Landesgericht Krems
Fleißiges Einbrecher-Quartett legte Nachtschichten ein

Verteidiger Mirsad Musliu
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Bezirk Krems-Land: Drei serbische Staatsangehörige, 32, 25 und 20 Jahre alt sowie ein 46-Jähriger aus Bosnien-Herzegowina, lernten einander im April dieses Jahres kennen. Auf Grund ihrer prekären finanziellen Situation beschloss das Quartett gemeinsam Einbrüche zu verüben. Schon in der Nacht des Kennenlernens setzten sie ihren Vorsatz in die Tat um.

Über einen Zeitraum von knapp zwei Monaten suchten sie in verschiedener Zusammensetzung nachts Geschäfte, Supermärkte sowie Tankstellen in Schönberg, Rossatz (Bezirk Krems) beziehungsweise in den Bezirken Melk, Hollabrunn, Scheibbs, Steyr (OÖ) sowie Oberwart (Bgld) heim. Sie zwängten Fenster beziehungsweise Eingangstüren auf und stahlen Bargeld, eine Registrierkasse, Zigaretten, Werkzeuge, Süßigkeiten und anderes. Die Beute veräußerten sie anschließend in Wien und teilten sich die Erlöse. Mehrmals blieb es beim Versuch, da sie unter anderem einmal die Alarmanlage auslösten und flüchteten. Schließlich wurden sie in Randegg, Bezirk Scheibbs, auf frischer Tat ertappt.

Jetzt mussten sich die Täter vor einem Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Alice Spunda am Landesgericht Krems verantworten. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft warf ihnen das Verbrechen des schweren gewerbsmäßigen Diebstahls durch Einbruch im Rahmen einer kriminellen Vereinigung vor. Es gebe keine Zweifel an der Schuld der Angeklagten. Sie seien auf frischer Tat betreten worden und durch DNA-Spuren an den Tatorten sowie der Auswertung von Bildern aus Überwachungskameras überführt.

Alle vier Beschuldigten zeigten sich geständig. Der 32-Jährige, vertreten von Verteidiger Mirsad Musliu gab an, dass er nur als Fahrer fungiert hätte, da er ein Auto besaß und man ihn überredet hätte mitzumachen. Musliu sagte anfangs der Verhandlung, dass die „Suppe für den Vorwurf der kriminellen Vereinigung zu dünn sei“. Severin Perschl, der Verteidiger des 46-jährigen Bosniers führte aus, dass die Taten innerhalb weniger Wochen verübt worden seien und nicht alle bei allen Straftaten dabei gewesen wären. Sein Mandant habe sich „zum Zeitpunkt einiger Einbrüche in Italien aufgehalten“. Die Vertreter der beiden anderen Beschuldigten schlossen sich diesen Meinungen an.

Nach der Einvernahme des kriminellen Quartetts und kurzer Beratung wurden zwei der serbischen Täter zu vier Monaten unbedingter Haft (bisher unbescholten), der Bosnier zu zweieinhalb Jahren unbedingter Haft (einschlägige Vorstrafen), sowie der 20-Jährige (bisher unbescholten) zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Die ersten drei Strafen sind rechtskräftig, der Letztgenannte legte nach Rücksprache mit seinem Rechtsvertreter Berufung gegen die Höhe der Strafe ein (deshalb nicht rechtskräftig).
-Kurt Berger

Autor:

Kurt Berger aus Krems

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