01.10.2014, 13:01 Uhr

Dauerregen versaut Weinlese

Winzer Roman Schmidt geht davon aus, dass perfekte Kellerarbeit gute Weine ermöglicht.

Winzer retten mit Noternten und Ausschneiden der faulenden Trauben, was noch zu retten ist.

Bereits Anfang September bot sich den Korneuburger Winzern ein alarmierendes Bild in den Weingärten. Das wochenlange "Schwammerlwetter", feucht und warm, führte zu massiver Traubenfäulnis.

Rund 30 Prozent Verlust


"Mitte des Monats sah es tatsächlich so aus, als müsste alles runtergenommen werden, um zu retten was noch zu retten ist, egal ob trocken oder nass", erklärt ein Weinbauer aus Bisamberg. Winzer Hermann Haller, Enzersfeld, weiß, dass rund 30 Prozent der Trauben durch die Fäulnis verloren gehen, der Ertrag selbst aber nicht so schlecht sein wird. Auch qualitätsmäßig sollte der Schaden aus heutiger Sicht nicht besorgniserregend groß sein. Zumindest für seine Weingärten zieht er diese, letztendlich optimistische, Zwischenbilanz. "Aber es ist davon auszugehen, dass die Fäulnis anderen Winzern Riesenprobleme bescheren kann."

Mehrarbeit gefordert


"Natürlich verursacht das schlechte Wetter bei der Lese und im Keller ziemlich viel Mehrarbeit, aber im Großen und Ganzen sollten die Winzer mit einem blauen Auge davonkommen." Dieser Ansicht ist auch Winzer Roman Schmidt aus Niederrußbach. "Jetzt ist gefühlvolle Kellerarbeit gefordert", meint er. "Die Grade stimmen trotz allem und die Fäulnisverluste sind durch die überdurchschnittlichen Mengen an den Stöcken nicht ganz so schlimm, wie noch vor wenigen Tagen befürchtet." Auch Haller betont, dass die Zuckerwerte bei den meisten Sorten besser, als noch vor kurzem befürchtet, sind. "Beim Chardonnay messen wir 15 bis 18 Grad, das sind tadellose Werte", berichtet er und geht davon aus, dass mit der richtigen Kellerarbeit auch heuer Qualitätsweine gekeltert werden können. Was Winzer Schmidt nicht ganz nachvollziehen kann, sind "Verlustberechnungen" mancher Weinbauern im Vergleich zum Vorjahr. "Das ist unrealistisch", meint er, "die Jahre 12 und 13 waren genauso aus der Wetternorm wie das Heurige, nur eben gegenteilig mit extrem wenig Regen."
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