02.04.2017, 21:14 Uhr

Leo Zogmayer im Klangraum Krems

Krems an der Donau: Krems | Krems – Der Kremser Künstler Leo Zogmayer sprach am Samstag 1. April im Klangraum Krems zum Thema „Echos der Gegenwart“.
„Der Prophet im eigenen Land zählt nicht.“ So heißt das Sprichwort, das aber auf Leo Zogmayer nicht zutraf. Der Klangraum Krems war bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt. Die Leute waren gekommen um „ihren Leo“ zu hören und waren sichtlich stolz auf ihn. Zogmayer hat sich einen internationalen Namen als Künstler gemacht und in seinem einstündigen Vortrag erzählte er von seinen Projekten. Den Höhepunkt bildete seine derzeitige Arbeit, der Umbau des Doms in Berlin. Offen sprach er über Probleme und Lösungen. Etwa, wie er für ein Innsbrucker Frauenkloster die gotische Kapelle umbaute und die Nonnen nachher alles mit einem lokalen Tischler verkitschten. Er tat es nicht als Kritik ab, sondern wollte das Denken der sich „hauptberuflich mit Religion beschäftigenden Menschen“ aufzeigen ohne es negativ darzustellen.
Seine Projekte unterlegt er aber auch mit viel Theorie und Geschichtsstudium. Eine sehr gründliche Vorbereitung, die ihn dann eben - wie in Berlin, wo er aus 360 Bewerbungen als Sieger hervorging – zum Erfolg führt. Ein guter und harter Arbeiter.
Auch über sich selbst sprach er. Etwa sein Zugang zur Religion und zu Gott. Dass das „eine Kugel sei, deren Zentrum und Umfang unendlich seien“. Er hatte sich einmal bemüht das Wort „Gott“ ein Jahr lang nicht auszusprechen und durch andere Wörter zu ersetzen.
Der Radiojournalist Hubert Gaisbauer versuchte Leo Zogmayer im Gespräch zu mehr Hintergrundinformationen zu bewegen, was das Bild nach dem Vortrag noch weiter abrundete.
Eine Performance des japanischen Künstlers Akio Suzuki und der Tänzerin Hiromi Miyakita beschloss die gelungene Veranstaltung. Suzuki ist Architekt und Musiker. Er spielt aber nur Instrumente, die es nicht gibt. Das veranschaulichte er in der Performance so, dass er das Instrument vor dem Publikum zusammenbaute. In einen Baumstamm schlug er verschieden lange Nägel, auf denen er dann spielte und seine Partnerin tanzte.
Für Insider ein schönes Ereignis war es, dass der künstlerische Leiter dieses Osterfestivals - Josef Aichinger – wieder gesund im Publikum war. Ihm sind diese künstlerisch hochstehenden Veranstaltungen in Krems zu verdanken.
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