Kläranlage rüstet für Zukunft
Vom stillen Örtchen bis in die Steckdose

Bürgermeister und politische Vertreter aus allen Verbandsgemeinden stellten sich zur Gleichenfeier ein.
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Korneuburger Kläranlage soll bald fit für 85.000 "Einwohner" sein. Bald wird auch selbst Strom erzeugt.

BEZIRK | STADT KORNEUBURG. "Endlich ist es nun geschafft, das Bauwerk enthält viel Menschenkraft", hieß es im Gleichenspruch, als man sich zu einer kleinen Feier in der Korneuburger Kläranlage einfand. Der Grund dafür: Der Rohbau des sogenannten Faulturmes ist fertig. Und während es sich die Festgäste und Arbeiter im künftigen Blockheizkraftwerk gemütlich machten, erklärte Geschäftsführer Kiril Atanasoff, wie die Korneuburger bald mit dem Betätigen der Klospülung quasi Strom erzeugen können.

Ein langer Weg

Es war vor gut zehn Jahren, als die Behörde ein Handeln einforderte – die Kläranlage war veraltet. Ab 2011 wurden notwendige Grundstücke gekauft, 2016 dann mit der ersten Ausbaustufe begonnen. Erst ab diesem Zeitpunkt durften auch aus behördlicher Sicht wieder zusätzliche Kanalanschlüsse errichtet werden. Ende 2017 wurde der provisorische Betrieb aufgenommen, ein Jahr später war die erste Ausbaustufe samt Klärbecken beendet.

Zukunftsweisend

Nun ist die zweite Ausbaustufe in Arbeit – der Faulturm. In diesem wird der Klärschlamm quasi zu Strom verarbeitet. "Der Schlamm hat im Turm keine Luft, so ändern die Mikroorganismen ihre Verdauung und beginnen Nährstoffe zu absorbieren und in Methan sowie CO₂ umzuwandeln", erklärt Atanasoff. Mit diesem "Biogas" wird dann im Blockheizkraftwerk Strom erzeugt, der rund 50 Prozent des gesamten Kläranlagenbedarfs abdecken soll.
Und noch einen Vorteil hat dieser Vorgang: Auch der Klärschlammabfall wird so reduziert – ein nicht unwesentlicher Kostenpunkt. Zudem werde die Geruchsbelastung nochmals reduziert, der Klärschlamm, der aus dem Faulturm kommt, riecht eher erdig.

Gerüstet für 25 Jahre

15,5 Millionen Euro werden in den Ausbau der Kläranlage investiert, die dann für 85.000 sogenannte Einwohnergleichwerte ausgerichtet sein wird. "Das bedeutet, wir schaffen eine Kapazität von bis zu 60.000 Einwohner sowie zahlreiche Betriebe in den Verbandsgemeinden Korneuburg, Leobendorf, Bisamberg, Hagenbrunn, Leitzersdorf und Spillern", erklärt Atanasoff. Das sollte für die nächsten 25 Jahre reichen, lacht der Geschäftsführer.

Zur Sache: Der Abwasserverband Korneuburg setzt sich aus den Mitgliedsgemeinden Korneuburg, Bisamberg (inkl. Klein-Engersdorf), Leobendorf (inkl. Ober- und Unterrohrbach sowie Tresdorf), Spillern, Hagenbrunn (Veiglberg und Flandorf) sowie Leitzersdorf (Kleinwilfersdorf) zusammen. Betreut werden rund 32 Kilometer Kanäle, das jährliche Budget beläuft sich auf 2,2 Millionen Euro.

Autor:

Sandra Schütz aus Korneuburg

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