14.10.2014, 10:45 Uhr

Achiv der Zeitgenossen: "Was wir hier tun, ist sichtbar machen"

Architekt Wolf D. Prix erklärt Landeshauptmann Erwin Pröll ein Modell.

Kunst wissenschaftlich aufzuarbeiten und einem entsprechenden Diskurs zur Verfügung zu stellen, ist Aufgabe des Archivs der Zeitgenossen, das jetzt um den Vorlass eines Architekten reicher ist.

KREMS. "Archiv der Zeitgenossen- Was ist das und vor allem wo ist das?"- die erstaunte Frage kommt sogar von so manchem kulturinteressierten Kremser. Es ist eine Sammlung künstlerischer Vor- und Nachlässe und befindet sich im Keller unter dem Kino im Kesselhaus samt Filmbar. "Es wurde als lebendiges Archiv gegründet und dient nicht nur zur Dokumentation, sondern auch als Ort der Zusammenkunft", erklärt Landeshauptmann Erwin Pröll. Und Friedrich Faulhammer, der Rektor der Donauuniversität, zu welcher das Archiv der Zeitgenossen gehört, ergänzt: " Was wir hier tun, ist sichtbar machen."

Cerha, Turrini und jetzt auch Prix

Bislang beherbergt das 2010 gegründete Archiv nur Vorlässe, also wirklich nur Werke und Dokumente von Zeitgenossen. Der Komponist Friedrich Cerha deckt im Archiv den musikalischen Part ab, der Schriftsteller Peter Turrini den literarischen.
Jetzt neu eingetroffen ist der Teilvorlass des Architekten Wolf D. Prix. "Er hat eine unglaubliche Strahlkraft auch auf internationaler Ebene gewonnen", ist Pröll vom Neuzugang überzeugt, er schuf die Kinowelt Dresden oder BMW München."


Chef von Coop Himmelblau

Der 1942 in Wien geborene Design Principal und das Herz von Coop Himmelblau.
Im Archiv der Zeitgenossen sind nun eigenhändige Skizzen (1968 bis 2011), vollständige Konvolute zu "Villa Rosa", Uno Genf Cloud" und "Flammenflügel", wie Manuskripte für Vorträge, Modelle, Design-Objekte und Fotos eingetroffen. "Ich bin schon gespannt, was aus der Wissenschaft werden wird", zeigt sich Architekt Wolf Prix neugierig und bezeichnet sich selbst humorvoll als jungen Architekten: "Als Architekt beginnt man ja erst mit 50 zu leben."

Es soll damit gearbeitet werden

In Krems lagern nun 700 originale Werkmanuskripte, Partituren und Zeichnungen, über 5.000 Briefe. Das und mehr soll auch einer Öffentlichkeit zugänglich sein, wie Archiv-Leiterin Christine Grond betont: " Wir versuchen, das Material großzügig zur Verfügung zu stellen. Wir wollen, dass damit gerbeitet wird." Zu diesem Zweck ist auch die Digitalisierung des Archivmaterials schon sehr weit fortgeschritten.
Das Archiv der Zeitgenossen ist gegen Voranmeldung zugänglich.
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