auch für das anstehende Verkehrsplanungskonzept wichtig, sich bereits jetzt mit den eventuell erforderlichen weiterführenden Straßenbaumaßnahmen auseinanderzusetzen, „das ist aber nur möglich, wenn Planungsmaterial und Kostenschätzungen vorliegen.“ Auf die Um- und Ausbaupläne des Bahnhofes sollen diese Planungen aber keinesfalls Einfluss haben. „Dass sich der Baubeginn verzögert, liegt alleine an der Problematik der Verhandlungen mit der ÖBB.“

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