So sauber sind die Badegewässer im Bezirk Krems

Krumau am Kamp - Thurnberger Stausee, Idolsberg
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Über 21 Grad ist der Thurnberger Stausee in Idolsberg schon "warm".  Und er besticht mit Klarheit: Mit einer Sichttiefe von zwei Metern hat der Stausee anderen EU-Gewässern viel voraus.
Der Thurnberger Stausee ist zurzeit die einzige EU-Badegelegenheit im Bezirk Krems, die im aktuellen Badegewässer-Monitoring der Ages vorkommt.
Die AGES stellt jedes Jahr aktuelle Messdaten zu Wasserqualität, Sichttiefe und Temperatur aller österreichischen EU-Badegewässer zur Verfügung. Diese Informationen können auch mobil über die Badegewässer-App der AGES abgerufen werden. Steigen die Wassertemperaturen, können sich Zerkarien vermehren, mikroskopisch kleine Parasiten, die beim Menschen zu Juckreiz und Ausschlag führen können, zur so genannten Badedermatitis. Ein Risiko für Hunde sind Tümpel und Teiche, in denen es zur "Algenblüte" kommt.

In Österreich gibt es 263 Badestellen, die als „EU-Badegewässer“ definiert sind. Das bedeutet, dass die Qualität ihres Wassers nach europaweit einheitlichen Kriterien regelmäßig untersucht wird. Das betrifft beispielsweise bestimmte Indikatorkeime, die auf eine mögliche Verschmutzung mit Fäkalien hinweisen, aber auch Sichttiefe und Temperatur. Die AGES stellt in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz jedes Jahr mit Beginn der offiziellen Badesaison (15. Juni) die aktuellen Messdaten zu Wasserqualität, Sichttiefe und Temperatur aller österreichischen EU-Badegewässer zur Verfügung. Diese Informationen können auch mobil über die Badegewässer-App der AGES abgerufen werden.

Höhere Wassertemperaturen sind nicht nur angenehm für den Menschen, auch Wasserschnecken können sich darin besser vermehren - und in den Wasserschnecken auch Zerkarien, mikroskopisch kleine Parasiten, die beim Menschen zu Juckreiz und Ausschlag führen können, zur so genannten Badedermatitis.

Zerkarien (Gabelschwanzlarven) sind Larven von Saugwürmern. Sie entwickeln sich in Wasserschnecken und werden anschließend in großer Menge ausgeschieden. Sie kommen sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser, hauptsächlich im seichten Uferbereich, vor. Im Wasser überleben sie nur einen Tag, sie müssen daher schnell in Wasservögel gelangen, um ihren Entwicklungszyklus abschließen zu können. Menschen werden nur „unabsichtlich“ befallen, die Parasiten sterben in der Haut schnell ab. Dabei können sie aber eine Immunreaktion auslösen, die zu Juckreiz und Hautausschlägen, der Badedermatitis führt.

Die erstmalige Infektion verläuft oft asymptomatisch (= ohne Krankheitszeichen) und bleibt unentdeckt. Wenn Symptome auftreten, sind diese meist mild und rasch abklingend. Wird ein Mensch aber mehrmals von Zerkarien befallen, kann es zu teils heftigem Juckreiz, Rötung und Quaddelbildung kommen. In den meisten Fällen klimgt die Badedermatitis nach ein bis maximal zwei Wochen ab.

Das Vorkommen von Zerkarien bedeutet nicht, dass die Wasserqualität schlecht wäre. Es müssen geeignete Wasserschnecken vorhanden sein, damit es überhaupt zur Ausbildung von Zerkarien kommt. In Österreich wurde das Vorkommen der Badedermatitis erstmals Ende der 1960-er Jahre beschrieben; seitdem sind in allen Bundesländern in einzelnen Gewässern Zerkarien in Verbindung mit Fällen von Badedermatitis dokumentiert worden. Gechlortes Wasser, z. B. in einem öffentlichen Schwimm- oder Freibad, stellt kein Risiko für eine Badedermatitis dar.

Vorsicht, wenn die Algen blühen

An Badestellen herrscht meist Hundeverbot. Wenn es heiß ist, gönnen HundehalterInnen ihren Vierbeinern aber auch gerne eine Abkühlung. Bei manchen Tümpeln, Teichen usw. ist aber Vorsicht geboten: Bei hohen Wassertemperaturen kann es zu einer raschen Vermehrung von Cyanobakterien kommen, der sogenannten „Algenblüte“. Cyanobakterien können Toxine (Gifte) bilden die für Hunde tödlich sein können, z. B. wenn sie sich die Algenblüten aus dem Fell lecken. Eine Gefahr stellt auch das verrottende „Blütenmaterial“ am Ufer dar, welches manche Hunde fressen.

Cyanobakterien, umgangssprachlich „Blaualgen“ genannt, sind keine echten Algen, sondern Bakterien und natürliche Bestandteile von Oberflächengewässern. Vor allem in überdüngten Gewässern können sie sich massenhaft vermehren. Anzeichen für Cyanobakterien im Wasser sind:

bläulich-grüne Trübung des Wassers

Schlierenbildung

„Algenteppiche“ an der Wasseroberfläche („Erbsensuppe“)

eingeschränkte Sichttiefe von weniger als 1 Meter.

Bei Verdacht, dass ein Gewässer eine Anhäufung von Cyanobakterien zeigt, können Wasserproben bei der AGES auf Cyanobakterientoxine kostenpflichtig untersucht werden.

Autor:

Simone Göls aus Krems

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