29.01.2018, 12:46 Uhr

NÖ-Wahl 2018: So hat der Bezirk Korneuburg gewählt

(Foto: Land NÖ)

Stimmenmehrheit für ÖVP in allen Gemeinden, Zugewinne für SPÖ und FPÖ, Verluste für GRÜNE

BEZIRK KORNEUBURG. Mit 49,3 % konnte die ÖVP – dem Landestrend entsprechend – auch im Bezirk Korneuburg die meisten Wähler für sich gewinnen. In jeder der 20 Bezirksgemeinden konnte somit die Stimmenmehrheit gehalten werden. Mit 66,12 % holte man die meisten "Kreuzerl" in Großmugl (+3,79 %), die größten Verluste verzeichnete man mit -2,61 % in Enzersfeld.

VP-Bezirksparteiobmann Hermann Haller: "Ich möchte mich bei allen 15 Bezirkskandidatinnen und -kandidaten sowie unseren Funktionärinnen und Funktionären bedanken, die in den letzten drei Wochen hervorragende Arbeit geleistet haben. Das Landesergebnis ist überraschend gut für uns ausgegangen und es ist aufgefallen, dass unsere Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sehr viele persönliche Vorzugsstimmen erhalten konnte.
Das Bezirksergebnis ist besser als im Landesdurchschnitt – dies zeigt, dass das Verhältnis unserer Gemeinden und Bürgermeister zum Land ausgezeichnet ist und die Zusammenarbeit einwandfrei funktioniert. Wichtig ist, dass ab sofort, auch auf Grund der klaren Verhältnisse im Landtag und der Landesregierung, die Arbeit für das Land weitergeht. Genauso, wie unsere Landeshauptfrau es vor der Wahl immer wieder betont hat – gemeinsam und miteinander für unser Niederösterreich."

Möglich: Bundesrats-Mandat für SPÖ

22,76 % aller Wähler sprachen sich im Bezirk Korneuburg für die SPÖ aus. Während man in Stetten mit -4,92 % Stimmenverluste hinnehmen musste, konnte man in allen anderen Gemeinden über Stimmenzuwachs jubeln. Mit 36,06 % konnte man das beste Ergebnis in Spillern verzeichnen.
Das gute Bezirksergebnis sowie etliche Direktmandate könnten dazu führen, dass nun ein Bundesrats-Mandat in den Bezirk Korneuburg wandert. Dies wird sich morgen Abend entscheiden, wenn sich der Landesparteivorstand trifft.

SPÖ-Bezirksparteiobmann Martin Peterl:
"Ich freue mich sehr über diesen fulminanten Erfolg im Bezirk Korneuburg. Bis auf eine Gemeinde (Stetten) konnten wir ausschließlich Stimmenzuwachs verzeichnen – allen voran Spillern, Langenzersdorf, Korneuburg und Gerasdorf. Das ist ein sehr großer Vertrauensvorschuss, ein tolles Ergebnis, das ohne die vielen Helfer, das gesamte Team und vielen Funktionären nicht möglich gewesen wäre. Wir sind gelaufen und gelaufen und der Wahlkampf hat diesmal wirklich Spaß gemacht. Am Ende konnten wir die Ernte einfahren."

FPÖ legt überall zu

"Keine Verluste", das scheint das Motto der FPÖ im Bezirk Korneuburg zu sein. 13,37 % aller Wähler sprachen sich für die Freiheitlichen aus (+4,79 %). Zählt man mit Bisamberg (7,8 %) eine der stimmenschwächsten Gemeinden in Niederösterreich, so konnte man die größten Zugewinne mit +8,94 % in Stetteldorf am Wagram verzeichnen. Top-Gemeinde im Bezirk ist für die FPÖ jedoch die Stadt Gerasdorf mit 18,82 %.

FPÖ-Bezirksparteiobmann Robert Koppensteiner: "Die FPÖ hat ihr Wahlziel in Niederösterreich mit der Verdoppelung der Mandate erreicht und konnte zu dem den größten Zuwachs aller Parteien erzielen. Im Bezirk Korneuburg gab es wieder bemerkenswerte Gemeindeergebnisse, wie etwa die Top-3 aus FPÖ Sicht: Gerasdorf, Harmannsdorf und Sierndorf.
Persönlich möchte ich mich, im Namen der Bezirksgruppe, recht herzlich bei allen Wählern bedanken und darf auch ein großes Lob an unsere Gemeinderäte und ehrenamtlichen Mitarbeiter für ihr Engagement aussprechen."

GRÜNE: Verluste, trotzdem Erleichterung

Im Gegensatz zur FPÖ, mussten die GRÜNEN in jeder einzelnen Bezirksgemeinde Verluste hinnehmen. Mit vier Gemeinden – Bisamberg (-5,49 %), Korneuburg (-5,29 %), Leobendorf (-4,64 %) und Stetten (-3,75 %) – ist man sogar unter den stimmenschwächsten Gemeinden NÖs vertreten. Die meisten Wähler konnte man mit 13,59 % in Langenzersdorf überzeugen – übrigens auch hier eines der Top-Ergebnisse NÖ-weit.

GRÜNE-Bezirksparteiobfrau Elisabeth Kerschbaum: "Wir Grünen sind natürlich unglaublich erleichtert nach dieser Wahl. Bis zuletzt waren wir in den Umfragen bei 4 % und damit unsicher, ob wir wieder in den Landtag kommen. Natürlich sind die Verluste im Vergleich zur Landtagswahl 2013 herb und insbesondere der Mandatsverlust unserer Verkehrssprecherin Amrita Enzinger ist für uns im Bezirk ein schwerer Wermutstrophen. Das gestrige Ergebnis ist für uns aber ein Auftrag, weiter für unsere Themen zu kämpfen: Energie- und Verkehrswende, Umweltschutz, Sozialpolitik.
Ein großer Dank unseren Wählerinnen und Wählern für ihr Vetrauen – ein großer Dank auch an Alexandra Adler als Spitzenkandidatin im Bezirk und an die AktivistInnen und UnterstützerInnen, die trotz Bunkerstimmung nach der Nationalratswahl für den Wiedereinzug der Grünen in den Landtag gelaufen sind."

NEOS: Top-Ergebnis in Bisamberg

Zum ersten Mal sind die NEOS bei einer NÖ Landtagswahl angetreten. Mit insgesamt 6,37 % im Bezirk Korneuburg ist man durchaus zufrieden. Zudem konnte man in Bisamberg (11,67 %) und Langenzersdorf (9,09 %) zwei der besten Ergebnisse in ganz Niederösterreich verzeichnen. Die wenigsten Wähler sprachen sich mit 2,95 % in Stetteldorf für die NEOS aus.

NEOS Bezirkssprecher Elmar Pittracher: "NEOS sind in NÖ zum ersten Mal angetreten, um mehr Freiheit ins Land zu bringen. Dass das auf Anhieb gelungen ist, freut uns natürlich sehr. Es zeigt, dass auch die Bürgerinnen und Bürger in NÖ nicht nur ein schönes, sondern auch ein freies Land wollen, und dass sie das unserer Bewegung zutrauen.
Persönlich bin ich sehr stolz auf das Ergebnis in meiner Heimatgemeinde Bisamberg, eines der besten in ganz Niederösterreich. Mit 11,7 % nun drittstärkste Kraft zu sein, gibt Auftrieb, hebt aber auch eine neue Latte für die Gemeinderatswahlen 2020."


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