Selbst gegärtnert
Der Weg zur Ernte ist ein langer

Redakteurin Barbara wagte sich in der heurigen Saison ans Gärtnern und erfuhr dabei das Glücksgefühl des Erntens am eigenen Leib.
16Bilder
  • Redakteurin Barbara wagte sich in der heurigen Saison ans Gärtnern und erfuhr dabei das Glücksgefühl des Erntens am eigenen Leib.
  • Foto: Barbara Fluckinger
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Redakteurin Barbara wagte sich in der heurigen Garten-Saison erstmals "am eigenen Leib" ans Gärtnern und kämpfte dabei gegen Kälte und Schnecken. Auf dem Weg zur letzten Ernte der Saison fand sie ganz nebenbei dennoch viel Freude und ein neues Hobby.

BEZIRK KUFSTEIN (bfl). Ein prachtvoller grüner Kräutergarten, Tomaten, die üppig vor der Hausmauer wuchern, der quasi "nonstop" wachsende Zucchini und der frische Kopfsalat nur ein paar Schritte von der eigenen Küche entfernt. So lautete meine Traumvorstellung vom Gärtnerleben im eigenen Garten, die bis Dato für mich bedauernswerterweise "unerfüllt" blieb. Die Gründe dafür? Kein grüner Daumen, keine Gärtnererfahrung und wohl auch nicht die Muße, mit einem neuen Hobby anzufangen. Aber dann platzte da im März dieses Coronavirus in unser aller Leben, das neben all seinen negativen Auswirkungen auch einige, wenige positive Nebeneffekte mit sich brachte. Ich hatte plötzlich Zeit – Zeit, im Lockdown Bücher über das Gärtnern zu lesen und viel zu recherchieren. Gesagt, getan. 

Die erste Saat

Im ersten panikartigen Einkauf während des Lockdowns schnappte ich mir im Supermarkt also gleich ein paar Briefchen Saatgut für Zucchini, Tomaten und Rosmarin, alles in der Bio-Variante. "Warum nicht gleich auch selbst die Pflänzchen hochziehen?", dachte ich mir. Und so begann ich, Tomaten- und Zucchinisamen in kleine Blumenkisten auszusäen und diese aufs Fensterbrett über die Heizung zu stellen – schnell noch ein wenig "gießen", eine Plastikfolie darüber, und fertig. Der tägliche Gang zum Fensterbrett sollte mich danach noch mehrere Wochen verfolgen. In der Zwischenzeit setzte ich draußen bereits Kohlrabi-Pflänzchen ins Gartenbeet, für drinnen setzte ich junge Salatpflänzchen in eine Blumenkiste.
Im April kamen die Salatpflanzen dann hinaus ins Freie – und mit der Wahl des Beet-Standorts im Garten passierte mir auch schon der erste und zugleich zweite Anfänger-Fehler, wie sich dann im Mai herausstellte. Das Beet, das ich ausgesucht hatte, lag im März und Anfang April noch in der Sonne, im Mai verdeckten die frisch gewachsenen Blätter der darüber liegenden Bäume die Sonnenstrahlen aber großteils. Zu viel Schatten also für meine schönen Salatköpfe.

Der Gartenfeind Nummer Eins

Und dann kam da noch das Problem mit den Schnecken hinzu. Ich hatte mich gegen den Einsatz von Ungeziefervernichtungsmitteln oder Schneckenzäunen entschieden. Das Beet, in das ich meine schönen Jungpflanzen gesetzt hatte, lag direkt neben einem angrenzenden Feld – und das war auch der Fehler Nummer Zwei. Der Weg für die dort lebenden Nacktschnecken glich einer Bahnstrecke ins "Schlaraffenland", Endstation "Kohlrabi" und "Kopfsalat". Zwischen sechs und zwölf Schnecken fand ich täglich bei meinem morgendlichen Gang zum Salatbeet. Doch nicht nur der Salat war in Gefahr, auch auf die nur langsam wachsenden Kohlrabi-Pflanzen hatten es die Schnecken abgesehen. Meine ernüchternde Bilanz: Bis Mitte Mai konnte ich zwar alle gesetzten Salatköpfe ernten, dies allerdings mit durchschnittlich sechs Nacktschnecken, die als blinde Passagiere bei der Ernte mitgingen. Die Blätter der Kohlrabi-Pflanzen, die sich augenscheinlich in einer Art Dauer-Dornröschenschlaf befanden, wurden ebenfalls oft und gerne von den Nacktschnecken angeknabbert. Das wurde nichts mehr. 
Dennoch gab ich nicht auf. Nach der letzten Salatkopf-Ernte setzte ich neue Salat-Jungpflanzen aus, dieses Mal im Kisterl auf dem Balkon. Bis dorthin würden es die Nacktschnecken mit Sicherheit nicht schaffen! Meine selbst aufgezogenen Zucchini-Pflanzen setzte ich an einer warmen und trockenen Stelle Mitte Mai "aus" und beging damit Anfängerfehler Nummer drei. Es war noch ein wenig zu früh und zu kalt, als dass meine kleinen, zarten Pflänzchen die kühlen Temperaturen überstehen konnten. Zwei Wochen später setzte ich also zwei neu gekaufte Zucchini-Jungpflanzen direkt hinaus. Dann kam das Reh, das sich mitten in der Nacht in unseren Garten verirrte und die neuen Zucchini-Pflänzchen verspeiste – tatsächlich wahr! Also setzte ich wenig später erneut Zucchini-Pflänzchen ein, gleich neben die neu eingepflanzten Tomatenpflanzen. Zuletzt platzierte ich meinen Kürbis im Garteneck. 

Die nächste Saison kann kommen

Von da weg schien alles zu laufen. Die Salaternte auf dem Balkon gestaltete sich ohne Nacktschneckenüberfälle. Die Zucchini sprießten nach kurzer Zeit wie Pilze aus dem Boden bzw. der Pflanze und das Gleiche galt auch für die Tomaten. Auch meine Basilikum-, Lavendel- und Ringelblumenpflanzen gediehen. Und zu guter Letzt konnte ich bis Saisonende im September auch drei Kürbisse ernten – das reicht mir für den Anfang.
So richtig "grün" ist mein Daumen noch immer nicht geworden, aber das herrliche Gefühl, das selbst gepflanzte Gemüse ernten zu können, ja, das kann mir keiner nehmen. Ich plane übrigens schon für die nächste Sommersaison. Und wer weiß, vielleicht probiere ich auch gleich noch das Wintergärtnern aus!

Weitere Beiträge zum Thema Gärtnern finden Sie hier.
Hier haben sich weitere Redakteure "am eigenen Leib" an neue Dinge gewagt. 

Du möchtest regelmäßig Infos über das, was in deiner Region passiert?

Dann melde dich für den meinbezirk.at-Newsletter an

Gleich anmelden

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Folge uns auf:
Die Bezirksblätter immer mit dabei! Mit der praktischen ePaper-App.


Gleich downloaden!

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen