Stadt Krems
Die Pandemie macht nicht reich

Otto Raimitz sieht Chancen für die Innenstadt.
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  • hochgeladen von Doris Necker

Gastronom Otto Raimitz spricht über die Zeit des Lockdowns und hat Ideen für die Kremser Innenstadt.

KREMS. Die Coronakrise mit neun Monaten Lockdown war für die Gastronomie eine extrem herausfordernde Zeit. "Im ersten Lockdown wusste kein Gastronom, wie und ob er das überleben wird. Ich habe einen Kredit von 550.000 Euro von der Österreichischen Hotellerie- und Tourismusbank bekommen", erklärt Otto Raimitz. Dabei handelt es sich um einen Haftungskredit, den der Staat notfalls übernimmt, aber dann samt den Betrieben. "Die Branche ist schwer arbeitsintensiv mit Abendgeschäft und einer geringen Gewinnspanne im einstelligen Bereich. Hätte der Staat uns im Coronajahr nicht unter die Arme gegriffen, gäbe es keine Lokale mehr", so der erfolgreiche Unternehmer.

Pandemie macht nicht reich

Im Jänner erhielten die Betriebe der Branche 15 Prozent Umsatz- und Fixkosten-Ersatz, im November 80 Prozent, im Dezember 70 Prozent und dann 15 Prozent ausgezahlt.
"Die gesamte Summe ist in meinem Betrieb mit 25 Prozent zu versteuern. Meine 100 Mitarbeiter waren in Kurzarbeit und haben 80 oder 90 Prozent ihres Gehalts bekommen, das musste ich vorfinanzieren. Niemand geht als Millionär aus der Krise, aber mit einem Haufen Schulden vom ersten Lockdown. Das Geld, das der Staat ausgezahlt hat, benötigt die Branche, um überhaupt wieder aufsperren zu können – und das mit erschwerten Maßnahmen wie der Drei-G-Regelung", schildert der Wirt. Neben dem Genuss-, Schau- und Wellenspiel sowie dem Wellenspielshop und -kiosk eröffnete er am 19. Mai das Marktspiel am Täglichen Markt.
Die Entscheidung ist ihm, wie er sagt, leichtgefallen, obwohl er die Chance gehabt hätte, in Tulln ein Wellenspiel 2.0. zu eröffnen. "Für mich sind Innenstädte die Seele einer Stadt und Krems liegt mir extrem am Herzen", so Otto Raimitz. Er erzählt, dass schon sein Ururgroßvater 1822 eine Backstube oberhalb der Pfarrkirche St. Veit betrieb. Der neue Standort wurde gemeinsam mit der Kremser Bank entwickelt. Die Bank sanierte das Haus und der Gastronom übernahm die Innengestaltung.

Was die Innenstadt braucht

In der Stadt liebt er die Ruhe und die Atmosphäre, die selbst samstags bei regem Treiben zu spüren ist. "Dieses Altehrwürdige der Stadt ist so besonders. Es ist mir auch wichtig, unseren Gästen etwas mehr von Krems zu vermitteln", so der Wirt aus Leidenschaft. Er und sein Team haben sich über den geschichtsträchtigen Standort informiert und teilen ihr Wissen gerne mit den Gästen. Er ist überzeugt, dass das Stadtmarketing Krems gemeinsam mit dem Bürgermeister und der Stadtpolitik die Innenstadt wieder zum Strahlen bringt. Und Anregungen dafür hat Otto Raimitz, der, wie er sagt, schöne Dinge mag und als Hobby gerne designt.
"Städte wie Verona, Bozen und Lienz sind richtig designt, das wünsche ich mir für die Kremser Innenstadt", so Raimitz, der sich moderne Blumeninseln mit regionalen Pflanzen und etwa einen Brunnen wünscht.

Der Unternehmer stellt auch gerne seine behindertengerechten Toiletten im Marktspiel zur Verfügung, das sieben Tage in der Woche geöffnet hat.
„Das ewige ‚Schlechtreden‘ und ‚Schlechtschreiben‘ über die Innenstadt sollte endlich aufhören, es ist doch unsere Stadt zum Leben, zum Fortgehen und zum Genie-ßen“, so der Raimitz abschließend.

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