19.10.2016, 20:26 Uhr

COPD, die schleichende Gefahr aus Rauch und Staub

Prim. Assoc. Prof. Dr. Peter Errhalt: "Gute COPD-Therapien, aber keine Heilung."
Krems an der Donau: Donau-Universität Krems |

Die Angst des Rauchers vor Lungenkrebs ist berechtigt. Dass es aber selbst für Nikotin-Konsumenten, die dieser Krankheit entgehen, eine zusätzliche Gefahr gibt, ist weniger bekannt.

In seinem MINI MED Vortrag ‚Gefahr COPC, die schleichende Lungenerkrankung‘ erklärte Prim. Assoc. Prof. Dr. Peter Errhalt seinen Zuhörern Ursachen und Symptome sowie Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von COPD.

Auch wenn die Zahl der Betroffenen im Graubereich ‚nur’ zwischen 5 und 25 Prozent der Bevölkerung liegt - übrigens stark zunehmend bei Frauen - erkranken davon 80 Prozent durch aktiven oder passiven Nikotinkonsum an COPD. Dabei handelt es sich um eine permanente Entzündung, deren Ursachen ebenso chemische Dämpfe, Feinstaub und ein - selten vorkommender - angeborener Mangel an Eiweiß sein können. Schleimbildung und Atemnot - zunächst bei körperlicher Anstrengung, später auch in Ruhe sind erste Symptome. Auf die immer geringer werdende Sauerstoffzufuhr reagiert die Lunge mit Überblähung (‚Emphisem‘), die Teile der Lunge zerstören - irreparabel. Damit beginnt ein Kreislauf, denn Häufigkeit, an Infektionen zu erkranken nimmt zu, gleichzeitig steigt die Anzahl an Spitalsaufenthalten, um wieder auf die Beine zu kommen.

Bei ersten Symptomen, aber auch dann, wenn Sie der Risikogruppe (z.B. als Raucher) angehören, führt kein Weg an einer Lungenfunktionsmessung vorbei, Emphiseme können in Folge mit Röntgen oder Computertomographie ausgelotet werden. Je nach Schweregrad unterscheidet man COPD in die Stati Cold A, B, C und D, wobei im letztem Staduim Langzeitsauerstofftherapien mit stark reduzierter Leistungsfähigkeit und Lebensqualität lauern. Auch wenn COPD nicht heilbar ist, gibt es u.a. Therapien mit Medikamenten zur Entspannung der Atemwegsmuskulatur. Hustenstillende Medikamente wirken nur temporär, z.B. für eine ungestörte Nachtruhe und sind als Dauermedikation ungeeignet.

Wer sich also die permanente Sauerstoffzufuhr mittels Geräten und Schläuchen ersparen möchte, sollte nicht nur seinen Nikotinkonsum hinterfragen sondern zunächst eine der angesprochenen Untersuchungsmethoden in Anspruch nehmen.
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