14.03.2017, 00:00 Uhr

Vor 100 Jahren – 16. März 1917

Vor 100 Jahren schrieb die Wochen-Zeitung für das Viertel unter dem Manhartsberge:

"Bestohlene Armut. In der Nacht zum 3. März 1917 wurde dem im Tuttendörfl wohnhaften Anton Schmidt aus versperrtem Stalle eine trächtige Ziege im Werte von 160 K und der im selben Hause wohnhaften Rosa Baszler ein Hase und eine Henne im Gesamtwerte von 16 K von unbekannten Dieben gestohlen. Die Diebstähle hier und Umgebung mehren sich fortwährend; es kann daher jedermann nur empfohlen werden, speziell auf Lebensmittel sorgsamst zu wachen. Man glaubt zu wissen wo die Diebe zu suchen sind."

"Preisbeschränkungen für Schuhwaren und Schuhreparaturen. Mit 10. April sollen, so liest man in den Tagesblättern, Verordnungen des Handelsministeriums in Kraft treten, die der schwindelhaften Preistreiberei in Schuhwaren Einhalt gebieten und auch die Preise für Schuhreparaturen auf ein angemessenes Maß beschränken. Es ist hiezu wahrhaft die höchste Zeit und nur unbegreiflich, warum man sich nicht schon längst entschloß, der unverschämten Preistreiberei in diesem unentbehrlichen Bedarfsartikel einen Damm zu setzen. Für die zahlreichen Familien, die von einem festen Einkommen leben, bedeutete die Anschaffung von Schuhen eine finanzielle Katastrophe. 70 bis 100 Kronen für ein Paar Schuhe, 18 bis 24 Kronen für einen Doppler. Und in diesem Raubzuge, der mit den Lederpreisen keineswegs gerechtfertigt werden kann, da für Leder Höchstpreise bestehen, beteiligten sich die Kleinmeister ebenso wie die Großindustriellen. Vor Kriegsbeginn kostete ein Paar Doppler, wozu der Schuhmacher das Leder beizustellen hatte, durchschnittlich 3 Kronen. Dermalen begehrt der kleinste Flickschuster für das Aufnageln von 1 Paar Ersatzsohlen, die die Kunde selbst beistellt, 5 bis 6 Kronen. Bei aller Würdigung des Umstandes, daß den teuren Lebensverhältnissen entsprechend ein höherer Arbeitslohn gefordert und bezahlt werden muß, ist eine solch außerordentliche Preisforderung nicht gerechtfertigt. Es ist deshalb mit Genugtuung zu begrüßen, daß die Regierung auch die Schuhreparaturspreise einer Regelung unterzieht, aber hoffentlich in der Weise, daß damit eine Verbilligung verbunden ist und nicht etwas in der Weise, wie dies bisher leider vielfach geschehen ist, daß die behördliche Festsetzung von Höchstpreisen eine neuerliche Verteuerung brachte."
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