21.03.2017, 00:00 Uhr

Vor 100 Jahren – 23. März 1917

Vor 100 Jahren schrieb die Wochen-Zeitung für das Viertel unter dem Manhartsberge

"Stockerau, Glockenabschied. Vergangene Woche wurden zur Mitternacht sämtliche Glocken geläutet. Es war ein Abschiedsgruß. Viele Bewohner haben stille Tränen geweint. Die jetzige Jugend, die solche Geschehnisse erlebt, wird einst glücklicheren Mitmenschen erzählen können, was ein Krieg mit sich bringen kann."

"Sierndorf, Ein grausiger Fund. Um Mitternacht des 16. März entdeckte man bei der Einfahrt eines Zuges in die hiesige Station unter der Lokomotive mit dem Kopfe eingezwängt und den Körper nachschleifend einen unbekannten, fast nackten Mann, der am Kopfe und an den Füßen schwere Verletzungen aufwies. Die Leiche hatte nur mehr einen grünen Hut und einen Schuh am Körper. Der Mann, dessen Identität bisher noch nicht festgestellt werden konnte, wurde in die Ortstotenkammer gebracht. Der Unbekannte dürfte auf der Strecke Höbersdorf-Sierndorf von der Lokomotive erfaßt und bis in die Station mitgeschleift worden sein. Die Kleider wurden später auf der Strecke verstreut liegend aufgefunden. In einer Zigarrentasche fand sich ein Zettel mit der Aufschrift: Karl Bocta, Musiker, Wien, 16. Bezirk, Koppstraße Nr 82, 3/20. Ob dies der Name des Verunglückten ist, ist unbekannt. Offenbar liegt Selbstmord vor."
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