Premiere im Schlosspark Haindorf:
Langanhaltender Beifall und Bravorufe für die „Csárdásfürstin“

Mit langanhaltendem Beifall ...
11Bilder

LANGENLOIS (mk) Mit der Premiere am 25. Juli 2019 startete die neue Saison der Schlossfestspiele Langenlois auf der Open-Air-Bühne im Park von Schloss Haindorf. Auf dem Programm „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán aus den Jahren 1914/1915.

Viel Prominenz zu Gast

Fast ausverkauft war die Premiere der „Csárdásfürstin“, und sie hatte viel Prominenz aus nah und fern angelockt: Yvonne Kálmán, die Tochter des Komponisten, der Wiener Landtagspräsident Ernst Woller, Bezirkshauptfrau Dr. Elfriede Mayrhofer, der Langenloiser Bürgermeister Harald Leopold, Landeshauptmann i.R. Erwin Pröll, Bettina Glatz-Kremsner (Österrreichische Lotterien), Bauunternehmer Richard Lugner, Landesdirektor Karl Jungwirth vom Hauptsponsor Uniqa, Regisseur Philipp Harnoncourt, Monika Erb von der Tschauner Bühne, die ehemalige Eiskunstläuferin und Moderatorin Ingrid Turkovic-Wendl sowie Fagottist Milan Turković, Diplomat und Autor Wolfgang Petritsch und seine Frau, die Fotografin Nora Diehl, sowie viele weitere Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Sie alle wurden begrüßt von Robert Stadler, Geschäftsführer von Kultur-Langenlois, der sich auch bei allen Sponsoren der Festspiele herzlich für ihr Engagement bedankte. Im Anschluss hob Landesrat Martin Eichtinger - auch im Namen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner - hervor, dass „die Schlossfestspiele Langenlois das große kulturelle Erbe der Operette fördern und an neue Generationen weitergeben“, wünschte Künstlern und Organisatoren „eine erfolgreiche Saison mit der ‚Csárdásfürstin‘" und eröffnete offiziell die Operettensaison in Langenlois.

Tanz auf dem Vulkan

Die Inszenierung zeigt nicht nur den Tanz auf dem Vulkan in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, sondern auch den Tanz auf dem Vulkan, der längst ausgebrochen ist. Die Operettenseligkeit wird noch gelebt und gespielt, doch die neue Zeit, das Zerbrechen der gesellschaftlichen Strukturen, der Krieg hat längst Einzug gehalten im Wien und Budapest der k. u. k. Monarchie - und eben auch auf der Open-Air-Bühne im Park von Schloss Haindorf.

Leichtigkeit und Ernst

Die „Csárdásfürstin“, so hatte der scheidende Intendant Prof. Andreas Stoehr in einem Presseinterview hervorgehoben, sei „bei aller Leichtigkeit die ernsteste Operette, die ich kenne - und damit auch die beste“. In der neuen Langenloiser Inszenierung wurde genau das herausgearbeitet: Natürlich zieht die Operettenhandlung mit ihren Irrungen und Wirrungen, mit ihren weltbekannten, eingängigen Melodien, Liedern und Evergreens die Zuschauerinnen und Zuschauer in ihren Bann, natürlich genießt man die Musik und das glänzend in Szene gesetzte Spektakel um die Liebe des Fürstensohnes zur Tingeltangel-Sängerin. Doch: Von Anfang an setzen allein die Kulissen aus Betonbögen und Betontreppen ihre Fragezeichen: Sind das noch feste Strukturen, in denen die Handlung spielt? Oder sind es schon die Trümmer einer vergangenen Zeit, die scheinbar leicht und sorglos integriert werden in das Operettenleben? Und was machen all die Soldaten und Verwundeten, die - zunächst noch am Rande der Bühne - nach und nach gefühlt immer mehr werden und das Geschehen rund um die Csárdásfürstin“ als eine Art Chor wortlos, aber beredt kommentieren.

Joseph Roth und Karl Kraus lassen grüßen

Wenn die Langenloiser Inszenierung auch eher auf die „Kapuzinergruft“ von Joseph Roth verweist („Über den Gläsern, aus denen wir übermütig tranken, kreuzte der unsichtbare Tod seine knochigen Hände.“), so erinnert sie doch auch an die „Letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus - mit neuem Personal und neuen Dialogen: „Der Bohemien und der Offizier“ etwa, „Die Tingeltangeltänzerin und der Fürst“ oder als gar als k.u.k.-Finale „Der Monarch und seine Völker“, in dem die Antwort der Völker auf die Kriegsdeklaration Franz-Josefs ein operettenseliges „Das ist die Liebe, die dumme Liebe“ sein mag…

Sehens- und hörenswerte Inszenierung

Mit langanhaltendem Beifall und Bravo-Rufen belohnte das Publikum die Darstellerinnen und Darsteller - etwa Netta Or als Csárdásfürstin Sylva Varescu, Ethel Merhaut als Anastasia, Franz Gürtelschmied als Edwin und Erwin Belakowitsch als Boni - dankte dem fantastischen Wiener Kammerorchester und feierte Intendanten und Dirigenten Andreas Stoehr für seine - vorerst? - letzte Produktion in Langenlois. Insgesamt also eine höchst sehens- und hörenswerte „Csárdásfürstin“, in einer bemerkenswerten Szenerie und inhaltlich glänzend arrangiert - eine Darbietung, die als „Langenloiser Inszenierung“ durchaus Aufführungsgeschichte schreiben könnte.

Autor:

Manfred Kellner aus Krems

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Newsletter Anmeldung!

Du willst Infos, Veranstaltungen und Gewinnspiele aus deiner Umgebung?

Dann melde dich jetzt für den kostenlosen Newsletter aus deiner Region an!

ANMELDEN

Newsletter Anmeldung!

1 Kommentar

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.