30.11.2017, 10:40 Uhr

Bürgerinitiativen gegen Postzentren: Jetzt werden Kräfte vereint

Bürger aus vier Gemeinden Österreichs wollen nun ihren Kampf gegen die Post gemeinsam fortsetzen. (Foto: privat)

Bürgerinitiativen gegen Postzentren aus ganz Österreich schließen sich nun zusammen.

BEZIRK KORNEUBURG. Die Bürgerinitiative "Nein zum Logistikzentrum", die gegen das geplante Post-Paketzentrum an der Autobahnabfahrt Korneuburg Ost kämpft, ist längst nicht allein mit ihren Befürchtungen und Ängsten. Bürger aus vier Gemeinden Österreichs – Bisamberg (NÖ), Wernberg (Kärnten), Hall in Tirol und Weißkirchen (Oberösterreich) – wollen nun ihren Kampf gegen die Post und die von ihr verursachten Umweltbelastungen gemeinsam angehen.

Ähnliche Probleme

Das Paketzentrum in Langenzersdorf soll, so die Bürgerinitiative, an Größe, Lärm und Verkehrsaufkommen in Österreich nicht zu überbieten sein. Die nächsten Bewohner wohnen bereits in einem Umkreis von 14 Metern. Bereits seit Jahresbeginn kämpft man gegen die zu erwartenden Auswirkungen und Einschränkungen in Sachen Verkehr, Lärm, Licht und Staub.

"Wernberg in Kärnten ist seit Juni 2017 in Betrieb. Die nächsten Bewohner wohnen 300 Meter weit weg und messen in der Nacht im Schlafzimmer bis zu 60 Dezibel", erzählen Brigitte Etzelsdorfer und Nikolaus Kubiczek von der Bürgerinitiative. Der nächtliche Betriebslärm ließe die Bürger in Wernberg kaum schlafen.

Bereits seit 2007 steht das Postzentrum in Hall in Tirol. Seit damals gibt es Probleme mit dem nächtlichen Betriebslärm. Es wurden zwar Lärmschutzmaßnahmen gesetzt, aber diese haben bis heute nur bedingt Wirkung gezeigt.

In Weißkirchen sieht man, wie eine Nachbargemeinde an einem Postverteilerzentrum zu leiden hat. "Weißkirchen erstickt förmlich in zu- und abfahrenden Lkws des Verteilzentrums Allhaming. Viele der Frächter möchten sich die Autobahnmaut ersparen und nehmen eine Abkürzung durch das Ortsgebiet. Das bringt den Bewohnern schlaflose Nächte."

"Post macht, was sie will"

Die Post AG ist im Gegensatz zu anderen Betrieben aus der Gewerbeordnung und dem Arbeitszeitgesetz ausgenommen. Das bestätigen § 24 Abs. 2 des Postmarktgesetzes und § 15 Abs. 2 des Poststrukturgesetzes. "Die Post kann machen, was sie will", meint Kubiczek. "Nachdem die Gewerbeordnung und das Arbeitszeitgesetz keine Anwendung finden, muss sich die Post weder an die Auflagen der Betriebsanlagengenehmigung noch an die Arbeitszeitregelungen in der Gewerbeordnung halten. Und daher steht der Nachtarbeit nichts im Wege und Anrainer werden so um ihren Schlaf gebracht."
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