15.09.2014, 10:21 Uhr

Waldbesitzer ohne Erfahrung

Fürst Heinrich Reuss betreibt Forst- und Landwirtschaft und den über 40 Hektar großen Wildpark in Ernstbrunn.

Nicht nur Montainbiker und Hunde gefährden Fauna und Flora in den Niederösterreichischen Wäldern.

In keiner Jahreszeit herrscht derart reges Treiben in unseren Wäldern wie im Herbst. 40 Prozent der NÖ-Landesfläche sind bewaldet, neben Wildtieren und zahllosen Sagengestalten bevölkern vor allem Forstwirte, Jäger, Schwammerlsucher, Wanderer, Hunde mit und ohne Besitzer, Liebespaare und nicht zuletzt immer mehr Mountainbiker den dunklen Tann. Das führt immer wieder zu Konflikten. Die Bezirksblätter Korneuburg hörten sich bei den Betroffenen um und versuchten etwas mehr Klarheit in den heimischen (Paragrafen)-Dschungel zu bringen.
Das richtige Maß finden
Heinrich Reuss betreibt nicht nur Land- und Forstwirtschaft im größeren Umfang, sondern ist auch Betreiber des Ernstbrunner Wildparks auf über 40 Hektar Wald im Naturpark Leiser Berge. "In unseren Wäldern gibt es keine Probleme mit Montainbikern oder frei laufenden Hunden", stellt der Fürst gleich klar. "Die Gemeinde hat, auch über unsere Grundstücke, gute Radwege und eine Montainbiker-Strecke angelegt, welche die Radfahrer davon abhalten, abseits der Wege durch die Wälder zu fahren." Hier das richtige Maß zu finden ist, nach Ansicht von Reuss, sehr wichtig. "Wanderer sind willkommen, mit Schwammerlsucher haben wir keine Probleme und frei laufende Hunde sind in einem Naturpark sowieso kein Thema, genauso wenig wie Stress mit Jägern."
Wald als Wertanlage
Bezirksforstinspektor Georg Findeis hat in den letzten Jahren schon eher schlechtere Erfahrungen gesammelt. "Speziell in den Auwäldern im Bereich der Bezirke Korneuburg und Tulln mehren sich die Vergehen gegen die einschlägigen Verordnungen. Es wird selten bedacht, dass jeder Wald jemandem gehört, dass mit der Missachtung der Regeln das Gastrecht missbraucht wird und letztendlich betrieblicher Schaden entstehen kann. Was Findeis auch noch stört ist, dass immer mehr Wälder nicht mehr bewirtschaftet werden, weil sie von Stadtmenschen, welche mit Forstwirtschaft nichts am Hut haben, als Wertanlage erworben werden. Und seiner Meinung nach, haben Menschen in den Dämmer- und Nachtstunden nichts im Wald zu suchen.
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