Reisen zu Corona-Zeiten: Wie man trotz Lockdown Sonne, Meer und Pulverschnee genießen kann

Pulverschnee im bulgarischen Bansko genießen - Silvester 2020
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Ich liebe das Reisen. Es erlaubt mir nicht nur den Zugang zu anderen Weltbildern, sondern erinnert mich auch immer daran, mehr Offenheit und Herzlichkeit in unserer Gesellschaft zu praktizieren. Reisen bedeutet für mich nicht nur klassisch „Urlaub machen“ und in einem Hotelressort zu entspannen, sondern vielmehr das Eintauchen in die jeweilige Kultur – mit allen Annehmlichkeiten und auch Unannehmlichkeiten die halt so dazugehören. Als das Corona-Virus im März 2020 nun auch Österreich erreicht hat, war mir noch nicht klar, dass dies das Jahr meiner bisher meisten Reisen werden würde. „Spätestens 2020 werde ich zum 3. Mal nach Neuseeland zurückkehren“, sagte ich im März 2018 nach 3-monatigem Aufenthalt zu mir selbst. Tja, damals wusste ich noch nicht, dass sich der Inselstaat am anderen Ende der Welt im Jahr 2020 mit Grenzsperren vom Coronavirus abschotten würde. Somit war eine Planänderung erforderlich und ich dachte mir, welch eine wunderbare Gelegenheit, um das eigene Land und Europa zu erkunden. Neben zwei umfangreichen Österreich-Touren vom Burgenland über die Kärntner Nockberge bis hin zum Karnischen Höhenweg (inkl. Südtirol) hat es mich im Jahr 2020 nach Portugal, Kroatien, Malta, Italien und Bulgarien verschlagen. Das Reisen in diesen Zeiten hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Als ich in Italien war musste man an allen öffentlichen Plätzen, sowohl Innen als auch Außen, eine Maske tragen und nachts wurde eine Ausgangssperre verhängt. Das sind die nicht so schönen Seiten an dieser Reise gewesen. Gleichzeitig aber durfte ich wunderschöne Plätze erkunden, u.a. Matera – Europas Kulturhauptstadt 2019 – und das fast ganz ohne Touristen. Die oft endlos erscheinenden Warteschlangen existieren derzeit kaum.
Dieser Reisebericht wurde im bulgarischen Skigebiet Bansko verfasst, ein Ziel wo ich ohne Corona wohl nie hingekommen wäre. Einen großen Reiseplan gibt es bei mir grundsätzlich nicht, das habe ich mir vor allem bei meiner letzten Reise selbst bewiesen. 45 Minuten vor der Abfahrt zum Flughafen habe ich zum Packen begonnen und in letzter Minute zum Glück noch an meinen Skihelm gedacht. Was mich dazu gebracht hat alleine in den Balkan zum Skifahren zu fliegen? Um ehrlich zu sein war es eine Mischung aus 3. Lockdown und Abenteuerlust. Wenn mir das mal jemand gesagt hätte, dass ich als Österreicherin in ein Flugzeug nach Bulgarien zum Skifahren steige, dann hätte ich das selbst nicht geglaubt. Ich wollte meinen Winterurlaub genießen und zugleich bin ich noch nie ins Ausland fürs Skifahren geflogen. Wie selten dies ist, haben die Reaktionen an den Liften verdeutlicht: „Was? Du bist aus Österreich? Wow! Warum bist du bei uns in Bulgarien, wo ihr doch selbst die schönsten Skigebiete habt?“ Diese Frage durfte ich mehrmals pro Tag beantworten und ich konnte dabei feststellen, wie aufgeschlossen, herzlich und gastfreundlich das bulgarische Volk ist. Einer der Hauptgründe für meine Reisen, um meinen eigenen Horizont zu erweitern. Mein Motto: „Wer mit einem offenen Herzen und lächelnden Gesicht durch die Welt geht, wird niemals alleine sein.“ Und so war es auch, ich war niemals einsam, wenn ich Gesellschaft brauchte und konnte alleine sein, wenn ich Zeit für mich in Anspruch nehmen wollte – ich habe Freunde in Bansko gefunden, welche ich bereits am Flughafen bei der Autoanmietungsstation kennengelernt habe und weswegen ich letztendlich meinen Heimflug um weitere 5 Tage nach hinten verschoben habe. Die Hotellerie in Bansko hat derzeit geöffnet (Gastronomie geschlossen, nur Take-Away möglich), aber die meiste Zeit habe ich bei meiner Ski- und Snowboard-Truppe aus Spanien und England gelebt. Ich persönlich habe keine Angst davor, in Zeiten wie diesen zu reisen, aber ich respektiere die örtlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes und halte mich an die dort geltenden Regelungen. Ob ich Bansko als Skigebiet weiterempfehlen würde? Wir ÖsterreicherInnen sind mit unseren Pistenverhältnissen schon sehr verwöhnt, etwas das mir in Bansko nochmal deutlich klarer wurde und weswegen ich unser schönes Land noch mehr zu schätzen weiß. Gleichzeitig ist es aber das wichtigste Skiresort im Balkan und ich bin sehr dankbar für meine Zeit hier, auch wenn ich jetzt mal für ein paar Tage in Quarantäne gehen muss. Normalerweise ist Bansko ein total überlaufenes Skigebiet, aufgrund von Corona muss man an den Liften derzeit aber kaum warten. Ein Vorteil für die Skifahrer, ein Nachteil für die Wirtschaft. Neben dem Skifahren ohne Voranmeldung durfte ich auch feststellen, dass Bansko eine Hochburg für digitale Nomaden ist – d.h. ich habe ganz viele junge, selbstständige Menschen aus anderen Ländern treffen und wieder viel Neues dazulernen dürfen. Das macht für mich das Besondere am Reisen aus - verschiedene Menschen aus anderen Nationen kennenlernen und sich von ihnen inspirieren lassen. Wir denken oft, wir wüssten alles von der Welt – als ich zu Reisen begann, wurde mir klar, wie viele Wege es zu leben gibt und dass es kein Richtig und Falsch gibt, sondern die Menschen einfach nur anders sind und das absolut in Ordnung ist. Es ist mir ein Anliegen, diese positive Einstellung weiterzugeben. Gerade in Zeiten wie diesen, wo so viel Negativität in der Luft liegt, ist es meiner Meinung nach wichtig, die Lebensfreude und Energie hoch zu halten. In unserer erfolgsorientierten Gesellschaft liegt der Fokus viel zu oft auf dem was schief läuft, dabei haben wir so vieles, wofür wir dankbar sein können. Das Leben ist da, um gelebt zu werden und es soll jedem Menschen freistehen, die beste Version seiner Selbst zu kreieren. Wer mehr authentische Reiseberichte und positiven Inhalt lesen möchte, kann mir gerne auf Instagram folgen: tanja.ramirez.reznor

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