„Lokale gehören zur Stadt“

Lengauer

Für viele Ausgehfreudige ist eine Dichte an Nachtlokalen ein Qualitätskriterium für eine Stadt. Doch für so manchen Anrainer artet die Disco in der Wohngegend zum Ärgernis aus. Oder vielmehr: Die BesucherInnen, die es auf dem Heimweg angeblich „krachen“ lassen.
KREMS/STEIN (sg). „Wir sind am Limit“, lässt das Ehepaar Aigner aus der Undstraße die Öffentlichkeit wissen, „die Musik aus der und lounge ist nicht so tragisch, aber was sich nachher abspielt, macht uns oft bis acht Uhr morgens zu schaffen.“ Gegröle und Geschrei, das Vergewaltigungen vermuten lässt, Mädchen, die nackt auf den Straßen herumlungern und verstreute Präservative seien keine Seltenheit, wie die Aigners erzählen.
„Eine Disco wie die Undlounge ist im alterwürdigen Kloster Und einfach verkehrt“, resümiert Heinz Aigner, der bereits eine Beschwerde an die Bürgermeisterin gerichtet hat, „im Grunde gehört so ein Lokal, in dem die Leute ihre Trinkgelüste befriedigen, nicht mitten in das Wohngebiet.“ Der richtige Platz sei demnach auf der grünen Wiese außerhalb des Ortsgebietes.
Alex Lengauer, dem Betreiber der und lounge, ist durchaus bewusst, dass Gruppen von Studenten, die Temperamente aus aller Herren in sich vereinen, beim Weg vom Studentenheim in die und lounge und zurück ab und zu ihre Stimmen ertönen lassen.

„und lounge hat ein kultiviertes Publikum aller Altersgruppen“
Dinge, wie die von den Anrainern erwähnten, traut er seinen Gästen allerdings nicht zu: „Unsere Zielgruppe ist eine andere als die der Innenstadt. Wir haben ein Publikum, das sich zu benehmen weiß.“ Außerdem seien die Türsteher angehalten, von Donnerstag bis Samstag ab 21.00 Uhr nicht nur im Foyer, sondern auch draußen für Ruhe zu sorgen.

Wohngegend ohne Lokale?
Zwei bis drei Taxis warten ständig vor dem Eingang, womit auch das Problem der wartenden Polterer in Schach gehalten würde. Selbst mit dem Entsorgen der Leergebinde warte man nach Beschwerden, bis das Wochenende vorbei ist.
„Das Leben besteht eben nicht nur aus Arbeit, Lokale zum Entspannen gehören in einer Stadt eben dazu“, kontert Lengauer auf das Anrainer-Argument, eine Disco habe in einer Wohngegend nichts verloren. Auf den Vorwurf, Mädchen würden sich im Umkreis der und lounge entblättern, meint Lengauer: „Ich sperre nun bald eine Boutique am Dreifaltigkeitsplatz auf, dann braucht niemand mehr nackt auf der Straße herumzuliegen.“

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