08.11.2016, 09:19 Uhr

Krems spart 145.000 Euro Energiekosten im Jahr

Baudirektor Reinhard Weitzer, Magistratsmitarbeiter Christian Braun, Umweltgemeinderaum Albert Kisling, Bürgermeister Reinhard Resch, Umweltgemeinderat Thomas Hörhan
"Energieautarkie ist für Krems nicht nur ein Schlagwort", verkündet Bürgermeister Reinhard Resch, "die Stadt nimmt ihre Verantwortung sehr ernst."
Die Klima- und Modellregion Krems peilt die Energieautarkie für 2030 an. Ein ambitioniertes Ziel, das zunächst weder Kosten verursachen noch das Personal der Stadt belasten durfte, so die Vorgabe.

Sparen, Effizienz steigern und Umsteigen

Von einer klar definierten Pyramide kündet Baudirektor Reinhard Weitzer: "Als erstes kommt Sparen, als zweites, die Effizienz zu steigern und an dritter Stelle steht das Substituieren auf andere Energieträger." Das betrifft natürlich nicht nur Kommunen, sondern auch Einzelpersonen.
Das Substituieren erwies sich anfangs als schwierig, wie Umweltgemeinderat Thomas Hörhan erläutert: "In Krems ist weder Wasser- noch Windenergie möglich. In unserer klein strukturierten Landschaft ist es eben nicht möglich, groß strukturierte Energieerzeugung anzusiedeln." Als Stätte für Experimente wollte sich die Stadt allerding auch nicht hergeben.
Das EVN Biomasse Heizwerk bei der Kläranlage ist ein bahnbrechender Schritt.
"Wir haben eben begonnen, massiv Energie einzusparen. Bei Wärme, Strom und Wasser wurde im Minutentakt der Verbrauch aufgezeichnet", berichtet Stadtrat Albert Kisling, "so schwierig sich der Beginn auch gestaltete, so erfolgreich läuft das Projekt Energieautarkie 2030 heute."
Die nachhaltige Senkung des Energieverbrauchs bei öffentlichen Gebäuden wurde durch Maßnahmen wie Gebäudesanierungen von Schulen, Kindergärten, des Rathauses Stein und städtischen Betrieben durchgeführt. 15 Prozent Einsparung brachte alleine schon die Umstellung der Beleuchtung von öffentlichen Anlagen auf LED.

Ideenwettbewerb für E-Mobilität

Stadtinternes E-Carsharing oder Fuhrparkmanagement? Das wird sich zeigen, wenn die Prüfung der Einreichungen durch ist. Die Stadt hat nämlich einen Ideenwettbewerb zur Stärkung von Elektromobilität ausgeschrieben. Auf jeden Fall bekennt sich Krems klar zur E-Mobilität und setzt ein Zeichen, indem sie die Parkgebühr für E-Autos fallen gelassen hat.

Seit 2014 nimmt Krems am Klimaschulen-Projekt teil, in dem sich Schüler verschiedener Altersgruppen mit der energetischen Nutzung von öffentlichen Gebäuden oder mit der Anpassung an den Klimawandel auseinander setzen.

In der erneuerbaren Stromgewinnung sieht die Stadt großes Potenzial. Bis 2020 sollen rund 10.000 Quadratmeter Photovoltaikanlagen auf öffentlichen und privaten Gebäuden installiert werden.
Inwiefern die Abwärme verscheidener Großunternehmen genutzt werden kann, wird analysiert. Die Badearena Krems setzt schon auf Abwärmenutzung und spart 85 Prozent Wärme ein. Der Einsatz von Biomasse bei öffentlichen Gebäuden wird auch gerade geprüft.

Als Mitglied der Klima- und Modellregion konnte Krems im Zeitraum der vergangenen drei Jahre Fördermittel von 120.000 bis 130.000 Euro für die Umsetzung der Energiesparmaßnahmen lukrieren. Nun steht eine neuerliche Bewerbung um die Mitgliedschaft an.

Kritik am Energiesparkurs kommt seitens der FPÖ Krems. Stadtrat Werner Friedl beanstandet, dass die Amortisationszeit für die Umstellung auf LED-Beleuchtung zu lange sei. „Wir von der FPÖ Krems teilen diese Freude, möchten aber gerne wissen, welche Aufwendungen und Investitionen notwendig sind, um die genannten Einsparungen zu erzielen“ fordert Stadtrat Friedl.
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