Saison für Jäger und Treiber

Eine Bewegungsjagd muss bestens organisiert werden und die Jäger müssen exakt schießen können.
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  • Eine Bewegungsjagd muss bestens organisiert werden und die Jäger müssen exakt schießen können.
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BEZIRK KREMS (don). Für die einen sind sie Inbegriff der Schießwut, für die anderen sind sie Tradition und natürliche Bewirtschaftung des Wildbestandes. Im Bezirk Krems ist die Zeit der Treibjagden angebrochen und die Bezirksblätter versuchen das Phänomen nüchtern zu analysieren.

Eine Treibjagd findet laut dem NÖ Landesjagdverband nur alle ein bis zwei Jahre in einem klar abgesteckten Gebiet statt. Wildschweine, Rotwild und teilweise auch Rehwild halten sich bei Tageslicht oft ausschließlich im dichten Wald oder auch im Mais auf, wo man es nicht sehen und folglich nicht erlegen kann. Da die Tiere von Natur aus sehr scheu sind und den Kontakt mit dem Menschen vermeiden, ist eine Bewegungsjagd die einzige Möglichkeit, um diese nur mit einer einmaligen Störung in ausreichender Anzahl erlegen zu können.

Bernhard Funcke, Leiter der Bundesforste Voralpen-Waldviertel, erklärt, dass sie traditionell im Eisenbergeramt eine Bewegungsjagd im Jahr veranstalten: "Heuer wird unsere traditionelle Bewegungsjagd im Eisenbergeramt aufgrund der Käfersituation ... ausfallen. Dafür machen wir aber in vielen Revieren – im Verhältnis Aufwand zu Jagderfolg oft effizientere – kleinere "Stamperer" und versuchen dabei, die Witterung noch besser auszunutzen."

Der Betriebsleiter sieht Vorteile in der Bewegungsjagd, da es eine gute Möglichkeit ist, damit den Abschussplan zu erfüllen. "Heute gibt es kaum mehr Kahlschläge im Revier, das heißt, das Bejagen des Wildes durch Ansitzen wird schwieriger. Wir werden uns ab der Jagdpachtperiode 2020 verstärkt auf Bewegungsjagd einstellen. Wichtig dabei ist, dass die Jäger sauber schießen, das heißt, wir werden künftig mehr am Schießstand und im Schießkino trainieren. Schließlich wollen wir das Wild nicht nur waidgerecht erlegen, sondern auch das Wildpret soll beste Qualität haben", erklärt Funcke.

Klimawandel: Der Hut brennt

Wichtig ist laut dem Betriebsleiter auch das perfekte Organisieren, das Aussuchen der Leute sowie eine exakte räumliche Planung. "Von der Größe her unterscheiden wir einen Stamperer unter Freunden mit fünf bis sieben Leuten und ein paar Hunden. Große Bewegungsjagden umfassen mitunter 60 bis 70 Jäger – dabei muss man genau wissen, wo man einen Mann hinstellt, damit kein Nachbar zu Schaden kommt", erklärt der Experte der Bundesforste Voralpen-Waldviertel mit Sitz in Krems-Gneixendorf und appelliert an alle Jäger: "Der Klimawandel ist eine riesige Herausforderung und wir müssen jetzt den Mischwald mit Tanne, Eiche und Buche in die Höhe kriegen. Leider schmeckt der auch besonders gut unserem Wild. Deswegen bitte ich alle Jäger jetzt mitzuhelfen, den Wildstand auf ein Niveau zu bringen, das ein Hochkommen der im Match gegen den Klimawandel so wichtigen natürlichen Verjüngung der Mischbaumarten ermöglicht. Der Hut brennt, insbesondere im Waldviertel", so Betriebsleiter Funcke, der von einem ökologischen und ökonomischen Drama spricht.

Eine Bewegungsjagd muss bestens organisiert werden und die Jäger müssen exakt schießen können.
Betriebsleiter Bernhard Funcke, Bundesforste Voralpen-Waldviertel, sagt: "Ich bitte alle Jäger mitzuhelfen, den Wildbestand auf niedrigem Niveau zu halten!"

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