29.01.2018, 00:00 Uhr

Vor 100 Jahren – 1. Februar 1918

Vor 100 Jahren schrieb die Wochen-Zeitung für das Viertel unter dem Manhartsberge:

"Eisenbahner des Ruhestandes, Achtung! Eisenbahner des Ruhestandes sowie Witwen- und Waisen nach Eisenbahnbediensteten sind zufolge eines Erlasses des k.k. Eisenbahnministeriums berechtigt, freiwillig an dem Lebensmittelbezuge bei einer bahnseitigen Abgabestelle teilzunehmen. Die Lebensmittelabgabe beschränkt sich auf die bei der Abgabestelle rationierten Waren und hinsichtlich der Menge auf das für andere Gemeindeeinsassen festgesetzte Ausmaß. Zu diesem Zwecke ist eine sofortige Anmeldung bei der gewählten Abgabestelle erwünscht. Der Beginn bezw. der Verzicht für die bahnseitige Lebensmittelangabe erfordert eine mindestens halbmonatige, vorherige An- oder Abmeldung."

"Frühlingswetter. Ueberraschend hat sich in letzter Zeit ein Umschwung in der Witterung vollzogen, der den Monat Jänner, sonst vielleicht der kälteste im ganzen Jahre, fast vergessen ließ. Ein angenehmeres Wetter zu dieser Zeit konnte man sich nicht wünschen. Fast hatte es den Anschein, als sei der Frühling selbst im Anzuge. Die großen Schneemassen waren schnell hinweg; doch macht sich der Straßentot sehr unangenehm bemerkbar. Ein undurchsichtiger Nebel verschleiert seit kurzem unsere Stadt."

"Gelegenheit macht Diebe. Der hier Bisambergerstraße wohnhaften Antonia Franzan wurden am 19. Jänner nachmittags während ihrer Abwesenheit ein Umhängtuch, Schuhe, Lebensmittel und 40 K bar gestohlen. Der Verdacht der Täterschaft lenkt sich auf eine Frauensperson, die seit November bei der Nachbarin Messenbüchl einquartiert war. Auch der Frau Messenbüchl wurden verschiedene Kleindungsstücke gestohlen und zwar zu einer Zeit, da letztere sich in Spitalspflege befand. Ihr Mann ist eingerückt. Mit einem auf den Namen Messenbüchl lautenden Zahlungbogen hat die obenerwähnte Frau den ihr gar nicht zustehenden Unterhaltsbeitrag von 51 K behoben und ist sodann geflohen. Wie erhoben, verkaufte kurz nach dem letzteren Diebstahle eine Frau in Korneuburg einen Frauenrock, welcher als der der Messenbüchl gestohlene agnosziert wurde. Nach der Diebin wird gefahndet."
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