Verkehr
Vorsicht, Wild!

Über 28.000 Wildtiere sterben jedes Jahr auf Niederösterreichs Straßen. Und auch zwei Menschen sind vergangenes Jahr bei Unfällen gestorben. Um die Unfallzahlen zu senken setzt der NÖ Jagdverband unter anderem auf Duftzäune und optische Warnmelder. Ein Lokalaugenschein.

BEZIRK KREMS. Einer, dem es am Herzen liegt, Unfälle mit Wildtieren zu vermeiden, ist Richard Riell aus Wolfshoferamt bei St. Leonhard am Hornerwald. Bewusster mit dem Leben aller Mitgeschöpfe, vom Igel bis zum Hirschen, ihm wichtig. "Bei uns gibt es eine Strecke, da wurden auf einen Kilometer innerhalb von zwei Wochen vier Rehe niedergeführt, von der Menge der Igel ganz zu schweigen", bedauert Richard Riell.

Freiwillig 70 km/h

Der Berufskraftfahrer hatte selbst schon vier Wildunfälle, da er weite Strecken durch Wälder fahren muss. "Das hat mich zum Umdenken bewegt. Ich bin dafür, auf Strecken mit Wildwechsel freiwillig 70 km/h zu fahren. Auch das ist fast noch zu schnell", sagt Richard Riell, "manche fahren mit 100 km/h durchs Waldgebiet, das ist viel zu schnell." Nämlich auch auf Strecken, auf denen 100 km/h erlaubt sind.

Altenhofer Jäger kümmern sich

Die Jagdpächter des Jagdrevieres Altenhof Florian Glötzl, Manfred Durstmüller und Michael Stauffer kümmern sich seit vergangenem Jahr um das Jagdrevier Altenhof im Kamptal. Nach Sichtung der Wildunfall-Statistik war für die Pächter schnell klar: Wir müssen etwas unternehmen, um das Risiko von Personen und Sachschäden zu minimieren sowie das unnötige Leiden von Wildtieren zu beenden oder zumindest zu reduzieren." In Niederösterreich kommt es etwa alle 18 Minuten und in Österreich alle 7 Minuten zu einem Unfall mit einem Wildtier. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit und der österreichische Versicherungsverband VVO raten, in Wildwechselzonen besonders achtsam zu sein und die Geschwindigkeit entsprechend anzupassen.

Wildschäden melden

"Uns ist es ein Anliegen die Verkehrssicherheit auf diesem Streckenabschnitt zu erhöhen und für alle Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen. Im gleichen Zug ist es uns als Jäger und Naturschützer wichtig, gelebten Tier und Naturschutz zu betreiben und alleine aus ethischer Sicht das Leiden von Wildtieren möglichst zu begrenzen. Genau aus diesem Grund ist es die rechtliche aber auch moralische Pflicht Wildunfälle der Polizei oder dem zuständigen Jagdausübungsberechtigten zu melden", erklärt Jäger Michael Stauffer. Nach dem Unfall muss die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert und die Exekutive verständigt werden. Die Nichtmeldung eines Sachschadens ist strafbar, getötetes Wild darf niemals mitgenommen werden. Falls man ein Wild sieht, bitte bremsen und abblenden sowie aufs Hupen verzichten.
Da die Revierpächter bereits von anderen Revieren sehr positive Rückmeldung bezüglich Wildwarn-Reflektoren erhalten haben, werden diese nun im Revier Altenhof installiert. Diese blauen Wildwarnreflektoren wurden an den Leitpflöcken angebracht und sind für das Wild sehr gut wahrnehmbar. Seit mittlerweile 10 Jahren wird in Niederösterreich diese Präventionsmaßnahme mittels Reflektoren angewendet.

Reflektoren

"Federführend bei der Forschung und Entwicklung wirksamer Reflektoren ist Wolfgang Steiner vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft. An neuralgischen Stellen, wie auf der B34 der Kamptal Bundesstraße in Altenhof wird das Schalenwild durch das Wasser des Kampflusses über die Straße gezogen. Daher wurde mit Steiner ein maßgeschneidertes Wildschutz-Konzept erarbeitet und umgesetzt. Wildunfälle können so um 40 bis 60 Prozent verringert werden", schildert Stauffer. Die Montage erfolgte kürzlich mit der Straßenmeisterei Langenlois.

Volle Wucht

Rund 28.500 Wildtiere (Österreich: 74.000) – darunter rund 4.770 Jungtiere (Österreich: 12.000) – haben in der Saison 2017/2018 die Kollision mit einem Fahrzeug nicht überlebt. Das bedeutet, dass es auf Niederösterreichs Straßen etwa alle 18 Minuten zu einem Wildunfall kommt. „Die bei einem Wildunfall wirkenden Kräfte sind enorm: Die Wucht mit der ein Rothirsch bereits bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h auf eine Windschutzscheibe prallt, entspricht in etwa der Masse eines ausgewachsenen Elefanten – fünf Tonnen“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. „In Zonen, die mit dem Gefahrenzeichen „Achtung Wildwechsel“ markiert sind, sollte das Tempo daher unbedingt reduziert und die Wachsamkeit weiter gesteigert werden.“

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