22.03.2017, 08:46 Uhr

Piaristenkirche: Experten retten den Triumpfbogen

Steinmetz (Fa. Ecker) Johannes Bernleitner, DI Franz Beicht (Bundesdenkmalamt), Statiker DI Johann Zehetgruber (Foto: Peter Granser)
KREMS. 17 Meter ragt das Gerüst in die Höhe, das mitten in der Piaristenkirche steht und dazu dient, den Triumpfbogen, der Altarraum von Kirchenschiff trennt, zu sanieren.
Im Oktober vorigen Jahres waren Sandsteinstücke zu Boden gefallen. Seither gab es Messungen, Untersuchungen und jetzt endlich die Sanierung.
Vorraussichtlich bis Freitag 24.3. werden die Arbeiten am Triumphbogen noch dauern. Für Freitag ist der Abbau des Gerüstes geplant.

Was gemacht wird

Restauratoren verpressen die Sprünge durch die ganze Länge, die etwa 150 cm beträgt. Die lockeren Sandsteine werden durch Anbringen von NIROSTAstangen (nicht rostender Stahl) befestigt. Dazu wurden bis zu 150 cm lange vertikale Bohrlöcher geschaffen, die nach Einbringung der Stangen mit Epoxydharz gefüllt und verfestigt werden. Natürlich werden auch zwei Passstücke ergänzt.

Folgende Erkenntnis beim Triumpfbogen konnten schon gewonnen werden:
Seit der Errichtung des Bogens im 15. Jahrhundert haben sich die zwei Triumphbogenteile um etwa drei Zentimeter vertikal verschoben, davon seit der letzten Restaurierung 1939 um einen Zentimeter. Bei der letzten Restaurierung 1939 wurde der im Oktober abgestürzte Teil nur grob fahrlässig ohne ausreichende Befestigung im Bogen mit Restauriermörtel ergänzt. Der originale Sandsteinteil hat damals auch schon gefehlt.

Wie geht es weiter:


2017:
• Sanierung des unteren Teils des Sandsteinportales (massive Salz- und Feuchtigkeitsschäden).
• Restaurierung der historisch wertvollen Holzeingangstüre des Sandsteinportales mit den barocken Beschlägen.
• Anbringen von Spionen im Bereich des Gewölbes oberhalb der Orgelempore und ein Jahr Beobachtung derselben, Untersuchung der Fundamente- reichen sie die acht/neun Meter bis zu Felsen oder nicht.
• Die Bauforschung soll sich der Baugeschichte der Kirche annehmen, vielleicht lässt sich dabei das Alter des Vorgängerbaues/ der Vorgängerbauten ermitteln, war hier wirklich schon 1014 eine erste Kirche?

2018:
• Gutachten über notwendige Maßnahmen, Versuch der Mittelauftreibung für eine Innensanierung der Gewölbe und Wandflächen. Ideal wäre eine Prozentaufteilung zwischen den öffentlichen Stellen und dem Orden.

2019/20:
Hoffentlich eine Innenrestaurierung

"Richtig teuer wird es, sollte der Untergrund der Kirche bis zum anstehenden Fels in 8 bis 9 Metern Tiefe saniert werden müssen" so Statiker (DI) Johann Zehetgruber.
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