09.11.2016, 10:52 Uhr

Mit Sprachrohr zu neuen Ufern

Zwölf Burschen aus dem Flüchtlingshaus Ibrahim in Stockerau öffneten sich ihrer neuen Heimat mit großem Engagement. (Foto: privat)

Sozialprojekt "Sprachrohr" begleitet junge Asylsuchende in eine neue Welt – zum Ankommen.

STOCKERAU. Die heurige Stockerauer Festspiel-Sozialaktion Sprachrohr, die sich die Förderung und Finanzierung dolmetschgestützter, psychosozialer Angebote für Flüchtlinge in der Region zum Ziel gesetzt hatte, startete mit einem Pilotprojekt für unbegleitete minderjährige Fremde aus dem Haus Ibrahim. Zwölf Burschen nahmen dem kulturell-integrativen, psychosozialen Gruppenangebot "Über-setzen" teil.
Übersetzen bedeutet hier nicht nur Dolmetschen, sondern auch Umwandeln oder zu neuen Ufern aufbrechen. Diese Aufbrüche und auch das Ankommen stellen für junge Menschen, gleich ob mit oder ohne Migrationshintergrund, oft eine große Herausforderung dar.

Große Offenheit


Daher wurde ein spezielles Gruppenangebot angedacht, das pädagogische Intervention, Beratung, Kommunikationstraining und therapeutische Hilfe vereinte. Im Rahmen von fünf Nachmittagen wurde dieses Projekt von zwei professionellen Begleitern auf Basis ihrer beruflichen Ausbildung und Praxiserfahrung in den Arbeitsfeldern Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Beratung und Psychotherapie durchgeführt.
Die Begleitung durch Zoreh Pahlavani und Toni Smolka brachte zusätzlich den Vorteil einer sowohl österreichischen als auch migrationsspezifisch iranischen Herkunft. Dadurch wurde die klassische Dolmetscharbeit zum Teil überflüssig gemacht und zusätzlich wichtige Kenntnisse über mentalitätsbedingte "Stolpersteine" eingebracht.
Mit dem vorliegenden Frau-Mann-Geschlechterverhältnis bot sich weiters auch die Möglichkeit an, Rollenbilder und Rollenverhältnisse für die Burschen zur Verfügung zu stellen und persönliche Identifikationsprozesse therapeutisch zu nutzen. Die Burschen ließen sich auf die angebotenen Gruppenaufgaben mit großer Offenheit ein und arbeiteten mit hoher Motivation und Freude an den entstehenden Themen.

Abschlussfeier

Den Abschluss des Projektes bildete eine kleine Feier. Hier wurden von seitens des Vereins vor.allem.mensch.punkt! ganz offiziell Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme an die Burschen überreicht und Grußworte des Festspielintendanten Zeno Stanek an die Beteiligten übermittelt. Nicht nur die Burschen, auch das ganze Betreuungsteam und die Initiatoren des Projektes freuten sich über diese integrationsfördernde Erfahrung und die gelungene Begegnung.
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