06.06.2017, 10:23 Uhr

"Steig ein!": Aber bitte konzentriert

Durstig und den Weg weiß man auch nicht – Lenken mit Händen mit Füßen ist nicht das Optimalste.

Ob essen, telefonieren oder sogar SMSen – bei einer Autofahrt kann den Lenker so einiges "ablenken".

180 Meter im Blindflug. Diese Strecke legt man zurück, wenn man auf der Autobahn bei 130 km/h für fünf Sekunden eine SMS oder WhatsApp liest.

Ablenkung am Steuer – also Telefonieren, Nachrichten schreiben sowie Essen und Trinken – ist der Grund für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle in Niederösterreich. Eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit beweist: Die Reaktionszeit sinkt deutlich. Wer etwa ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, reagiert genauso langsam wie ein alkoholisierter Fahrer mit 0,8 Promille Alkohol – so wiederum der Verkehrsclub Österreich.

Noch immer ist vor allem Telefonieren und SMSen am Steuer in den Köpfen vieler ein "Kavaliersdelikt": Täglich werden in NÖ 60 Lenker von der Polizei ertappt. Die Dunkelziffer ist freilich viel höher. Experten schätzen, dass nur jeder 2.500ste erwischt wird. Wenn, dann sind allerdings 50 Euro fällig.

Die Bezirksblätter haben sich im Bezirk Korneuburg umgehört, ob sich die Autofahrer der Gefahr bewusst sind.

"Geständnisse"

Sitzt man selbst am Steuer, ist man schnell abgelenkt. "Spielen oder laufen Kinder am Straßenrand, dann bin ich immer übervorsichtig. Ich konzentriere mich dann so auf sie, dass ich anderes leicht übersehen könnte", erzählt etwa Monika H.

Dass man für die Ablenkung aber auch selbst verantwortlich ist, weiß Herbert S. "Ich bin vielleicht nicht immer so aufmerksam, wie ich sein sollte", gesteht der Korneuburg und erzählt unter dem "Siegel der Verschwiegenheit": "Ich war einmal unterwegs, mit dem Pizzakarton in der einen, einem Stück Pizza in der anderen Hand, gelenkt hab ich mit den Knien – auf der Autobahn. Prompt hat mich die Polizei aufgehalten." Strafe gab es keine, aber eine sehr eindringliche Ermahnung.

Kopf unter Deck

Auch Elisabeth K. weiß von einem Erlebnis zu berichten: "Ich war mit meinen Kindern im Auto unterwegs, die Kleinste gerade eineinhalb Jahre alt. Sie fing auf einmal an zu schreien, verlangte ihr Fläschchen. Ich also mit dem Kopf hinunter zur Tasche, Flasche, Milchpulver und Wasser balanciert. Dass uns da nichts passiert ist, ist eigentlich ein Wunder."

Ablenkung schnell da

Ob Kindergeschrei, laute Musik oder ein wie ein Wasserfall quasselnder Beifahrer – abgelenkt ist man beim Autofahren schnell. Und da sind die Ablenker Nummer 1 noch gar nicht berücksichtigt, wie Telefonieren, Rauchen, Essen und Trinken. Die ganz Verrückten tippen während der Fahrt noch eine SMS, ziehen den Liedstrich nach oder legen neuen Lippenstift auf.

Wie auch immer man sich ablenken lässt – oder selbst ablenkt, man sollte immer eine Frage im Kopf haben: "Ist das wirklich so wichtig, dass ich mein Leben und das der anderen riskiere?"

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