Bald auf "Servus Tv"
"Heimatleuchten"-Crew im Alpbachtal unterwegs

Bei Säger Andreas in Inneralpbach geht's um's Holz
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  • Foto: Servus Tv/Terra Mater
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Die "ServusTV"-Serie "Heimatleuchten" besucht in der Folge, die am Freitag den 16. August um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird,  „Das Alpbachtal – Kluge Köpfe, fremde Früchte“. Es geht um Bretter, die die Welt bedeuten im Sägewerk von Andreas Moser, frechte Früchtchen von "FloBerry" in den Gärten von Naomi und Florian Hechenblaikner, das Brauchtum im Tal beim Herz-Jesu-Feuer und dem Alpbacher Dorffest mit der Bergrettung Alpbach und schließlich die Sagzahnschmiede und den Friedhof ohne Toten von Hans Guggenberger. Es ist die erste von zwei Folgen "Heimatleuchten", die im und rund um's Alpbachtal gedreht wurde.

BEZIRK (red). Ende Juni und Anfang August waren die Team von "Servus Tv" für die Serie "Heimatleuchten" in der Region Alpbachtal unterwegs.

Bei Säger Andreas in Inneralpbach

Andreas Moser ist einer von sehr wenigen, die den Beruf des Sägers per Hand und hauptberuflich ausüben. Nebenbei steht er als passionierter Schauspieler auf den Brettern, die für ihn die Welt bedeuten.Der gelernte Sägemeister hat seine Werkstatt im idyllischen Inneralpbach. 1924 wurde die kleine Säge in Inneralpbach in Betrieb genommen. Und heute noch arbeitet Andreas Moser mit Gerätschaften aus dem Jahre 1867. Sein Prachtstück ist die horizontale Blockbandsäge aus den 1970er Jahren. Sie schneidet Baumstämme mit bis zu 1.30 Meter Durchmesser. Er hat sie selbst repariert und „aufgepimpt“. Die alten Maschinen bedient er rein manuell. Sägeblätter werden selbst geschliffen und eingerichtet.
Seine Kundschaft liefert ihm Rundholz, meist aus dem eigenen Waldbestand, das Andreas dann zu Brettern und Holzbalken verarbeitet. Und er kann gut davon leben, denn der Inneralpbacher produziert Kleinmengen und macht alles, was nicht der Norm entspricht. Das ist auch sein Überlebenskonzept, um sich gegen die großen Sägewerkunternehmen durchzusetzen. So werden überdimensionierte Holzstücke, Schnittholz für Balkone, Dachstühle und Terrassenböden von ihm hergestellt.
Der Ausgleich zur körperlich schweren Arbeit ist das Theaterspielen. Seit 1994 spielt er an mehreren Unterländer Bühnen, mittlerweile bei den bekannten Rattenberger Schlossbergspielen. Aber auch dort lässt ihn seine Leidenschaft zum Holz nicht los: das Holz für Theaterutensilien stammen natürlich von ihm.

Beeriges bei Naomi & Florian Hechenblaikner

Seit 2008 produzieren Naomi und Florian Hechenblaikner aus Reith im Alpbachtal unter dem Namen „Floberry“ aus frischen, selbstangebauten Früchten Marmelade, Chutneys, Liköre, Säfte oder Saucen. Auf dem eigenen Bauernhof gibt es Quitten, Bergkiwis und Aronia (Apfelbeeren) und jede Menge Beeren.Naomi ist eigentlich aus Holland, wollte ursprünglich eine Weltreise machen und nur ein bis drei Monate im Alpbachtal bleiben. Doch dann lernte sie Florian kennen. Beide entdeckten ihre gemeinsame Liebe und Leidenschaft für den Obstbau, die sie schon seit ihrer Kindheit geprägt hat, denn beide stammen aus Obstbaufamilien.
Der Anbau des Obstes ist der Bereich von Florian, Naomi verarbeitet die Früchte weiter. Mittlerweile finden sich alleine im Marmeladeregal 25-30 Sorten und es kommen immer wieder neue dazu. Produziert werden die Klassiker wie Erdbeer- oder Himbeer-Marmelade. Aber auch hausgemachte Erdbeer-Prosecco-Marmelade, Erdbeer-Chili, Erdbeer-Schokolade, Brombeer-Zitronengras und süße Bergkiwis sind im Repertoire.
In diesem Sommer wollen sie etwas Neues ausprobieren: Eis mit ihren frischen Beeren, natürlich aus der Milch von Bauern der Region.

Feurig mit der Bergrettung am Gratlspitz

Auch im Alpbachtal werden am 22. Juni die Berge in Flammen gesetzt. Konkret geht es um das Herz Jesu Feuer, welches auf den Herz-Jesu-Schwur im Jahr 1796 zurückgeht, mit dem die Tiroler Einheit im Kampf gegen Franzosen und Bayern damals hergestellt werdensollte. Zum Zeichen des Schwurs wurden damals Bergfeuer entfacht und diese Tradition hat sich bis heute fortgesetzt.
Die Vorbereitungen beginnen meist eine Woche vorher. Mühsam werden das Brennmaterial und ein Teil vom Proviant für die Übernachtung am Berg zur geplanten Feuerstelle gebracht. Angezündet werden Kerzen, Fackeln oder Brennholz, also ein richtiges Lagerfeuer! Meist werden mit den Fackeln Formationen wie z.B. ein Kreuz gebildet.
ServusTV begleitet Johann Schneider von der Bergrettung und sein Team auf die Gratlspitz, dem höchsten Berg im Alpbachtal. Vor dem Feuer und nach dem anstrengenden Aufstieg, darf natürlich auch eine gemütliche Jause auf dem Berg nicht fehlen.

