20.10.2014, 00:21 Uhr

Einsatztauglichkeitsüberprüfung der Suchhundestaffel in Krems

Beste Zusammenarbeit mit der Kremser Feuerwehr
Mautern an der Donau: Hundesportverein Wachau |

Die Einsatztauglichkeitsüberprüfung für Suchhundestaffeln beim Hundesportverein Wachau von 17. bis 19.10. diente dazu festzustellen, welche der teilnehmenden Suchteams im Ernstfall Leben retten können.

Johann Wagensommerer, Kommandant der Suchhundestaffel Regionalgruppe Krems (Österreichische Hundesport Union mit vier Regionalgruppen), erzählt den Bezirksblättern Krems über die Aufgabenbereiche von Suchhundestaffeln.

Zunächst ist die ÖHU kein traditioneller Ausbildungsverein, sondern so wie Rettung, Feuerwehr und Polizei eine Blaulichtorganisation mit der Hauptaufgabe, vermisste Personen zu orten. Meldet jemand über den Notruf Niederösterreich (144) jemand Anderen als vermisst, werden sämtliche Organisationen in ganz Niederösterreich alarmiert und alle Abläufe via Computersystem koordiniert. Oft ist großflächig unwegsames Gelände zu durchforsten, weshalb mehrere Suchhunde-Organisationen zu einer Aktion hinzugerufen werden.

Selbstmordgefährdete, Alzheimerpatienten oder Verschüttete erfordern einen Großteil der Sucheinsätze. Gegenwärtig verfügt die ÖHU über 15 bis 18 Suchteams, wobei sich ein Suchteam aus Hundeführer, Hund und Einsatzhelfer (medizinische Erstversorgung) zusammensetzt. Auch internationale Einsätze sind keine Seltenheit wie es etwa nach Erdbeben in Algerien, Taiwan, im Iran oder der Türkei der Fall war.

Die Ortung nach Personen kann auf zweierlei Art erfolgen: Flächensuche nach (Über-)Lebenden - der Hund spürt alle im zugeteilten Bereich lebenden Menschen auf. Beim Mantrailing hingegen werden Geruchshunde eingesetzt, die anhand von vom Vermissten benützten Gegenständen Witterung aufnehmen und die Person suchen.

Hundesuchteams erfordern die perfekte Abstimmung zwischen Mensch und Tier. Beim Hund ist nicht dessen Rasse entscheidend sondern Ausscheidungskriterien wie Nervosität und Ängstlichkeit. Die Suche selbst absolviert ein Hund übrigens mit seinen mehr als 250 Millionen Riechzellen. Der Hundeführer benötigt wichtige Eigenschaften wie Konzentrationsfähigkeit, Geduld, Ausdauer sowie Orientierungssinn und Kondition, oberste Altersgrenze ist 65.

Im Zuge der in Krems stattgefundenen Einsatztauglichkeitsüberprüfung wurden Suchteams auf deren Fähigkeiten anhand von Suchszenarien und Konditionstests überprüft. Der „Nachschub“ an Suchteams kommt aus den Hundesportvereinen, wo bewusst Ausschau nach Talenten gehalten wird. Angesprochen sind all jene Hundebesitzer, die sich vorstellen können, mit ihrem Hund ein Suchteam zu bilden. Aber Achtung: Die „Bestanden-Quote“ liegt meist nur unter 50%! Interessierte können sich direkt an die Österreichische Hundesport Union oder an den Hundesportverein Wachau wenden (siehe nachfolgende Links).

Hundesportverein Wachau
Österreichische Hundesport Union
144 Notruf Niederösterreich
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