Baurestmassendeponie
Bürgerinitiative Schwoich: "Jahrelang bestehendes Biotop verschwunden!"

Laut Erhebungen der Bürgerinitiative hat sich herausgestellt, dass das Biotop nur mehr ca. 5 Prozent der ursprünglichen Fläche aufweist.
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  • Laut Erhebungen der Bürgerinitiative hat sich herausgestellt, dass das Biotop nur mehr ca. 5 Prozent der ursprünglichen Fläche aufweist.
  • Foto: Bürgerinitiative „Sondermüll- und Asbestendlager Nein!!!“
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Laut Erhebungen der Bürgerinitiative "Sondermüll- und Asbestendlager Nein!!!" sind 95 Prozent eines "Biotops" im Steinbruch Schwoich bereits verschwunden. Firma Rohrdorfer möchte Ersatzflächen für die Frösche schaffen.

SCHWOICH (bfl). Der Ort des Geschehens ist der Steinbruch Schwoich, dort wo derzeit eine Baurestmassendeponie geplant ist. Laut den Vertretern der Bürgerinitiative "Sondermüll- und Asbestendlager Nein!!!" ist ein jahrelang bestehendes Biotop, das dort lag, bereits heute zu 95 Prozent verschwunden. Luftaufnahmen würden zeigen, dass das Biotop nur mehr rund fünf Prozent der ursprünglichen Fläche aufweist. Die Bürgerinitiative zeichnet für das Verschwinden des Biotops einen Entwässerungsgraben am Steinbruch verantwortlich. 
Laut Jagdpächter Josef Schwaighofer war das Biotop über Jahre hinsichtlich seiner Größe stabil und bot vielen gefährdeten Tierarten wertvollen Lebensraum. "Die Luftaufnahmen sowie die Bilder der dort lebenden und geschützten Tier- und Pflanzenarten zeigen, welch ein Schatz biologischer Vielfalt sich fast unbemerkt entwickeln konnte. Im nicht mehr aktiven Steinbruch hatte sich die Natur wieder einen Lebensraum zurückerobert, welcher in den letzten Monaten zerstört wurde", so die Vertreter Bürgerinitiative. Um die Umstände des Verschwindens des Biotops zu untersuchen, habe es bereits einen Lokalaugenschein mit der zuständigen Bergwacht gegeben. Derzeit liege die Angelegenheit bei der BH-Kufstein zur weiteren Bearbeitung.

Rohrdorfer: Ersatzflächen werden geschaffen

Im Rahmen des genehmigten Steinbruch-Betriebes komme es zu Stauungen von Wasser, was auch die Amphibien anziehe, die sich dann in verschiedenen Bereichen ansiedeln, so Herwig Glössl, der Geschäftsführer der Rohrdorfer Umwelttechnik GmbH. Von einem tatsächlichen Biotop könne man aber hier nicht sprechen. Man habe bereits jedes Jahr die Frösche umgesiedelt. "Im Zuge des Genehmigungsverfahrens werden wir auch Ersatzflächen für die Frösche schaffen", sagt Glössl. Diese Umsiedlung soll in der unmittelbaren Nähe des Steinbruchs geschehen.
An der geplanten Bauschuttdeponie halte man auf jeden Fall fest. "Aber wir sind für Kompromisse bereit, wenn sie vernünftig sind", sagt Glössl. Für ein Gespräch über eventuelle Kompromisse, biete die mündliche Verhandlung am 24. April Gelegenheit.

600 Anträge auf Parteistellung

Die Anzahl an gesammelten Unterschriften gegen die geplante Baurestmassendeponie der Firma Rohrdorfer Umwelttechnik GmbH würden derzeit "im hohen dreistelligen Bereich" liegen, sagt Christian Feldkircher von der Bürgerinitiative "Sondermüll- und Asbestendlager Nein!!!". Die Unterschriftenlisten liegen noch immer auf und werden weiterlaufen. Zudem konnten am Dienstag, den 17. April mehr als 600 Anträge auf Parteistellung beim Amt der Tiroler Landesregierung abgegeben werden. Laut derzeitigem Stand ist der Verhandlungstermin für den 24. April noch immer aufrecht. Offen sei lediglich noch ob dieser am Betriebsgelände oder, auf Grund des hohen Interesses, an einem anderen Standort stattfinden wird, sagt Feldkircher.

Mehr zum Thema finden Sie auf:
www.meinbezirk.at/3322206

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