Johann Schneider - Bergretter und Mann der Rekorde

Seine Liegestützrekorde auf rohen Eiern, Nägeln oder Bierflaschen bescherten dem Alpbachtaler Johann Schneider zahlreiche Fernsehauftritte auf der ganzen Welt („Wetten, dass..?“, Jay Lenos „Tonight Show“, Günther Jauch, Stefan Raab, Rudi Carell, etc.). Der ehemalige Staatsmeister im Karate war auch als Stuntman aktiv. Heute betreibt Johann einen Bergbauernhof, eine Ein-Mann-Skischule und ist Einsatzstellenleiter der Tiroler Bergwacht.Dreimal hat Johann es bereits in das „Guinness-Buch der Rekorde“ geschafft. Mit 60 Liegestützen auf zwei Daumen in 47 Sekunden und 25 Liegestützen auf zwei Daumen und einer großen Zehe. Wobei Daumen und Zehe jeweils auf Bierflaschen aufgestützt waren. Parallel dazu hob er mit den Zehen des freien Fußes Bierflaschen auf und schlichtete sie in eine Kiste.
Neben seiner Leidenschaft für das doch eher skurrile Hobby, ist er bei der Bergrettung und Einsatzstellenleiter der Bergwacht und hat eine Skischule. Außerdem ist er im Sommer hauptsächlich mit seiner Landwirtschaft beschäftigt.
Daneben hat er eine zusätzlich Einnahmequelle, die ihm immer wieder spektakuläre Aufträge verschafft: Schneider arbeitet als Stuntman – hauptsächlich in Kletterszenen. In rund 80 Filmen und Serienfolgen, etwa „Der Bergdoktor“, „Wildbach“, „Soko Kitzbühel“, „Jets – Leben am Limit“ und einigen Werbespots war er bereits zu sehen.

Der "lustige Friedhof"

In Kramsach, hinter der Sagzahnschmiede, befindet sich ein wohl einzigartiges Überbleibsel vergangener Zeiten: Der Besitzer der Schmiede - Hans Guggenberger - hat es geschafft, unzählige Grabkreuze und Grabsteine aus dem vorigen Jahrhundert zusammenzutragen, um diese auf Grund ihrer einzigartigen Inschriften auszustellen. „Hier liegt in süßer Ruh`, erdrückt von seiner Kuh, Franz Xaver Maier. Daraus sieht man, wie kurios man sterben kann“: Seit 1965 laden skurrile Grabinschriften im Museumsfriedhof Tirol in Kramsach zum Schmunzeln ein.Der Kramsacher Schmied Hans Guggenberger hat in diesem „Lustigen Friedhof ohne Tote“ eine einzigartige Sammlung an Grabinschriften und Marterlsprüchen zusammengetragen. Aus Tirol, Südtirol, Salzburg, Bayern – kommen die Stücke, die er stolz präsentiert. Neben dem ältesten Kreuz Tirols hat er rund 850 Kreuze. Fünf Jahrhunderte alpenländischer Grabkultur können hier besucht werden. Es ist die größte Grabkreuzsammlung Europas.
Hans Guggenbergers Leidenschaft für eiserne Kreuze ist kein Zufall. Auf dem Gelände rund um den Friedhof ist seine Sagzahnschmiede untergebracht, in der Grabkreuze gefertigt werden. Mittlerweile hat er den Betrieb allerdings an seine Tochter Claudia übergeben, trotzdem hilft er jeden Tag mit.
In der Sagzahnschmiede werden etwa 300 Grabstätten pro Jahr gemacht und unter anderem auch Altäre, etwa für den Salzburger Dom.
Zu erzählen hat der 66-Jährige jedenfalls so einiges. Insgeheim träumt Hans aber von einem Raumfahrtmuseum in Tirol. 2003 konzipierte er gemeinsam mit Autor Martin Reiter eine Sonderausstellung zum Thema „Tirols Beitrag zur Raumfahrt“. Auf die Idee kam er weil auf dem Gelände der Sagzahnschmiede einst ein geheimer Prüfstand aus dem Dritten Reich für Triebwerke der ersten erfolgreichen Flüssigkeitsrakete, der „Aggregat 4“ – später bekannt als Vergeltungswaffe „V2“ – untergebracht war. Die Ausstellungsstücke und Vitrinen sind noch in einem Raum der Schmiede untergebracht.

Außerdem besuchte das Team Wilfried und Christoph Weiss, die das Handwerk der Zinnranzenherstellung und dessen Geschichte erläutern, den Volksmusiktag im Höfemuseum, wo eine Prügeltorte gebacken wird und die Glasbläserei Schwarz, wo sich "Heimatleuchten" einen Einblick in die Glastradition der kleinsten Stadt Österreichs geben lässt.

Alle Beiträge zum Thema Alpbachtal finden Sie hier.

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