24.05.2017, 15:40 Uhr

Ein buntes Gartenfest

Gemeinsam im interkulturellen Schwerpunkthaus: KG-Inspektorin (Land NÖ) Andrea Petkov, Schulamt-Leiterin Gertraud Schwebisch, KG-Leiterin Ulrike Haydu, Projekt-Leiterin Regina Kirschenhofer.
Krems an der Donau: Kindergarten Altstadt |

Mit seinem ‚Interkulturellen Familienfest’ machte der Kindergarten Altstadt in Krems auf ein beachtenswertes Projekt des Landes NÖ aufmerksam. Bei ‚Interkulturelles Schwerpunkthaus’ geht es um Integration und ein selbstverständliches Miteinander von klein auf.

Es gibt Geschichten, die sollen erzählt und hinausgetragen werden, speziell dann, wenn sie Vorbildwirkung haben. Es geht um die Beseitigung sprachlicher Blockaden, so früh wie möglich. Im Kremser Kindergaten Altstadt verbringen 76 Kinder aus 16 Nationen unter behutsamer Begleitung eines ambitionierten Team aus Pädagoginnen und Betreuerinnen, täglich Zeit miteinander. Ideale Voraussetzung für das Land NÖ als Betreiber des Kindergartens dessen Leiterin Ulrike Haydu die Initiierung des Projekts ‚Interkulturelles Schwerpunkthaus’ vorzuschlagen. Dabei werden neben begleitenden Sachaufwänden bis zu vier interkulturelle Mitarbeiterinnen, die jeweils bis zu drei Tage pro Woche vorort anwesend sind bereitgestellt, um deutsch- und fremdsprachige Kinder gleichermaßen zu fördern. In drei zu dokumentierenden Phasen lernen nicht nur die Kinder Deutsch sondern bekommen deren Eltern ein Verständnis für Land, Bevölkerung und Traditionen.

Die Entwicklung ist mehr als erfolgreich obgleich es laufend neue Herausforderungen gibt. Wie etwas bei traumatisierten Flüchtlingskindern, deren Vertrauen es mit besonderem Einfühlvermögen zu erreichen gilt . Speziell In diesem Bereich ist die Fluktuation stark, manche Kinder bleiben nur zwei Monate, je nach Status des Asylverfahrens. Kindergartenleitin Ulrike Haydu: „Zunächst gilt es, ein Wohlgefühl für die Kinder aufzubauen, erst dann sind weitere Schritte möglich.“ Projektleiterin Regina Kirschenhofer erzählt, dass bei den Kindern - auf vier Gruppen, die sprachlich und altersmäßig durchmischt sind aufgeteilt - vor allem auf Vermittlung von Harmonie gesetzt wird.

Die Dauer für das Projekt ist vorerst mit 2018 imitiert, Verlängerung je nach Erfolg und Erfahrung nicht ausgeschlossen. Die deutsch- und fremdsprachigen Eltern ‚vermischen‘ sich sehr gut, was ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei. Auch interkulturell bedeutsam: „Jede Sprache, jede Nation ist wertvoll, wie gehen wir damit um, was können wir damit machen. Die Stimmung in der Bevölkerung ist grundsätzlich negativ, da freuen wir uns besonders, dass bereits so vieles so gut gelungen ist“, erzählt Kirschenhofer.

Krems Altstadt ist zurzeit der einzige von 14 Kremser Landeskindergärten, an dem das Projekt läuft. Für Kindergartenleiterin Haydu ist das Erfolgsrezept für das Gelingen das fantastische Teamwork mit ihren Mitarbeiterinnen, „ohne das wir nicht so zielorientiert agieren könnten.“

Das interkulturelle Familienfest verlief harmonisch und kulturell verschränkt: Der Präsentation des hierzulande gepflogenen ‚Grüß Gott’ in elf verschiedenen Sprachen folgte eine weitere Darbietung durch die Kinder: Die Entdeckung der eigenen Identität, abgeleitet vom Kinderbuchklassiker ‚Das kleine ich-bin-ich“. Durchaus auch für Erwachsene geeignet, um das eine oder andere ‚Aha-Erlebnis‘ zu erfahren. Und Blockaden abzubauen.
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