Interview
Stadt Krems setzt auf ihr Ziel: energieautark 2030

Umweltstadtrat Albert Kisling informiert.
  • Umweltstadtrat Albert Kisling informiert.
  • Foto: Archiv, Doris Necker
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KREMS. Die Stadt Krems nimmt Klima- und Umweltschutz ernst. Das große Ziel der Donaustadt lautet energieautark 2030. Die Bezirksblätter führten mit SPÖ-Umweltstadtrat Albert Kisling diesbezüglich ein Interview.

BEZIRKSBLÄTTER: Das Ziel der Stadt Krems ist es 2030 energieautark zu sein. Dabei setzt die Stadt auch auf Energieeinsparung?
ALBERT KISLING: "Seit dem Beginn der KEM Krems (Klima- und Energiemodellregion) haben wir den Teil der Energieeinsparung bei öffentlichen Gebäuden erfolgreich umgesetzt. Begleitet durch eine permanente Energiebuchhaltung, wo die Verbräuche lückenlos gespeichert werden, haben wir für die wichtigsten Gebäude der Stadt, im Sinne eines Energie-Großverbrauchers, viele Maßnahmen zur Energieeinsparung und Optimierung getroffen und nachhaltig circa zwei Millionen KWh pro Jahr eingespart. Besonders erfreulich ist, dass der Umweltgemeinderat von der ÖVP, Stadtrat Martin Sedelmayer, großes Interesse an den Aktivitäten der KEM hat und alle Projekte und Maßnahmen, mitträgt und ich, wie bereits mit seinen Vorgängern, eine wirklich gute Zusammenarbeit habe."

Wie sieht es mit der E-Mobilität in der Stadt Krems aus?

"Mit dem Masterplan E-Ladeinfrastruktur haben wir als Stadt Krems eine klare Position für die E-Mobilität bezogen und vorbildhafte Entscheidungen sowie Erleichterungen für die Errichtung von E-Ladeinfrastruktur getroffen. Das übergeordnete Ziel dieses Masterplanes ist, die E-Mobilität zu steigern und den fossilen Autoverkehr zu reduzieren. Eine begleitende Maßnahme ist das Gratisparken für E-Autos. Durch diesen Masterplan ist es nun möglich, auf öffentlichem Grund, beziehungsweise städtischen Parkplätzen, private Ladeinfrastruktur zu errichten. Es muss gelingen, das Thema PKW, besonders im Altstadtbereich, auf eine neue Ebene zu bringen. Car-Sharing, E-Mobilität, Fahrradverkehr und sichere Gehwege müssen höhere Priorität bekommen und die „heilige Kuh“ des Europäers, der PKW mit fossilen Brennstoffen, muss an Bedeutung verlieren. Durch den Bau des Kanales entlang der Ringstraße wird auch die Oberfläche neu gestaltet, mit einem Schwerpunkt für bessere und sicherere Radwege."

Werden etwaige Photovoltaik-Förderungen genützt?
"Es gab im Herbst eine große Förderaktion für PV-Anlagen auf kommunalen Gebäuden, die wir bewusst in Anspruch genommen haben. Bereits bewilligt und teilweise errichtet, wurden vier Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 130 KWpeak, vier weitere wurden bereits für eine Förderung eingereicht."

Wie erfolgreich sind die Klimaschulenprojekte?
"Mit den Klimaschulenprojekten wurde das Thema Klimawandel und Klimaschutz unseren Kindern erfolgreich näher gebracht. Daraus resultierend gibt es viele Initiativen in den Volksschulen und in den Unterstufen der höherbildenden Schulen, wie urban gardening, Fassadenbegrünung zur Abkühlung von Schulklassen, Insekteninseln im Stadtpark und am Hafnerplatz und vieles mehr. Aktuell versuchen wir das Thema Schülertransport durch „Elterntaxis“, besonders am hohen Markt, in den Griff zu bekommen. Wir wollen den Kindern nahe bringen, dass auch sie einen Beitrag leisten können. Es ist nicht cool, wenn Jugendliche (mit Recht) gegen den Klimawandel demonstrieren und gleichzeitig, weil es bequem ist, mit dem PKW bis vor die Schule chauffiert werden."

Der Klimawandel sorgt für extrem warme Sommer. Sind Maßnahmen zur Kühlung der Stadt angedacht?
"Ein sehr wichtiges und erfolgreiches Projekt war „greenovate Krems“, wo wir gemeinsam mit der Donau-Uni und einem Wiener Unternehmen Untersuchungen und Messungen bzgl. Mikroklima in und um Gebäuden durchgeführt haben. Wir konnten eine deutliche Verbesserung des Mikroklimas durch Fassaden- und Dachbegrünungen, bzw. Wasserspender in Form von Brunnen, oder Fontänen vor den Gebäuden beweisen. Innenstädte, Altstadtbereiche und Kaufstraßen werden zunehmend zu Hitzespots in Städten, was gerade für ältere und kranke Menschen zu einem Problem werden wird. Mit diesem Projekt wurde ein Österreich weiter Leitfaden für Architekten und Baufirmen zur Verbesserung des Mikroklimas durch Begrünungsmaßnahmen erstellt und ausgezeichnet."

Denkt die Stadt auch beim Bau des neuen Bades an den Klimaschutz?
"Der Neubau der Badearena und damit verbunden, die Energieversorgung der Sportanlagen ist mir ein besonders wichtiges Thema. Ich habe, in meiner Funktion als Sportstadtrat, bereits die Erstellung eines Energiekonzeptes für diesen zentralen Teil der Sportmeile Krems in Auftrag gegeben. Wir wissen durch gründliche Analysen, dass die bestehenden Energieanlagen extrem große Energieverbraucher sind. Noch dazu sind diese Insellösungen und haben keine Schnittstellen zu den benachbarten Anlagen.
Zukünftig, mit dem Bau der Badearena Krems beginnend, muß es eine gemeinsame Energiezentrale für das Freibad, das Hallenbad, die Sporthalle, inkl. einer möglichen Erweiterung und einem zukünftigen Eislaufplatz geben. Die Energie für diese Anlagen muß möglichst effizient und lange in einem Kreislauf gehalten werden, sodass wir die Energie zum Kühlen und zum Heizen und auch zur Belüftung verwenden können. Die dafür benötigte Energie soll möglichst aus erneuerbarer Energie gewonnen werden, sodass die Sportmeile Krems zukünftig energieautark werden wird."

Danke für das Gespräch
Doris Necker

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