Richtig füttern
Vögelfüttern ist im Sommer wichtiger als im Winter

Vögel ganzjährig füttern

Viele füttern Vögel nur dann, wenn die Nahrung am knappsten ist : im Winter. Doch es gibt viele Gründe, den Gartenbesuchern im Sommer auf die Sprünge zu helfen. 

Prof.Dr. Peter Berthold sagt Vogelfüttern ist im Sommer am Wichtigsten

Der ehemalige Leiter der renommierten Vogelwarte Radolfzell am Bodensee erklärt : "Amseln, Spatzen, Meisen und Co. brauchen gerade jetzt sehr viel Energie und Eiweiß. Weil sie ja mit der Aufzucht des Nachwuchses beschäftigt sind. Und weil ohnehin wegen des Insektensterbens akuter Nahrungsmangel herrscht. Die Fütterung im Sommer kann sogar die Eigröße steigern, sowie die Eiqualität verbessern und die Ablagefrequenz erhöhen. Viele Studien zeigen, dass all die genannten positiven Effekte erwarten lassen, dass die Zufütterung zu mehr ausfliegenden Jungvögeln und einem insgesamt höheren Bruterfolg führen kann," sagt Berthold.

Die Fütterung nicht abbrechen, keinesfalls zur Brutzeit

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Zufütterung nicht plötzlich in der Brutperiode abgebrochen wird, wozu viele Gegner (insbesondere selbsternannte private Wildvogelstationen und -hilfen) immerzu raten. Deshalb BITTE hört nicht auf zu füttern, und bietet auch nicht nur Beeren an, nur wenige Vogelarten können aus nur Beeren die benötigte Energie ziehen, der Seidenschwanz würde bei derart einseitiger Kost sogar verhungern. Sonnenblumenkerne, Erdnussbruch, Meisenknödel und fette Samen sind gut geeignet. Beeren und Obst sollten immer nur Ergänzung eines  fett- und eiweißreichen Körnerfutters sein und ganz wichtig ist, immer eine Wassertränke in der Nähe aufstellen, dient auch als Badegelegenheit für die Vögelchen.

Das Schauermärchen vom "totfüttern"

"Alle Jahre wieder erreichen uns Anfragen oder Mitteilungen von besorgten, teils erbosten Vogelfütterern oder Füttergegnern, sie hätten "Beweise" dafür, dass Vogeleltern ihre Jungen zu Tode gefüttert hätten - und zwar mit dem "falschen" Futter von Futterstellen. 
Sie meinen tote Meisen im Nest mit einem Sonnenblumenkern im Rachen gesehen zu haben und denken somit, dass der Jungvogel daran erstickt ist. In Wirklichkeit kein Beweis sondern ein Trugschluß aus Unwissenheit," erklärt Prof.Dr. Berthold.

Der wahre Sachverhalt, die Wirklichkeit

"Wer Jungvögel von Hand aufzieht weiß : Vögel haben einen so weiten, dehnbaren Schlund, dass man nicht nur dicke Bollen allen möglichen Futters verabreichen, sondern auch mit der Pinzette bis fast in den Magen eintauchen kann, ohne sie zu verletzen. Passt ihnen etwas nicht - wie etwa ein ungeschälter Sonnenblumenkern - wird er auch von einer Meise ausgeschleudert, oft so heftig, dass einem der Auswurf bisweilen an der Brille klebt," so Berthold.

Nesthäkchen sterben nicht rasch

"Das Absterben der Nesthäkchen zieht sich über Tage hin. Dabei werden sie blutarm - bleich, kühlen aus, werden träge und vor allem die Verdauung erlischt allmählich. Versucht man nun derartig geschwächte Nestlinge von Hand durchzupäppeln, gelingt das ab einem bestimmten Stadium selbst mit dem besten Futter im Wärmeschrank nicht mehr - die Hungerschäden sind irreversibel," erklärt Berthold.

Gesunde Vögel können nicht mit "falschem" Futter von der Futterstelle umgebracht werden

"In der Natur versuchen Vogeleltern, bei ausreichendem Nahrungsangebot auch diese absterbenden Nesthäkchen etwas in den Rachen zu stopfen, solange sie noch den Schnabel aufsperren, was sie selbst bis kurz vor dem Tod reflexartig häufig tun. Im Endstadium können solche halbtoten Vögel aber oft nichts mehr schlucken - kein Korn, kein Räupchen, keine Fliege. Deshalb findet man manchmal tote Jungvögel buchstäblich mit dem "letzten Bissen" im Halse - aber sie sind nicht daran gestorben. Also : Gesunde Jungvögel können nicht mit "falschem" Futter von der Futterstelle umgebracht werden - wohl hingegen z.B. durch mit Gift besprühten Blattläusen an Rosen usw.....," erklärt Berthold.

Das eigentliche Problem ist das Insektensterben

"Immer mehr  Vögel haben Probleme, Eier auszubilden, oder brüten gar nicht mehr. Die Siedlungsdichte von Vögeln in Österreich sei insgesamt 80 Prozent geringer als vor 200 Jahren. Das eigentliche Problem ist das Insektensterben, das jüngst von der EU erlassene Verbot für den Einsatz bienenschädlicher Insektengifte kommt viel zu spät," erklärt der erfahrene Vogelkundler Berthold.

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