BBT-Bau
Angath stimmt Vier-Hektar-Baustelleneinrichtung zu

Aus der acht Hektar großen Baustelleneinrichtung in Angath soll laut einem neuen Kompromiss eine vier Hektar große werden. Die restlichen vier benötigten Hektar sollten als Baustelleneinrichtung in Kundl eingerichtet werden.
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  • Aus der acht Hektar großen Baustelleneinrichtung in Angath soll laut einem neuen Kompromiss eine vier Hektar große werden. Die restlichen vier benötigten Hektar sollten als Baustelleneinrichtung in Kundl eingerichtet werden.
  • Foto: ÖBB/Pellizzari
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Angather Gemeinderat stimmt Planungsänderung für Vier-Hektar-Baustelleneinrichtung zum Brennerbasistunnel (BBT) mehrheitlich zu. Gemeindeführung will über Details weiterverhandeln.  

ANGATH (bfl/red). Die aktuellen Pläne der ÖBB für den Bau der Bahntrasse bringt die Gemeinde Angath zumindest kurzweilig in eine schwierige Lage. Erst im November 2018 hatte man leicht aufgeatmet, nachdem die ÖBB ihre Pläne für eine offene Tunnelführung im Bereich bei Angath auf eine unterirdische Variante ummünzten. "Eine für uns verträgliche Variante", wie Angaths Bgm. Josef Haaser damals festhielt.
Dass die angestrebte Variante nicht ganz so verträglich war, zeigte sich im Jahr 2019, als ein Lageplan bezüglich der Baustelleinrichtung auf dem Angather Gemeindegebiet präsentiert wurde. In der Bauphase des Tunnels kommen Belastungen auf die Bürger zu. Die ÖBB braucht für den Bau eine acht Hektar große Einrichtung für eine Baustelle und wollte diese bei Angath einrichten. Darüber hinaus sollte laut Plänen Tunnelausbruchmaterial, dessen Volumen bis zu zwei Millionen Kubikmeter betragen könnte, auch von Angath nach Angerberg transportiert werden, um im Schöfftaler Forst deponiert zu werden. 

Von acht auf vier Hektar verhandelt

Bereits im August 2019 reichte die ÖBB die Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) für die Neubaustrecke zwischen Schaftenau und dem Knoten Radfeld beim Verkehrsministerium ein – dabei eingereicht wurde auch die acht Hektar große Baustelle in Angath. Die Gemeinde wollte mit den ÖBB nachverhandeln und präsentierte nun im letzten Angather Gemeinderat am Donnerstag, den 8. Februar die Ergebnisse.
"Acht Hektar nahe einem Siedlungsgebiet, konnte von uns nicht akzeptiert werden und daher fanden mit der ÖBB, ÖBB-Ausschuss der Gemeinde und mir mehrere Verhandlungsrunden statt", sagt Bgm. Josef Haaser. Das Ergebnis, das er dabei erzielen konnte ist ein Kompromiss: Aus der acht Hektar großen Baustelleneinrichtung in Angath sollte eine vier Hektar große werden. Die restlichen vier benötigten Hektar sollten als Baustelleneinrichtung in Kundl eingerichtet werden.
Nun galt es in der letzten Angather Gemeinderatssitzung über diese neuen verbesserten Pläne abzustimmen. Mit sieben zu vier Stimmen nahm die Mehrheit des Gemeinderats die Variante mit vier Hektar an. Gegenargumente brachten unter anderem Vizebürgermeister Manfred Wimpissinger (VP) und Bruno Mayrhofer (SPÖ) vor. 

Details noch auf dem Verhandlungstisch

"Die jetzige Variante war die bestmögliche Variante, die außerbehördlich erreichbar war", sagt Bgm. Haaser. Hätte der der Gemeinderat den neuen verbesserten Plänen nicht zustimmt, wären die alten, im August eingereichten Pläne mit acht Hektar in den nächsten Monaten im Umweltverträglichkeitsverfahren auch verhandelt worden. Damit wäre man im Behördenverfahren das Risiko eingegangen, dass die Behörder die acht Hektar als umweltverträglich erachtet.  
Da der Gemeinderat nun zugestimmt hat, werden die verbesserten Pläne nachgereicht und
verhandelt, wobei hier nicht mehr die Größe der Baustelle als Verhandlungsoption auf dem Tisch liegen dürfte. Die vier Hektar an Baustelleneinrichtungsfläche in Angath dürften sich nicht mehr verkleinern – eine kleinere Fläche sei in Angath nicht möglich, sagt Haaser. Bei den weiteren Verhandlungen sich die Gemeindeführung nun auf Details konzentrieren. Eines dieser ist die Option der sogenannten "Förderbandlösung" für das Schöfftal in Angerberg, wo für den Materialtransport anstatt von LKW ein Förderband zum Einsatz käme. Hier muss man aber noch einige Fragen zuvor beantworten. Auch könnte diese Option hinfällig werden, wenn das Material zum Beispiel für Dämme für den Hochwasserschutz verwendet werden kann. 

25.000 LKW-Fahrten pro Jahr

Was bleibt sind die LKW-Fahrten. Laut den derzeitigen Plänen würden LKWs bei der Option einer Anschüttung im Ochsental nicht durch das Dorf donnern, sondern ihr Ziel über die Autobahnbrücke anfahren. Von Montag bis Freitag kämen damit 16 LKW auf die Bürger zu – das bedeutet 32 LKW-Fahrten, wenn man sowohl Hin- als auch Rückfahrt rechnet. Im Jahr käme man damit auf 25.000 LKW-Fahrten, sagt Haaser. Dauern die Tunnelarbeiten im Ort zwei Jahre, wie derzeit geschätzt, käme man auf 50.000 Fahrten insgesamt. Laut Schätzungen könnte es im Gesamtprojekt von Kundl bis Langkampfen zu rund 500.000 LKW Fahrten kommen. 
Das UVP-Verfahren wird Ende März bzw. Anfang April starten. Dann wird die Gemeindeführung für Angath weiter verhandeln. 

Zweiter "Teil" in Kundl

Laut den Planungen ist ein Teil der in Angath reduzierten Baustelleneinrichtungsfläche nun in den Bereich des nicht besiedelten Liesfeldes am Rande des Gemeindegebietes Kundl verlegt. Durch die Aufteilung der Baueinrichtungsflächen kommt es zu einer gemeinsamen aber dadurch reduzierten Baustellenbelastung beider Gemeinden. Die ÖBB wird dem so zum Ausdruck gebrachten Wunsch der Gemeinde Angath als Abänderungsantrag bei der Behörde einbringen. Die Baustelleneinrichtungsfläche im Bereich Liesfeld dient zur Versorgung der Tunnelvortriebsmaschine, die in einer späteren Phase der Hauptbauarbeiten den Inn von Nord nach Süd unterqueren wird und dann den Tunnel Richtung Bahnhof Kundl herstellt.
"Die ursprünglich eingereichte Planung war aus ÖBB-Sicht genehmigungsfähig, allerdings sind auch wir der Meinung, dass die von uns ausgearbeitete und vom Gemeinderat Angath beschlossene Planungsänderung eine wesentliche Entlastung des Siedlungsgebietes mit sich bringt", sagt die ÖBB in einer Stellungnahme.

Mehr zum Thema finden Sie hier.

ÖBB reichen Unterlagen zu Umweltverträglichkeitsprüfung ein
Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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